Was blüht denn da? Frühstarter!

Sternmagnolie im Garten

Die Sternmagnolie ist als früheste Magnolie ein außergewöhnlicher Blickfang. Doch auch einige andere Gehölze öffnen schon zeitig ihre Blüten.

Haben Sie sich gerade wieder einmal dabei ertappt, wie Sie durch den Garten schlendern, die Augenfest auf den Boden geheftet, um auch ja keine der noch zaghaften Blüten zu übersehen? Schauen Sie auch einmal, was sich da Schönes auf Augenhöhe abspielt, es gibt eine ganze Reihe verführerischer Sträucher zu entdecken.

Auch manches wenig bekannte Gehölz öffnet schon früh seine Blüten, wie der seltene Perlschweif, Stachyurus  praecox. Er ist allerdings etwas frostempfindlich.

Die Farbe des Frühlings ist Gelb. Unübersehbar. Doch es ist ein ganz zartes, helles, zitroniges Gelb, weit weg vom satten Gelb des Spätsommers, das so mancher Gärtnerin nicht behagen will. Und gehört diese heiterste aller Farben nicht ohnehin in diese Zeit, wo man sich nach den wärmenden Sonnenstrahlen sehnt? Die passenden Kontrastfarben, Blau und Violett liefern die kleinen Zwiebelhelden, die wir so eifrig mit unseren Blicken am Boden suchten. Doch zunächst ist unsere Nase gefordert.

» Start ins Gartenjahr

Duftende Blüten

Einer der verkanntesten Zaubersträucher des Vorfrühlings macht mit seinem lieblichen Duft auf sich aufmerksam, Frühlingsahnen verbreitend. Gestatten: Winterduft-Schneeball, Viburnum bodnantense ‘Dawn’. Eben jetzt steht er in voller Blüte, auch wenn er Ende Oktober bereits eine erste Kostprobe an rosaweißen Blütenrispen geliefert hat.

Von überwältigender Statur ist der mannshohe Strauch gerade nicht, ein wenig staksig, steif gar, wirkt er. Dennoch ist er in diesen Wochen der Star. Eigentlich sollte in jedem Garten ein Platz für ihn zu finden sein, und doch: Fehlanzeige in den meisten Gärten. Schade, auch für die Frühaufsteher unter den Bienen.

Hin und wieder gibt es im Gartencenter auch eine weiß blühende Sorte. ‘Hummeltraum’ heißt sie und ist eine nette Ergänzung im Sortiment der Rosa-Blüher. Doch staksig ist in jungen Jahren auch sie. Es tröstet wenig, dass der Strauch im Alter doch noch zu einem malerischen, bogig überhängenden Wuchsfindet.

» Die 10 Jahreszeiten

Frühblüher für Gefäße

Man gibt ihm besser gleich eine lockere Gesellschaft aus verträglichen Stauden und lässt ihn aus einem Teppich von Frühlings-Zwiebelblumen herauswachsen. Und das alles bitte schön gleich am Weg, damit einem der bezaubernde Duft ja nicht entgeht! Gleiches gilt für den Seidelbast, Daphne mezereum, denn dieser seit alters her beliebte Frühblüher bringt seine Blüten nicht bis Nasenhöhe.

Verbeugen wir uns also vor dem nur meterhohen Sträuchlein oder pflanzen ihn gleich im Kübel oder Terrassenbeet, um seinen Duft zu erhaschen. Weil er zu den giftigsten heimischen Sträuchern gehört, ist er allerdings aus vielen Gärten verschwunden. Seine schönen roten Beeren könnten unverständige Kinder gar zu leicht zum Naschen verführen.

» Pflanzen zum Kuscheln

Streichelzarte Blütenkätzchen

Kinderfreundliche Alternativen gibt es allemal: Wie wäre es mit einer Streichelpflanze, einer Kätzchenweide? Am bekanntesten, doch auch etwas steif, ist die auf einen Stamm veredelte Hänge-Kätzchen-Weide, Salix caprea ‘Pendula’. Sie ist das Raumsparmodell, das in jeden Vorgarten passt, das man aber klug platzieren muss, damit es nicht spießig wirkt.

Natürlicher wirkende Weiden im Kleinformat sind die Engadin-Weide, Salix hastata ‘Wehrhahnii’ oder die Schweizer Weide, Salix helvetica, deren Kätzchen ein klein wenig später erblühen. Immer noch früh genug, um Bienen und Hummeln jede Menge heißbegehrten, weil zu der Zeit noch raren, Pollen zu liefern.

