Auf dem Carishof trifft sich die Welt

der Carishof und das Backhaus

Der Naturteich speist sich durch den hohen Grundwasserstand. Die alte Weide und der Birkenhain neben dem Backhaus stimmen ein zauberhaftes Blätterrauschen an.

In jeder Saison besuchen etwa 2000 Gartenfreunde den schönen Carishof im niederländischen Klimmen. Viele Deutsche sind darunter, Belgier, ein paar Niederländer. Die Gäste kommen aus der ganzen Welt, kürzlich waren sogar Besucher aus Kanada hier zu Gast.

Bereits 13 Kilometer hinter der deutschen Grenze erreichen wir den Carishof. Matthijs Smits, der auf dem geschichtsträchtigen Gelände (die ältesten Gebäudeteile sind von 1640) gemeinsam mit Hans de Vree und Henk Govers gärtnert, empfängt uns in fließendem Deutsch. So kurz hinter der Grenze ist das nicht ungewöhnlich – allerdings wären wir hier auch in unserer Landessprache begrüßt worden, wenn wir aus Schweden, Spanien, Dänemark oder sonstwoher gekommen wären.            

Garteninfos in der Sprache der Besucher                 

„Jede  Besuchergruppe bekommt von mir eine kurze Einführung zum Garten in ihrer jeweiligen Sprache. Nur bei den Japanern traue ich mich das nicht. Da haben ähnliche Laute ganz unterschiedliche Bedeutungen, da kann man schnell ins Fettnäpfchen  treten“, klärt uns Matthijs Smits auf.

Er hat Routine darin, Besucher über das 3800 m2 große Grundstück zu führen, das die drei Männer 2002 übernommen hatten.        

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Clever geplant - mit "geborgter Landschaft"      

Damals gab es neben den Windschutzhecken vor allem nasse Wiesen mit hohem Gras. Die Buchen-, Buchs- und Eibenhecken wurden belassen, die gesamte Freifläche aber drainiert und gestaltet.

„Unser Konzept hieß: Rund ums Haus ist alles streng kultiviert, doch je weiter man sich entfernt, desto naturnaher wird es. Bis der Übergang in die freie Natur kaum noch auszumachen ist. So haben wir uns den größten Garten der Niederlande geschaffen. Auch wenn uns nur ein paar Meter gehören, der Ausblick reicht zehn Kilometer weit!“                 

Geborgte Landschaft. Diesem plausiblen Konzept  entsprechend finden sich die akkuraten Blumenbeete, die gerade von leuchtenden Tulpen und Narzissen überquellen, fast ausschließlich rund um die Terrasse. Der natürliche, halbmondförmige Teich, die Baumgruppen und die Beerensträucher beginnen erst weit hinter einer gepflegten Rasenfläche, die dem Ganzen einen fast parkähnlichen Charakter verleiht.               

» Gartenraum mit Landblick

Arbeitsteilung

„Teresa und Marta II, unsere Rasenroboter, übernehmen das Mähen.“ Wieso Marta II? „Bei Marta I war irgendwann der Nasensensor kaputt, da ist sie im Teich ertrunken“, schmunzelt Smits. Die übrigen Gartenarbeiten haben die drei Gärtner unter sich aufgeteilt. Der eine schneidet die Hecken, der andere kocht das Obst ein, und Matthijs Smits selbst ist für die Farbkonzepte verantwortlich.

„Oranje, Orange mögen wir alle gar nicht. Auch wenn man damit tolle Farbkompositionen entwerfen kann: In den Garten hinterm Haus kommt mir das nicht, Orange ist viel zu dominant!“ Und so säumt die feurige Mischung aus orangefarbenen Tulpen ‘Orange Princess’ und ‘Prinses Irene’, roten Greigii-Tulpen ‘Rob Verlinden’ und dunklen Triumph- Tulpen ‘Jan Reus’ nur die Hecke zum Vorgarten. Die weiße, mehrblütige Engelstränen-Narzisse ‘Thalia’ („Die schönste Narzisse, die es gibt!“) sorgt für etwas Ruhe und Eleganz in dem bunten Tohuwabohu.        

» Kunterbunter Frühling

Mit Zwiebelblumen gestalten     

Überhaupt spielen die Narzissen eine große Rolle im Garten, auch wegen der Wühlmäuse. „Wenn wir viele Narzissen untermischen, fällt es nicht so sehr auf, wenn die Mäuse sich wieder über die Tulpen hermachen. Die Narzissen werden ja stets verschont“,  erklärt er etwas wehmütig.              

Manchmal  allerdings konnten die drei Männer den Appetit der Nager erfolgreich bremsen. Ein Rezept, das hin und wieder Wirkung zeigt: Ins Tulpen-Pflanzloch Kaffee geben, dann Erde und Blumenzwiebel einfüllen und obendrauf eine Mulchschicht aus Kakaoschalen. Einige Tulpen werden auch in Töpfen in die Erde gesetzt, die oben zum Schutz vor den Mäusen mit Maschendraht bedeckt sind. Ein ganz schöner Aufwand ist das jedes Jahr. Schließlich wurden die Tulpen nach der Blüte bisher immer rausgenommen und ab Anfang November neue Zwiebeln gepflanzt.

» Sechs erfrischende Gestaltungsideen für Blumenzwiebeln

Experimentierfreude und viel Arbeit

„Nun wollen wir aber mal ein Beet mit Tulpen ausprobieren, die angeblich ausdauernd sind. Da bin ich gespannt! Man wird ja auch nicht jünger, und allein mit dem Schneiden der Hecken sind wir schon gut beschäftigt.“

Der Arbeitsplan ist tatsächlich beeindruckend: Der Buchs bekommt im Mai seinen Schnitt, die Eiben gleich im Mai, Juni und Juli, die Hainbuchen im Juni und Oktober, das für die Niederlande so typische  Lindenspalier im Oktober ...

» Der Duft des Südens
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