Heimat, das ist jetzt Holstein

Wasserlandschaft

Blick von der Terrasse zum Teich und über die Gartengrenze hinaus. Auf der Wasserfläche schicken sich die Seerosen zum Blühen an, am Ufer hält Storchschnabel ‘Rozanne’ mit violettblauer Pracht dagegen.

Wir brechen alle Zelte ab, der Abschied vom Berufsleben wird der Anfang zu etwas ganz Neuem sein, waren Anne und Manfred Borm sich einig. Das war keineswegs die fixe Idee eines launigen Abends, sondern ein solide geschmiedeter Plan, ein bisschen auch ein Traum aus Urlaubstagen an der See.

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Neue Heimat im Norden

In Oldenburg in Holstein fanden sie genau das Haus, das zu ihnen passte. „Es war das letzte auf unserer Besichtigungstour, und es war einfach perfekt“, erinnert sich Anne Borm. Vom Niederrhein nach Ostholstein – gut zwölf Jahre ist das her. Wohl gefühlt hat sich das Ehepaar in der neuen Heimat sofort, schließlich war der neue Garten mit seinen über 800 m² plötzlich viermal so groß wie der bisherige, und er beflügelte die Phantasie.

Ganz bei Null anzufangen war gar nicht nötig, von den einstigen Gartenbesitzern gab es die eine oder andere gute Mitgift: Eine alte Hainbuchenhecke schirmte zur Straße hin ab, der naturnahe Teich mit Bachlauf, das Gartenhaus mit begrüntem Dach, daneben ein gemütlicher Grillplatz waren solides Inventar, mit dem sich etwas anfangen ließ.

Mit Steinen gestalten

Anders als mit den Beton-Pflanzsteinen, die den kleinen Hang an der Südseite abfingen. Das geht aber besser, dachten sich die neuen Gartenbesitzer und gingen auf die Suche. Bei einem Bauern in der Umgebung fanden sie, was nötig war: mächtige Feldsteinhaufen, die für Geld und gute Worte zu haben waren. Unzählige Male ist Manfred Borm mit dem Auto hin und her gefahren, hat jeden einzelnen Stein selbst gesetzt, gedreht und gewendet, bis das kritische Auge zufrieden war.

Bei den Mäuerchen am Hang ist es nicht geblieben. Steinreich können sich die Gärtner heute fühlen, denn in welchem Teil des Gartens man auch unterwegs ist, im ureigenen Wortsinn auf Schritt und Tritt haben des Bauern Lesesteine neuen Zwecken zu dienen: als geschwungener Weg durch die Narzissenpflanzung, in der Kräuterspirale, der neuen Trockenmauer am Teich.

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Ein ganz besonderes Geschenk

Zu den Narzissen weiß Anne Borm eine ganz eigene Geschichte zu erzählen, die aber irgendwie doch wieder typisch für die Begegnungen zwischen Gartenmenschen ist: Eine große Tüte gefüllt mit Narzissenzwiebeln brachte vor Jahren beim „Offenen Garten“ ein Besucherpaar als Geschenk mit. Aus der alten Heimat würden sie stammen aus einem berühmten Garten im Kleverland.

Aber ja, den wundervollen Garten kenne sie gut, und mit den Besitzern stehe sie auf recht vertrautem Fuße, wusste Anne Borm überrumpelt einzuwerfen. Auf Umwegen kamen die Narzissen vom Niederrhein nun also zu ihr. Ihre hellgelben und weißen Blüten leuchten in der Dämmerung, mit vielen Wochen Vorsprung zum liebevoll angelegten weißen Beet nebenan.

Ein Garten für lange Abende

Dort setzen die weißen Blüten von Ehrenpreis, Eisenhut, Storchschnabel und Sternaster erst im Juni ihre Lichtpunkte, wenn die Borms halbe Nächte im Garten verbringen und sich nicht einmal zum Schlafen ins Haus zurückziehen mögen.

In solchen  Nächten, das verrät Anne Borm augenzwinkernd, wird das Gästebett im Gartenhaus für sie beide zum Ausflugsziel: „Da ist immer ein bisschen Urlaubsgefühl dabei.“ Und man ist nah an der Natur, genauer: am Teich mit seinen Libellen, Molchen, Kaulquappen und Wasserläufern.

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Der Teich ist das Herz des Gartens

Weil der Teich den zentralen Teil des Gartens einnimmt und die schönen Seerosen viel Sonne brauchen, ist für große Bäume im Garten selbst kein Platz. Die grüne Kulisse bietet das nicht bebaubare Nachbargrundstück, das ein Eldorado für „wilde“ Tiere ist. Ein Rudel Damwild stellt sich regelmäßig mit der einsetzenden Dämmerung ein, findet zum Glück aber den Weg in den Garten nicht.

Willkommen  sind dagegen Besucher auf zwei Beinen: Anne und Manfred Borm öffnen ihre Pforte zum „Offenen Garten“. „Fünf Jahre hat es gedauert, bis schließlich auch die zugeknöpften Oldenburger unseren Garten besuchten“, erzählt Anne Borm, ganz und gar rheinländisches Naturell, amüsiert. Den Zugang zu Land und Leuten hat sie dennoch schnell gefunden: mit einem Job auf dem Wochenmarkt, den sie bis heute nicht missen mag.

Elke Pirsch
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