Winter-Jasmin – Lichtblick im Winter

Winterjasmin

In strahlendem Gelb zeigen sich die Blüten des Winter-Jasmins.

Strahlendes Gelb zählt nicht gerade zum klassischen Farben-Repertoire unserer Gehölze in der kalten Jahreszeit. Umso mehr beeindrucken dann die Blüten des Winter-Jasmins.

Leuchtendgelbe Blütenkaskaden

Vor Jahren auf dem Schulweg machte ich zum ersten Mal seine Bekanntschaft. Besser gesagt, an diesem düsteren Dezembermorgen nahm ich ihn zum ersten Mal wirklich wahr.

Über den Zaun eines Vorgartens hinweg hatte sich die struppig überhängende Kaskade spaghettidünner Triebe mit unzähligen Blüten gespickt und in einen goldenen Sternenregen verwandelt. Sofort war ich hellwach: Das also ist der Winter-Jasmin. Was für eine wunderbar sonnige Erscheinung, zumal zu dieser Jahreszeit!

Fortan spähte ich alljährlich in der Weihnachtszeit zum Zaun hinüber und hielt nach den ersten gelben Lichttupfen Ausschau. Doch nicht immer zeigte sich der Flor so früh so reich.

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In strengen Wintern ließ er oft bis Februar auf sich warten. Bisweilen wagten sich auch nur versprengte Einzelblüten hervor, teils glasig gefroren nach allzu eisiger Nacht. Dieses vage Hoffen aber steigerte nur den Reiz dieser einzigartigen Schönheit. Und mein Entschluss stand fest: Eines Tages würde ich selbst einen Winter-Jasmin im Garten haben.

Von den Berghängen und aus Schluchten Südchinas kam der Strauch 1844 nach Mitteleuropa. Seine strahlend gelben Blüten erinnern an die der Forsythien. Dass er sie mit einer gewissen Unverfrorenheit bar jeden Blätterkleides zur Schau stellt, würdigten die Botaniker mit dem Ehrentitel „Nackedei“. Oder wissenschaftlich korrekt: Nacktblütiger Jasmin (Jasminum nudiflorum).

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Blüten vorm Blattaustrieb und markante Triebe mit grüner Rinde

Eher ungewöhnlich ist auch die grüne Rinde seiner kahlen, vierkantigen Triebe, die damit einen fast immergrünen Eindruck vermitteln. In hohen Bögen hängen sie über und schlagen Wurzeln, wo immer sie auf Boden treffen.

So knüpft der Winter-Jasmin zwar keine ordentliche, ebenmäßige Bodendecke, eher schon ein wirres Dickicht. Doch das ist wie gemacht, um Böschungen und Terrassenhänge locker zu überspinnen. Oder um sich nonchalant mit üppiger Schleppe über eine Mauerkrone zu schwingen, so dass seine biegsamen langen Triebe Kaskaden bilden, die von gelben Blütensternen gekrönt werden.

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Kann sich mehrere Meter in die Höhe hangeln

Besonders reizvoll präsentiert sich der Blütenstrauch aber, wenn er sich anlehnen und an Stützen in die Höhen ziehen kann. Als sogenannter Spreizklimmer besitzt er keine Rankorgane oder schlingt wie „übliche“ Kletterpflanzen, sondern er flicht seine langen Ruten in andere Gehölze oder in Rankhilfen hinein.

Greifen Sie ihm dabei anfangs ein wenig unter die Arme und leiten Sie die Triebe zwischen Spalier- oder Zaunstreben hindurch. Dann hangelt sich der Winter-Jasmin gut und gerne bis drei Meter hoch.

Ein bisschen Geduld ist allerdings gefragt: Nach dem Pflanzen lässt sich der Strauch Zeit, ehe er richtig in Fahrt kommt.

Ach sonst gehört er nicht gerade zu den schnellsten Wachsern. Sollte er dennoch mal über die Stränge schlagen, können Sie ihn nach der Blüte problemlos zurückstutzen. Einzelne Zweige können auch gut während der Blütezeit für die Vase geschnitten werden, als erfrischender Tischschmuck in der an Farbe armen Winterzeit.

In Standortfragen verhält sich der aparte Kletterer anspruchslos. Selbst nährstoffarme und trockene Böden sowie schattige Lagen werden noch toleriert. Stadtklima, Hitze und Wind machen ihm wenig aus. Wer jedoch schon im Dezember Blütengold satt schauen möchte, reserviert ihm ein geschütztes, vollsonniges Plätzchen in Hausnähe.
Saskia Richter

Gut kombiniert noch wirkungsvoller

Am meisten Eindruck machen die leuchtend gelben Jasminblüten vor einem dunklen Hintergrund, z. B. vor Backsteinmauern, Koniferen oder der immergrünen Laubwand des Efeus.

Zumindest der frühe Flor lässt sich aber auch hervorragend mit Fruchtschmuckgehölzen kombinieren, deren Behang lange an den Zweigen haften bleibt: Feuerdorn, Zieräpfel, Stechpalme, Zier-Ebereschen oder, besonders effektvoll, die violette Schönfrucht.

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