Zierlauch

Themen: Zierlauch, Allium
Zierlauch Purple Sensation

Im Mai/Juni, blüht schön purpurn gefärbt Purple Sensation, eine beliebte Sorte.

Ausgerechnet mit dem kleinen gelben, ganz untypischen Gold- Lauch (Allium moly) fing alles an. Er war der erste der großen Zierlauch-Sippe, der um 1560 herum Einzug in unsere Gärten fand. Aus den Pyrenäen war er gekommen und lange, sehr lange, folgte ihm keiner mehr nach. Erst im 20. Jahrhundert wuchs das Sortiment allmählich um die eine oder andere, meist aus innerasiatischen Steppengebieten stammende Art.

Doch in den letzten zwei, drei Jahrzehnten dann plötzlich der Boom. Unzählige neue, zum Teil recht kuriose Sorten strömten auf den Markt. Keine Gartenschau kam mehr ohne sie aus. Zum Glück. Denn so können wir heute aus dem Vollen schöpfen.

Viele Zierlauch-Arten sind nicht nur gestalterisch sehr interessant, sondern auch wertvoll, weil sie die "Blütenlücke"  zwischen den Frühlings- und Sommerblühern auf schöne Weise überbrücken. Wenn gegen Ende Mai und im Juni weniger Pflanzen blühen, haben es Bienen und andere Bestäuber schwerer, Pollen und Nektar zu finden.

Blütenbälle in Violett oder Weiß

Manche Zierlauch-Arten bleiben relativ klein und haben eher locker aufgebaute Blütenstände. Das typische Zierlauch-Image prägen jedoch die langstieligen, meist violett oder auch weiß gefärbten Blütenbälle unterschiedlichster Größe.

Die kleinsten, mit etwa 4 cm Durchmesser, hat der Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon, 80 cm Höhe). Dennoch ist er einer der wertvollsten Zierlauche, denn er bringt außergewöhnlich spät, im Juli/August, mit seinen intensiv bordeauxrot gefärbten Blüten noch einmal richtig Farbe ins Beet.

Früher dran, im Mai/Juni, ist eine ganze Vielzahl schön purpurn gefärbter, etwa einen Meter hoch wachsender Sorten, deren beliebteste nach wie vor ‘Purple Sensation’ ist (Blütendurchmesser etwa 12 cm). Mit ihnen kann man einfach nichts falsch machen. Zu niedrigen, eher späten Stauden wie Lavendel, Ziest oder auch Gräsern ins Beet gepflanzt, thronen sie huldvoll über diesen und sorgen im Frühsommer ganz allein für einen Farbrausch von unglaublicher Fernwirkung.

Mit ebenfalls hochwachsenden, zeitgleich blühenden Pflanzen wie Rosen, Steppenkerzen oder Bart-Iris ergeben sich dagegen spannungsgeladene Kombinationen unterschiedlichster Formen und Farben. Sicher ist: Langweilig wird es nicht mit ihnen. Das gilt umso mehr für den unbestrittenen König unter den Kugelträgern: ‘Globemaster’, dessen hellviolette Blättenbälle Durchmesser von sagenhaften 30 cm erreichen können.

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Tipps zur Beetgestaltung mit Zierlauch

Zierlauch und FingerhutEs gibt demnach nur wenige Regeln, die man im Umgang mit diesen auffallenden, aber doch immer ins Bild passenden Zwiebelgewächsen beachten sollte.

Zum einen: Lassen Sie die langen „Paukenschläger“ nie alleine stehen. So viel Energie sie in die Blütenpracht stecken, so wenig bleibt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für’s Laub. Meist welkt es schon vor oder während der Blüte dahin, darf jedoch keinesfalls abgeschnitten werden. Da hilft nur, geschickt kaschieren. Ein tarnendes Fußvolk sommergrüner Stauden ist daher unverzichtbar. Der Storchschnabel eignet sich zum Beispiel gut dafür, denn er wirkt nicht zu dominant und verdeckt wirkungsvoll die vrgilbenden Blätter.

Zum anderen: Je kleiner der Blütendurchmesser, desto mehr Lauchpflanzen sollten Sie ins Beet setzen. Ein einziger kleiner Kugel-Lauch würde völlig verloren wirken. Ein ‘Globemaster’ dagegen kommt in Exklusivstellung vielleicht am besten zur Geltung. Und ganz wichtig: Der Standort sollte unbedingt sonnig und eher trocken sein. Durchlässiger Boden ist das A und O.

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Außergewöhnliche Zierlauch-Arten

Letzteres gilt auch für all die kleineren Arten, unter denen der eingangs erwähnte Gold-Lauch immer noch besonders beliebt ist. Im Steingarten kommen sie am schönsten zur Geltung.

Der Blauzungen-Lauch punktet hier neben seiner ungewöhnlich frühen Blütezeit (April/Mai) vor allem durch sein langlebiges, attraktives Laub.

Die ungezählten Einzelblütchen, aus denen sich die 25 cm durchmessenden, amethystfarbenen Bälle des Sternkugel-Lauchs (Allium christophii, 50 cm Höhe) zusammensetzen, lassen sich vor dem schlichten Hintergrund aus Stein einfach am besten betrachten. Auch nach der Blüte ist sein Samenstand noch bis weit in den Herbst hinein eine Zier. Zudem sorgt die Selbstaussaat für eine natürliche, jedoch nie lästig werdende Selbsterhaltung der Art.

Wer seinen Garten nun auch um den einen oder anderen Paukenschläger bereichern möchte, tut dies am besten im September/Oktober zur idealen Pflanzzeit. Für die ganz Eiligen haben gute Staudengärtnereien aber immer auch ein paar vorgezogene Exemplare im Töpfchen parat.

Kerstin Ackermann

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Besonderheiten im Sortiment

Typische purpurviolette Sorten wie ‘Purple Sensation’ prägen das Allium-Image. Doch die große Lauch-Gattung hat noch einiges mehr zu bieten:

In edlem Bordeauxrot blüht im Juni und Juli die wohl dunkelste aller Zierlauch-Arten: Allium atropurpureum. Die zuweilen auch als Granat-Kugellauch bezeichnete, etwa 80 cm hohe Pflanze ist ursprünglich in Südeuropa heimisch. Am vollsonnigen, sommertrockenen Standort sehr schön zu goldgelber Schafgarbe.

Fröhlich gelb setzt der 30 cm hohe Gold-Lauch (Allium moly ‘Jeannine’) im Steingarten Akzente. Im Gegensatz zu den meisten anderen Laucharten präsentiert er zeitgleich zur Blüte attraktives, bläulichgrünes Laub. Völlig anspruchslos und sehr gut zum Verwildern geeignet.

Der Sichelblättrige Lauch - Allium falcifolium - ist bisher selten zu sehen und kaum bekannt. Er bildet im Mai/Juni lockere, halbkugelige Blütenstände in leuchtendem Violett. Weil er nur 10 bis 15 cm hoch wird, eignet er sich auch gut für die Kultur in Töpfen.

Sein klares Himmelblau macht den Blau-Lauch oder Sibirischen Enzian-Lauch (Allium caeruleum) so einzigartig. Mit einer Höhe von 40 bis 60 cm passt er gut in den Steingarten, wo sein etwas struppiges Laub von Storchschnabel, Katzenminze oder Gold-Oregano verdeckt werden sollte.
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