Im großen Garten gönnt man sich dennoch lieber die Spitzensorte der Sal-Weide: Salix caprea ‘Silberglanz’. Sie wird bis vier Meterhoch, fast ebenso breit und hat die schnellsten Kätzchen von allen. Oft erscheinen sie schon in der Vorweihnachtszeit, so wird sie in manchen Regionen auch Advent-Weide genannt. Ein paar von den kätzchenbesetzten Zweigen darf man ihr zum festlichen Dekorieren rauben, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Es bleibt immer reichlich Beute für die ersten Bienen übrig. Als weiteres Plus darf gelten, dass diese Weide trockenheitsverträglicher als anderen Weiden-Arten ist.

Sehr zierend sind auch die Kätzchen der Korkenzieher-Hasel an ihren stark gewundenen Zweigen - eine Kostbarkeit, die mit ihrem skurrilen Wuchs auch im Winter auffällt.

» Weidenkätzchen

Sonnengelbe Blüten und Wildfrüchte

Mit ähnlicher Größe, Statur und Ausstrahlung, nur eben im frühlingshaft sonnigen Hellgelb, bewirbt sich allerdings auch die Kornelkirsche, Cornus mas, um die Sympathie des Naturgärtners mit Platz. Entweder – oder? Vielleicht kann man sogar beide haben, denn die Kornelkirsche ist eines der am besten erziehbaren Laubgehölze. Als Bogen über dem Eingang, als Spalierbaum oder Hecke, auf duftige Blütendolden an den zahlreichen Kurztrieben und die feinen Wildfrüchte kann man sich verlassen.

Und jene, die keine Angst vor Goldgelb haben, geben auch unserem Goldglöckchen alias Forsythie, der Frühlings-Zeigerpflanze schlechthin, eine Gartenchance. Schneiden Sie nach alter Gärtnerregel die Rosen, wenn die Forsythie blüht? Doch wo blüht sie heute noch?  

Elke Pirsch


Frühlingsblüher im GartenFlora Shop
Wer auf der Suche nach einem Frühblüher ist, wird vielleicht im GartenFlora Shop fündig. Schöne Blütengehölze sind zum Beispiel das Mandelbäumchen, die Forsythie und der Gefüllte Ranunkelstrauch. Mehr Informationen dazu im GartenFlora Shop.

Wildobst-Special
Die Kornelkirsche: beachtlich früh im Einsatz

Die Kornelkirsche kennen viele als Strauch aus Feld und Flur. Doch gerade im Garten macht das Laubgehölz mit früher Blüte und den leckeren Früchten eine prima Figur.

Wertvoller Pollen- und Nektarspender

Gut bekannt ist die Kornelkirsche, auch Herlitze oder Dirndlstrauch genannt, von Wanderungen. Schon ab Ende Februar zeigen sich die langsam bis fünf Meter Höhe wachsenden Gehölze als gelbe Blütenwolken. Dann ziehen sie nicht nur unsere Blicke auf sich – auch frühe Bienen und Hummeln fliegen auf die Blüten, die wichtigen Nektar und Pollen spenden.

Ihr leuchtender Flor steht im phänologischen Kalender für die Zeit des Vorfrühlings. Ist die Witterung kühl, kann die Blütezeit bis zu vier Wochen anhalten. Diese Schmuckwirkung macht das Gehölz auch so interessant für unsere Gärten: Als frei gewachsenes, knorriges Exemplar gibt die Kornelkirsche dem Garten Charakter. Aber auch Sonderformen wie Fächerspaliere, Säulen, Hochstämme und mehrstämmige Dachformen haben ihren Reiz, besonders für kleine Gärten. Baumschulen bieten schöne Exemplare, denn die Kornelkirsche ist sehr schnittfest.

Anfangs vor konkurrenzstarken Gehölzen schützen

Am Naturstandort behauptet sich Cornus mas als konkurrenzschwaches Gehölz eher auf trockenen, kalkhaltigen Südhängen gegen große Bäume. So gibt es heute noch Vorkommen im Südharz, in der Eifel und an der Mosel. Hält man den anfangs schwach wachsenden Strauch im Garten in den ersten Jahren nach der Pflanzung frei von den Zweigen konkurrierender Nachbargehölze, kann man ihn auch gut mit Weigelie ‘Naomie Campbell’, Deutzie ‘Strawberry Fields’ und Pfeifenstrauch ‘Natchez’ an der Grundstücksgrenze kombinieren.

