Rosenträume und Gartenräume

Rosneträume und Gartenräume

Im Rosengarten umschmeichelt Kletterrose ‘Rosarium Uetersen’ die Rosenlaube. Ein romantischer Brunnen mit Putte betont das Wegekreuz.

Bei unserem Besuch im Garten von Anna Rebhan wissen wir vor lauter Augenschmaus gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen: Ihr grünes Reich im österreichischen Gaspoltshofen ist in unterschiedliche Gartenräume eingeteilt. Fundstücke von Trödel- und Antikmärkten, über die Jahre zusammengetragen, wurden von der passionierten Sammlerin zu Themen arrangiert. So empfängt uns eine Waschküche mit Waschbrett nebst ausgedientem Kessel zum Auskochen der Wäsche. Mittlerweile dient er zum Ansetzen der pflanzenstärkenden Brennnesselbrühe. Weiter geht’s zum Bügelzimmer. Hier flattert Wäsche aus Großmutters Zeiten auf der quer durch den Obstgarten gespannten Leine. Das Bügelbrett steht auch schon da. Das ist noch nicht alles: Im Badezimmer steht eine Cortenstahl-Madame kurz vorm beherzten Sprung in die bereitgestellte Badewanne. Im Schlafzimmer verwandelte sich ein altmodisches Bett mit hohem Kopf- und Fußteil zum Beet: Es erhielt einen Bettbezug aus Fleißigen Lieschen. Daneben steht ein bepflanztes Kinderbettchen sowie ein Nachttisch. Im Gestell mit Wasserkrug und Waschschüssel, im Nachttopf, ja sogar in den Schuhen vor dem Bett rankt und blüht es.

» Bilder: Der Garten von Anna Rebhan

Anna RebhanWoher nimmt sie all ihre ausgefallenen Ideen? Anna Rebhans scherzhafter Erklärungsversuch: „Nun ja, wer offen für alles ist, ist nicht ganz dicht!“ Sobald sie beim Schlendern über Flohmärkte, bei Sammelaktionen für den Wertstoffhof alte Gefäße, Möbel, Utensilien mit Gebrauchsspuren entdeckt, überlegt sie sich gleich den passenden Platz in ihrem grünen Refugium. Auf diese Weise hielten sogar wertvolle Unikate wie die Speisekammertür vom Wasserschloss Aurolzmünster oder die Trittplatten eines früheren Kirchenwegs Einzug in ihren Garten. Glanzstück ist die Statue der berühmten mittelalterlichen Pflanzenheilkundigen Hildegard von Bingen. Das Geschenk der katholischen Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Schwestern steht in einem Bildstock und wacht über den kleinen Kräuter- und Gemüsegarten. Die Garten-Autodidaktin, vor ihrer Heirat lediglich Balkon-Gärtnerin, plant, pflegt und werkelt gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter auf dem Grundstück. Ihr Mann ist eher für’s Grobe wie Gehölzschnitt, Rasen mähen und Holz hacken zuständig. Anna Rebhan hat ein Faible für Frühlingsblüher, Hortensien und historische Rosen. Etwa zweihundert davon schmücken Beete, Bögen und Bäume mit ihren duftenden, gefüllten Blüten, beispielsweise die apricotfarbene ‘Alchymist’, weiße ‘Paul’s Himalayan Musk’, rosafarbene ‘Leonardo da Vinci’, purpur-violette ‘Cardinal de Richelieu’ oder die karmesin-weiß gestreifte ‘Rosa Mundi’. Der Pavillon mit geschwungenem Kupferdach, opulentem Kronleuchter und blumigen Vorhängen passt bestens zum romantischen Flair. Für die Krankenschwester ist Garteln ein willkommener Ausgleich zum anstrengenden Berufsleben. „Wenn ich mich mal schlecht fühle, gehe ich in den Garten. Dort verbuddele ich meine Sorgen und grabe Freude aus.“
Karin Wachsmuth

» Garten gestalten: Gartenräume
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