Selbstversorgergarten an der Schlei - ein Paradies für Mensch und Tier

Gartenidylle mit Wiese und altem Haus

Heidi und Michael Chalupka haben aus einer einst baufälligen, kleinbäuerlichen Hofanlage von 1756 eine Oase für sich, ihre Tiere und viele Gäste geschaffen. Das Grundstück passt wie angegossen in den idyllischen Landstrich namens Angeln. Ganz in der Nähe entstand die TV-Serie „Der Landarzt“.

Ein Schmuddelwetter ist das! Wie zum Schutz vor dem grauen Nieselregen hat das schmucke Fachwerkhaus der Chalupkas sein Reetdach tief herabgezogen.

Solch Unbilden scheint es gewohnt zu sein hier in Hestoft an der Schlei, kurz vor der dänischen Grenze.

Auch das Kätzchen, das aussieht, als wäre es etwas zu heiß gewaschen worden, trotzt der Nässe mit stoischer Gelassenheit. Von der quer gelegten Milchkanne, die täglich die Post entgegennimmt, perlen die Tropfen ...

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Blütenfarben gegen Regengrau

Es ist wirklich kein guter Tag für eine Gartenreportage. Doch kaum biegen wir, durchs offene Tor hindurch, um das denkmalgeschützte Haus herum, scheint das schlechte Wetter wie weggeblasen.

Ein Meer goldgelber Scheinmohnblüten tanzt im Takt der Tropfen durch die Beete, laut umsummt von dicken Hummeln, die sich solch leckere Pollentracht selbst bei Regen nicht entgehen lassen.

Die Rosen, die in den Beeten eigentlich die Hauptrolle spielen sollen, schlafen wegen der nassen Kälte großteils noch in den Knospen und geben so ihren Begleitern Gelegenheit, durch eigene Pracht zu beeindrucken.

Eisenhut, Margeriten, Glockenblumen, Akelei und Natternkopf lassen sich die Chance nicht entgehen und strahlen sehr überzeugend gegen das Einheitsgrau an.

Tipp für gesunde Buchshecken

Da taucht ein erstes Tonschildchen mit einer Gartenweisheit auf, von denen wir hier noch so einige finden werden: „Es gibt keinen festgelegten Weg, folge einfach deinem Herzen.“ Wird gemacht! Einfach ist das wahrlich nicht, denn nachdem der breite Feldsteinweg vom Hof in einen schmaleren Kiesweg übergegangen ist, wirken die Beete wie eine einzige, geschlossene Blumenwiese. Doch wenn man die regenschweren Blütenköpfe sanft mit dem Fuß beiseiteschiebt, erkennt man darunter sattgrüne, vor Gesundheit strotzende Buchshecken, die an den Beetecken zu kunstvollen Kugeln geformt sind.

Passend zur ersten Frage, die sich uns gerade stellt, erscheinen die Gartenbesitzer. „Wie halten Sie Ihren Buchs bloß so gesund?!“ Heidi Chalupka antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Tatsächlich hatte auch uns der Buchsbaumpilz getroffen. Das empfohlene Kupfersulfat lehnten wir aber ab. Stattdessen haben wir ihn ganz stark zurückgeschnitten, mit Gesteinsmehl bestäubt, damit die Wunden abtrocknen, und mit homöopathischem Biplantol gedüngt. Das Ergebnis sehen Sie!“ Die Frage scheint sie schon oft beantwortet zu haben – kein Wunder bei etwa 3000 Besuchern im Jahr.

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Besucher aus aller Welt

„Seit unser Garten in der ,Brigitte‘ war, kommen auch Gäste aus Australien, Russland, Kanada. Offenbar nehmen ,Brigitte‘-Leser ihre Zeitschrift mit, wenn sie auswandern“, schmunzelt Heidi Chalupka. Sie freut sich über das rege Interesse an ihrem 3000 m2 großen Grundstück, auf dem das Paar seit 17 Jahren gärtnert und eine Mini-Landwirtschaft betreibt. Andere Menschen an die Natur heranzuführen, ist für sie die schönste Aufgabe.


Neben einigen Bienenvölkern halten die Chalupkas auch Japanische Zwerghühner. „Deren Mini-Eier bestehen zu zwei Dritteln aus Eigelb!“ Das Obst liefern ausschließlich alte Sorten von der Streuobstwiese wie die Äpfel ‘Streifling’, ‘Stina Lohmann’ oder ‘Föhrer Weinsaurer’, den man nur noch in der Baumschule Boysen in Niebüll, einem Spezialisten für alte Obstsorten, bekommt.

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Ein Garten für Menschen und Tiere

So groß, wie Naturschutz und Tradition hier geschrieben werden, verwundert es nicht, dass überall auf dem Grundstück Unterkünfte für Wildtiere versteckt sind. Eine Steinkauzröhre hängt im Baum, ein großes Nest im Hausgiebel soll eigentlich die Schleiereule locken, wird zurzeit aber von der Bachstelze besetzt. Selbst in den winzig kleinen Vogelhäuschen an der Fassade, die eigentlich nur als Deko gedacht waren, brütet der Zaunkönig.

Highlight aber ist das Storchennest, das auf einem hohen Pfeiler mitten auf dem Nachbaracker trohnt. Michael Chalupka, selbst Dipl. Architekt, und Nachbar Jürgen Jacobs hatten den Mast aus einer riesigen Tanne gefertigt, das große Nest aus Weidenruten geflochten, alles aufgebaut. Wie nun aber das Heu zum Auspolstern hinaufbringen?

Des Rätsels Lösung: Mit dem Trecker ganz dicht an den Mast fahren, in die Schaufel eine lange Leiter stellen ... und dann über die hochgefahrene Schaufel samt Leiter ins Nest klettern! Bei so viel Engagement und Leidenschaft bleiben die Chalupkas aber immer diplomatisch: „Den geschenkten Rhododendron mochten wir eigentlich nicht. Rhododendron wirkt so tot. Doch als wir gesehen haben, wie die Hummeln sich in die Blüten stürzen, durfte er bleiben. Kein Wunder bei dem Namen: ‘Hummeltanz’ heißt die Sorte!“

Kerstin Ackermann
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