Wilde Viola

Bescheiden soll es sein, das Veilchen. Vielleicht, weil es sich am Gehölzrand so tief ins Gebüsch duckt oder sich kaum merklich in feuchten Wiesen zwischen die weichen Moospolster bettet.

Aber sind es nicht vielmehr seine Bewunderer, von denen der blauviolette Frühlingsbote eine gewisse Demut verlangt? Wie weit muss man sich hinabbeugen, um der zarten Schönen ins Auge zu schauen. Doch kein Zweifel: Ihre wilde Anmut ist diese kleine Mühe allemal wert!

Bereits ab März entfaltet das aus dem Mittelmeerraum zugewanderte Duft-Veilchen (Viola odorata) seine winzigen Blüten mit je zwei aufwärts gerichteten Kronblättern, die wie vorwitzige Mauseöhrchen übers Laub lugen.

Veilchen und Stiefmütterchen - eine Unterscheidungshilfe

Ein Merkmal, mit dem sich Veilchen übrigens leicht von den Stiefmütterchen unterscheiden lassen: Bei jenen weisen stets vier der Kronblätter nach oben. Den Duft spendiert die Staude abhängig von Wetter und Tageszeit, dann aber in verschwenderischer Intensität und Süße. Lange zählte sie damit zu den beliebtesten Schnittblumen.

Dicht an dicht bündelte man ihre Blüten zu entzückenden Sträußchen, lediglich umhüllt von einer sattgrünen Krause aus rundlich herzförmigem Veilchenlaub. Für die Treiberei unter Glas wurden sogar besonders langstielige, gefüllte oder großblumige Sorten ausgelesen. Viele sind inzwischen verloren gegangen, nur ‘Königin Charlotte’ ist noch verbreitet anzutreffen.

» Veilchen - charmante Frühblüher

Zierliche Blütenschönheit mit nostalgischem Charme

Doch gerade dieser unkomplizierte Klassiker mit seiner reichen Nachblüte im Herbst hat schon manchen Pflanzenliebhaber vom nostalgischen Charme des Veilchens überzeugt. Und so finden sich heute in einigen Gärtnereien erneut beachtliche Sortimente von Viola odorata, in zahlreichen Blau-Nuancen, in Weiß, Rosa oder hellem Rot.

Einmal angesiedelt, erobern sie über Selbstaussaat und kurze Ausläufer stetig wachsende Areale, knüpfen unter lichten Bäumen, Hecken, Rosensträuchern ihre hübschen niedrigen Polster und gebärden sich dabei gänzlich unerschrocken und zäh. Von Bescheidenheit keine Spur!

» Vorwitzige Zwerge: Filigrane Vorfrühlingsblüher

Bezaubernde Veilchen-Vielfalt

Ebenso vital ist das Pfingst-Veilchen (Viola sororia) und beweist nebenbei hervorragende Qualitäten als kleinflächiger Bodendecker, Lückenfüller im Beet oder Unterpflanzung.

Seit längerem erfreut sich die Sorte ‘Freckles’ größter Beliebtheit: Ihre weißen Blüten sind über und über von violetten „Sommersprossen“ betupft, die bei Aussaat sogar weitervererbt werden. So kann das aparte Veilchen mit den Jahren stattliche Bestände bilden.

In der Distanz verwischen die feinen Sprenkel allerdings zusehends zu einem zarten Hellblau. Wer die Blüten-Kunstwerke dann genauer betrachten möchte, muss sich abermals bücken – oder pflanzt einfach ein paar Exemplare auf Augenhöhe in Gefäße.

Garantiert nicht zu übersehen ist das makellose Weiß der Sorte ‘Albiflora’, wenn es als dicht gewobener Lichtteppich aus schattigen Gartenwinkeln hervorstrahlt. Und auch die kräftig rubinrote ‘Rubra’ entwickelt auf die Ferne eine Wirkung, die man einem schlichten Veilchen kaum zugetraut hätte.

Einige Violen sind in Farbe oder Zeichnung zudem so außergewöhnlich, dass kein Sammler ungerührt an ihnen vorbeikommt, etwa die rotviolett geaderte Hybride ‘Alice Witter’ und die hellgelb blühende Viola sulphurea ‘Vanilla’. Oder könnten Sie solch geballtem Liebreiz widerstehen?

Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr