Ein Garten mit südlichem Flair in Ostbrandenburg

blühende Hortensien

Ein romantisches Band aus rosa-violett changierenden Blütenbällen der ‘Endless-Summer’-Hortensien gibt die Kulisse für die Gartenbank – ein beliebtes Fotomotiv von Gartenbesuchern.

Die Sonne strahlt an diesem Julimorgen schon mit voller Kraft vom leicht bewölkten Himmel. Unsere Urlaubslaune steigert sich noch, als wir im Garten von Jana und Sven Grünert stehen.

Pflanzen mit mediterraner Ausstrahlung

Bereits der Vorgarten ähnelt mit graulaubigem Olivenbaum, schlanken Zypressen und Lavendel mediterranen Gefilden. Doch halt! Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die Gewächse als ähnliche, aber hierzulande zuverlässig frostharte Alternativen: der Hochstamm einer Weidenblättrigen Birne (Pyrus salicifolius), die Säulenform des Lebensbaumes (Thuja ‘Smaragd’), zu ihren Füßen violette Katzenminze (Nepeta).

„Hier herrschen manchmal starke Fröste, das müssen die Pflanzen aushalten“, klärt mich Hausherrin Jana auf. Nach diesem handfesten Tipp für alle Kontinentalklima-Gärtner geleitet sie uns auf die Terrasse, deren Plattenbelag, Sitzgruppe und Kübelpflanzen ebenfalls im mediterranen Look daherkommen.

Garten mit Weitblick

Von hier aus genießt man einen grandiosen Blick über das 2200-Quadratmeter-Areal, das seine Großzügigkeit dem Zusammenlegen zweier Grundstücke verdankt.

Rechter Hand liegt ein lauschiges, von Blauregen und Wein umflortes Gartenhaus, bei dem Sven Grünert buchstäblich der „Bauherr“ war.

Links liegt eine üppige, in die Rasenfläche schwingende Pflanzfläche, wo weiße, rosa und violette Blüten von Ball-Hortensien als Erstes ins Auge fallen.



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Bodenverbesserung für prächtige Hortensien

Mitte Juli, die berühmte „Brandenburger Streusandbüchse“ und Sommerhitze – wie geht das? Jana, das Staunen von vielen Besuchern der Offenen Pforte schon gewohnt, erklärt uns: „Vor dem Pflanzen haben wir erst mal lehmigen Boden unter den Sand gemischt, speziell bei den Hortensienbändern auch noch Humus eingebracht. Dazu sind kräftiges Gießen und ab 30 °C auch Schattieren das A und O.“

Während unseres Erkundungsganges ändern sich ständig die Blickbeziehungen – wie in einem Theater, dessen Kulissen verschoben werden. Jana Grünert erzählt stolz: „Alles von uns selbst geplant und umgesetzt, sowohl das Gartenhaus, das Gewächshaus und der Geräteschuppen mit Räucherofen als auch die Pflanzungen.“

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Inspiriert von Peter Janke und Piet Oudolf

Ihre Vorbilder beim Anlegen von Blickachsen und Pflanzenbändern, den „drifts“: der innovative Hildener Gartenplaner Peter Janke und sein niederländischer Kollege Piet Oudolf. Gemäß ihren „Lehrmeistern“ verteilt die Hobbygärtnerin florale Höhepunkte übers Jahr.

Im Frühsommer haben Iris, Mohn, erste Taglilien und Storchschnabel ihren Auftritt, dann folgen Hortensien, Rosen, Phlox und Spinnenblumen. Der Spätsommer gehört Großstauden wie Chinaschilf, Wasserdost, Stauden-Sonnenblume und Fallschirm-Sonnenhut.

Farbpunkte setzen Fuchsschwanz, Dahlien und Bleiwurz. Für Urlaubsflair sorgen Kübelgäste wie Blumenrohr und Schmucklilie. Ein wahrhaft einschneidendes Erlebnis: „Bei uns fällte Orkan ,Kyrill‘ 2007 mehrere hohe Bäume und schlug eine Schneise in den Garten“, erinnert sich Sven. „Wir machten aus der Not eine Tugend und gestalteten an dieser Stelle ein Heckentheater mit Eiben-Halbrund, Buchsbaum-Rondell und Wegekreuz.“

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Experimentierfreude und die Ergebnisse

Bei allem Planer-Know-how darf die Experimentierfreude nicht fehlen. So setzte das Paar auf den Hügel unter der mächtigen Hänge-Fichte Taglilien in Gelb, Apricot und Dunkelrot, die sich – Schatten, Wurzeln und Nadeln zum Trotz – zu üppigen Horsten entwickelten.