Auch bei exakten Hecken ist Cornus mas ein Ersatz für Rotbuche, die keine Trockenheit verträgt, oder Liguster ‘Atrovirens’, dessen Laub oft zu dunkel erscheint. Schon die Gärtner im Barock nutzten die leicht zu formierende Pflanze in den Bosketten fürstlicher Anlagen. Heute zeugen dichte Hecken rund um den Berliner Tiergarten von der Trockenheitsverträglichkeit, der Sonnen- und Schattenfestigkeit sowie der Winterhärte der Pflanze.

Verschiedene Blattfarben und Wuchsformen

Spielarten wie die weißbunte ‘Variegata’ sind Schönheiten, die um 1900 große Beachtung fanden, in Vergessenheit gerieten und jetzt wieder von Baumschulen vermehrt werden. Für heiße, sandig-trockene Standorte gibt es kein anderes Gehölz im grün-weißen Look, das so frostfest und zierend ist. Bei Hausbäumen oder Säulenformen eignet sich dagegen die schlanke Sorte ‘Golden Glory’.

Ihren Platz im Garten finden Kornelkirschen besser in Beeten und im Rasen als an Wegen oder auf Platzflächen. Sonst bekommen gerade helle Steinbeläge durch reife Früchte und Vogelkot sehr lästige Flecken. Die gute Fruchtausbeute der Ertragssorten war in den letzten Jahren oftmals der Hauptgrund für eine Neupflanzung. Sie sind selbstfruchtbar, setzen aber bei Pflanzung einer zweiten Kornelkirsche im Umkreis von zehn Metern deutlich besser an.

Neue Ertragssorten vereinen Schönheit und Nutzen

Die Wildform wird zwar schon seit Jahrtausenden als Frucht genutzt, doch erst mit Sorten wie ‘Jolico’ aus Österreich und ihren doppelt so großen Früchten begann der Siegeszug in unsere Obstgärten. Spezialisten wie die polnische Baumschule Carya haben noch mehr Fruchtsorten zusammengetragen. Eine Lieferung ist per Postversand ab Herbst 2018 möglich. Hier gibt es ukrainische Sorten, die doppelt so groß werden und bei Vollreife am Strauch hängen bleiben.

Oder polnische Sorten, die wenig größer sind als ‘Jolico’, dafür aber doppelt so viel Zucker enthalten. Trotz ihres Namens ist die Kornelkirsche nicht mit Süß- oder Sauerkirsche verwandt, sondern gehört zur Familie der Hartriegelgewächse.

Kornelkirschen ernten und verarbeiten

Zur Ernte legt man Vlies oder alte Tischdecken unter den Strauch und schüttelt die Zweige: alles, was abfällt, ist vollreif und kann verarbeitet werden oder landet bei hartgesottenen Wildobstfreunden direkt im Mund. Weil die Früchte nur folgernd reifen, wird alle drei Tage aufgesammelt.

Man friert portionsweise ein, bis genügend Material zum Marmeladekochen zusammen ist. Dreht man die gekochten Früchte durch die Flotte Lotte, spart man sich das umständliche Entkernen. Das dickflüssige Mus kann gut zur Hälfte mit Kirsch- oder Apfelsaft gestreckt werden. Auch das Verarbeiten zu Fruchtwein und das Aufsetzen mit Kandiszucker und Wodka zu Likör ist üblich.

» Rezept: Dirlitzenlikör

Weniger bekannt sind Kornelkirschen als Olivenersatz: Dafür gibt man 500 g unreife, rot-grüne Früchte mit 250 ml Weißweinessig und 250 ml Wasser in einen Topf und fügt 1 TL Salz sowie Lorbeerblatt, Senfkorn, Pfefferkorn, Knoblauch oder Chili nach Geschmack hinzu. Alles aufkochen, fünf Minuten köcheln lassen und heiß in saubere Twist-off-Gläser füllen. Einige Wochen ziehen lassen, die köstlichen Falschen Oliven halten sich mindestens ein Jahr.

