Für jeden Traum ein ganzer Garten

Rosen am Waldrand

Rosen beeindrucken stärker, wenn man sie gleich im Dutzend pflanzt. Am schwungvoll modellierten Hang allerdings nicht in Reih und Glied. Da leuchten die rosa Blüten scheinbar planlos mal hier, mal da auf.

Haus gebaut, Garten bepflanzt und dann stellt sich plötzlich heraus, dass ziemlich viele Gartenwünsche offen bleiben. Ein größerer Garten musste her. Der war und ist eine echte Herausforderung. Genau das Richtige für Ute Dapoz.

» Bilder: Für jeden Traum ein ganzer Garten

Viel neuer Gestaltungsspielraum

Es ist alles etwas größer in diesem Garten vor den Toren von Frankfurt (Oder). Die Wege sind länger, die Steine mächtiger, die Kletterhilfe für den Baumwürger ist höher als anderswo. Ute Dapoz findet es großartig, denn sie sammelt nicht etwa zierliche Aurikeln oder kleine Kakteen.

Sie liebt es, Berge zu versetzen, Steine zu schichten und genug Platz für alle Geschöpfe Floras zu haben. Elftausend Quadratmeter Spielraum! Der Wermutstropfen: karger märkischer Sand, durchweg. Längst nicht alle Pflanzen arrangieren sich mit diesem Boden.

Das wusste die Gärtnerin, die mit den fetten Aue-Lehmböden des Oderbruchs aufwuchs, auch vor ihrem neuen Gartenabenteuer sehr gut. Wollte es trotzdem. Boden lässt sich verbessern!  Ziemlich verrückt, meinten auch Freunde. Schließlich hatten sie und ihr Lebensgefährte Günther gerade ein schmuckes neues Haus gebaut, den Garten mit seinen tausend Quadratmetern gut bewältigt und schön bepflanzt. Hätten es also gemütlicher angehen können. Doch es kam anders.

» Kunterbunte Wegbegleiter

Die Verwandlung einer Wildnis

Sie stießen auf das vernachlässigte Stück Land, zehnmal so groß wie ihr Garten. Es war die einstige Polizeifunkstation, zudem mit einzigartigem Wahrzeichen: dem still vor sich hin rostenden Funkturm. Kauften, nicht ohne einige Auflagen erfüllen zu müssen, das Gelände samt marodem Gebäude und entrümpelten die Wildnis.

Das war vor etwa zehn Jahren. Mittlerweile wurde aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude ein gemütliches Wohnhaus, aus dem rostigem Funkturm ein charmant grüner Riese und aus der Wildnis ein Garten mit rund einem Dutzend Themengärten.

„Es gibt hier so viele Möglichkeiten, Schatten, Sonne, Hügel und Senken“, schwärmt Ute Dapoz und ist schon in ihrem Element. In einem noch wenig berührten Areal entsteht gerade ihr Zauberwald.

» Porträt eines Waldgartens

Stimmungsvoller Zauberwald

Inspiriert von der besonderen Stimmung, die an einem nebeligen Morgen über der Senke liegt, hat sie malerisch wachsenden Kaskaden-Wacholder, Juniperus rigida, gepflanzt und verfolgt, wie der Efeu alte Robinien in mystische Fabelwesen verwandelt. Der Zauberwald ist vielleicht der konsequenteste Gegenentwurf zum formalen Rosengarten.

Zwischen beiden Polen vermitteln all die anderen Themengärten, der charmante Weiße Garten, ein Obsthang, der stille Waldgarten, und ein teils terrassenförmig angelegter Hanggarten. Zu jedem Gartenteil gibt es Geschichten, Erfahrungen, Überraschungen.

» Grazile Vielfalt

Faszinierendes Imperata-Gras

Gebannt stoppen wir an der Straße des Roten Baron. Ein „das Highlight des Gartens“ rutscht mir völlig überrumpelt heraus. In solch spektakulärer Weise hat sich das als recht zickig bekannte Gras, Imperata ‘Red Baron’, mir noch nirgends sonst gezeigt.

Ute Dapoz schmunzelt: „Das war so eine spontane Idee. Ich entdeckte, dass ‘Red Baron’ kurze Ausläufer macht, sich damit langsam und stetig auf Wanderschaft begibt. Dann holte ich Günther ins Boot. Alleine hätte ich die Pflasterstraße durch den Wald nicht hinbekommen, in Richtung der aufgehenden Sonne und so, dass sie wie ein Flusslauf mäandert.“ In den Ritzen zwischen den Findlingssteinen wurde das Gras angesiedelt – nachdem aus einer Pflanze ein halbes Dutzend gemacht waren.

Der Boden, sandig und nicht sonderlich humos, scheint dem Gras zu behagen, denn schon fünf Winter hält der Rote Baron die Stellung. Eine schöne Idee. Eine von vielen, denn eineinhalb Fußballfelder bieten viel Raum für jede Menge Gartenträume.

Elke Pirsch


Tage des offenen Gartens 2016

Zweimal jährlich steht der Garten Dapoz für Besucher offen. Der Garten ist Schaugarten, Testgarten, Referenzobjekt. Gärtnermeisterin Ute Dapoz hilft bei der Planung, Gestaltung und Pflege von Gärten im Raum Frankfurt/Oder.

Sonntag, 26.06.2016 von 10 bis 18 Uhr
(mit Verkauf der Lieblingsstauden und Gräser)

Samstag, 18.09.2016 von 18 bis 22 Uhr Thema: Licht im Garten und mystischer Herbstgarten (mit Stauden-Verkauf ab 17 Uhr)

Besichtigungsrundgänge mit fachlicher Begleitung im Schau- und Mustergarten sind auch zu anderen Zeiten nach Terminvereinbarung möglich.

Ute Dapoz, 15234 Frankfurt/Oder, Waldstraße 8,Tel. 0335/4014626, www.dapoz-gartengestaltung.de
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