„Der gute Geschmack bestimmt die Sortenwahl“, lacht Jana und meint das wörtlich: Die knackigen Blütenkelche, von bitteren Staubbeuteln befreit, füllt sie gerne mit Käsecreme. Die Stars auf jeder Party!

» Mediterrane Kräuter

Gartenbereiche für unterschiedliche Tages- und Jahreszeiten

Wichtig ist den Grünerts, je nach Jahres- und Tageszeit zwischen verschiedenen Gartenecken wählen zu können: Während man den Frühlingsgarten von Haus und Wintergarten aus gut im Blick hat, bietet sich ab Frühsommer ein Wechsel zum schattigen Sitzplatz unter der Kiefer an der Terrasse an.

Vor Regen geschützt sitzt man unterm Dach am Gartenhaus. Abkühlung verschafft der eckige Pool, der von einem Mäuerchen gerahmt wird – gut fürs Mikroklima! Das weiß auch ein Entenpaar zu schätzen, das jeden Frühling auf dem Wasser seine Runden dreht. Ab Mai verlassen die Enten den Pool fürs Brutgeschäft, dieser wird gesäubert und neu befüllt. Die Badesaison ist eröffnet!

Ein Zuhause für viele Tiere

„Wir lieben die Provence. Mit Oleander, Bleiwurz und Enzianstrauch in Töpfen holen wir uns südliches Urlaubsflair nach Hause!“ Jana Grünert

Die friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Natur ist auch beim Pflegen ein Thema. Gespritzt wird einzig mit Brennnesselbrühe und Schneckenkorn wird nur partiell gestreut. Nährstoffe liefern Rinderdungpellets, Hornspäne und Gesteinsmehl, gemulcht wird mit Rasenschnitt.

Mehrere Nistkästen in Altgehölzen, eine Benjeshecke mit gestapeltem Schnittgut und Samenstände von Stauden, die über den Winter stehen bleiben, sorgen für den Besuch von Buntspecht, Rotkehlchen, Gimpel, Stieglitz, Erlenzeisig und Tannenmeise. Also alles im „grünen Bereich“ bei den Grünerts in Grünheide!

Karin Wachsmuth


Infos zu den Fotos

Foto 1/ganz oben: Nomen est omen: Jana und Sven Grünert aus Grünheide stellen mit der Anlage und Pflege des abwechslungsreichen Gartens ihre grünen Daumen unter Beweis. Das freut auch die beiden Berner Sennenhunde Emma und Kira.

Foto links: Im kühlen Schatten hoher Gehölze wie Douglasie und Hänge-Fichte kann man auf einem weichen Waldpfad wandeln und Schlitzblatt-Ahorn, Rhododendren und Funkien bewundern. Ein Beregnungssystem, gespeist vom Tiefbrunnen, übernimmt das regelmäßige Wässern.

Foto 2: Eine einzige Weinrebe, die Hybrid-Sorte ‘Isabella’ mit zuckersüßen Tafeltrauben, hat Gartenhaus samt Laubengang nach zehn Jahren komplett erobert.

Foto rechts: Die Terrasse mit ihren sandfarbenen Travertinplatten, die gusseisernen Sitzmöbel sowie Palmen und Schmucklilien in Kübeln sorgen für mediterranes Lebensgefühl.

Foto 3: Hinterm Werkzeugschuppen hat Sven Günert einen Räucherofen gemauert. Hier erhalten Fisch und Fleisch ihr Aroma.

Foto 4: Von der Terrasse aus genießt man die Pracht des geschwungenen Inselbeetes mit dem Flor von Ball-Hortensien und Frauenmantel, dazu das leuchtend gelbe Sonnenauge (Heliopsis helianthoides).

» Der Duft des Südens

Foto links: Der Wurzelteller der Kiefer erhielt einen „würdigen Rahmen“ aus Ziegelsteinen, flächig bepflanzt mit Teppich-Knöterich (Bistorta affinis).

Foto 5: Essbare Schönheit Taglilie ‘Ed Murray’ mit zunächst fast schwarzen, später samtroten Blüten. Familie Grünert hat sie „zum Essen gern“.

Foto 6: Wie eine Wärmefalle wirkt die eingerahmte, geschützte Lage des Pools. Außerhalb der Badesaison nutzt ihn das Stockentenpaar „Alma“ und „Otto“.

Foto 7: Für Urlaubsgefühle auf der Terrasse: Jana Grünert hat viele Kübelpflanzen wie Oleander, Bleiwurz und Enzianstrauch, die zum südlichen Flair im Garten beitragen.

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