Pflanzen Sie doch zeitig im Frühling zwei Sträucher an den sonnigsten Platz im Garten und genießen bei veredelten Sorten schon dieses Jahr die ersten Früchte – wir wünschen guten Appetit!  
Arne Janssen

Tipps und Wissenswertes rund um die Kornelkirsche

Botanische Raritäten Kennen Sie Kornelkirschen mit buntem Laub? Die Sorte ‘Variegata’ war vor 100 Jahren sehr beliebt und bietet sich als prächtiger Solitär am Hauseingang oder im Rasen an. Die gelbe Sorte ‘Aurea’ eignet sich für gemischte Hecken oder vor Hauswänden aus dunkelrotem Klinker. Für beide gilt: Ein sonniger Standort ist erwünscht – je schattiger die Sorten gepflanzt werden, desto blasser wird sonst ihr Farbenspiel über die Saison.

Kleine Kunstwerke Die japanische Gartenkunst ist wieder im Trend, und gerade frostfeste Gehölze wie die Kornelkirsche eignen sich dafür. Ihre Schnittfestigkeit ist dabe eine wichtige Voraussetzung. Bis man ein knorriges Stämmchen erhält, muss man sich jedoch etwas in Geduld üben: Das abgebildete Exemplar mit 45 cm Gesamthöhe brauchte gute 14 Jahre Entwicklungszeit. Die blattlose Krone ist in der Winterzeit eine besondere Zierde auf Balkon und Terrasse (Bonsaischule Enger).

Besondere Schätze wie Kornelkirschen als Fächerspalier, Schirm oder Dachform auf Stamm dienen als Sichtschutz und Hingucker in kleinen Gärten. Einige Baumschulen bieten ein breites Sortiment an. Zu Hause darf man den Schnitt nicht vergessen: Ende März und Ende Juni bringt man die Kostbarkeiten mit scharfer Heckenschere in Form.

Große Exemplare lassen sich gut aufasten – durch das Entfernen der unteren Zweige kommt die schmucke Rinde ans Licht. Den Raum darunter bepflanzt man mit Stauden: Fällt genug Sonne unter die Krone, sind Steppen-Iris oder Steinquendel gut. Für Schatten eignen sich Astilbe, Bergenie und Elfenblume.

Als schlanke Säulen betonen Kornelkirschen Eingänge und Durchwegungen im Frühjahrsgarten mit Narzissen und sparen dabei auch noch Platz. Für strengen Formschnitt ist Cornus mas bestens geeignet: Nach der Blütezeit und um die Sommersonnenwende am 21. Juni kürzt man die Triebe.

Leuchtende Früchte entwickeln sich aus den gelben Blüten, fast schwarz sind die Kornelkirschen erst vollreif. Ertragssorten sind süßer und aromatischer. Bei der Wildform zieht sich schon gern einmal der Mund zusammen.

Sorten mit viel Fruchtertrag Die Massenträger werden mit 2,5–3 m nur halb so hoch wie ihre wilden Schwestern, können aber nach 15 Jahren Erträge von 30 bis sogar 50 kg Früchten bringen – je nach Sorte. Tipp: Vögel lieben die reifen Kornelkirschen. Sichern Sie mit dünnen, grünen Netzen Ihre Ernte. Die Netzenden am Boden knapp umschlagen und mit Latten beschweren, so verheddert sich keine Amsel.
• ‘Schönbrunner Gourmetdirndl’: birnenförmige Frucht, im Vergleich zur Sorte ‘Jolico’ liegt die Reifezeit vier Wochen früher.
• ‘Jolico’: große Frucht, hoher Zuckergehalt, Reifezeit Ende August. Sie ist die meistverkaufte Fruchtsorte am Markt.
• ‘Kasanlaker’: bulgarische Selektion, größere Frucht als ‘Jolico’, drei Wochen spätere Reife

Rezept: Kornelkirschen-Konfitüre mit Birne

1 kg vollreife (!) Kornelkirschen waschen, abtropfen lassen und mit 200 ml Wasser aufkochen und für zirka 5 min kochen lassen.

Alles mit einem Holzlöffel durch ein Sieb streichen oder einfach durch die Flotte Lotte drehen.

600 g gewürfelten Birnen und 500 g Gelierzucker 3:1 unter das Mus mischen (Allein ist das Mus oft zu herb, man nimmt dann Gelierzucker 1:1).

Nach Geschmack Mark und Schale einer 1/2 ausgekratzten Vanillestange, frischen Ingwer in Scheiben oder gemörserte Zimtblüte in einem Teebeutel zufügen, 5 min mitkochen lassen, die Konfitüre heiß in ausgespülte Twist-off-Gläser füllen und verschließen.

» Rezept: Wildobstketchup mit Kornelkirschen
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