Trompetenblume

Amerikanische Trompetenblume

Die Amerikanische Trompetenblume hält auch in unseren Breiten sehr gut aus. Es gibt von ihr eine ganze Reihe schöner Sorten.

Die Trompetenblume, manchmal auch Jasmin- oder Klettertrompete genannt, gedeiht am besten im subtropischen oder mediterranen Klima. Im gemäßigten Deutschland übersteht sie den Winter aber gut, wenn sie an warmen Mauern oder anderen sonnig-warmen Standorten wächst. Die winterhärteste ist die Amerikanische Trompetenblume, Campsis radicans aus Nordamerika. Die wüchsige Pflanze kann über zehn Meter hoch klettern. Bei Sämlingspflanzen dauert es meist einige Jahre, bis man Blüten zwischen den gefiederten Blättern entdeckt. Veredelte Pflanzen sind die bessere Wahl. Die langröhrigen Blüten erscheinen ab Mitte Juli am Ende diesjähriger Triebe.

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Die Chinesische Trompetenblume, Campsis grandiflora, kam erst um 1800 aus Asien zu uns. Sie ist die schönste der Gattung, aber am wenigsten frosthart. Die Blüten sind größer als die von Campsis radicans, außen tief orange bis apricotfarben und innen gelb. Obwohl man ihr nachsagt, sie vertrage keine Temperaturen unter minus 15 Grad, habe ich auch im raueren Osten Deutschlands schon sehr schöne ältere Exemplare entdeckt. Wichtig für das Überwintern ist das gute Ausreifen des Holzes im Herbst. Geben Sie deshalb in der zweiten Jahreshälfte keinen Stickstoffdünger mehr. Im Gegensatz zu ihrer amerikanischen Schwester bildet Campsis grandiflora kaum Haftwurzeln und muss in jedem Fall eine Kletterhilfe bekommen. Campsis x tagliabuana vereint die Schönheit der Asiatischen Trompetenblume mit der Frosthärte der Amerikanischen Art. Sie ist eine Kreuzung aus beiden Arten und steht hinsichtlich der meisten Eigenschaften zwischen den Eltern. Die am häufigsten kultivierte Sorte ‘Mme Galen’ mit sehr großen Blüten klimmt besser als Campsis grandiflora, sollte aber trotzdem eine Kletterhilfe erhalten. Die Pflanze schafft acht Meter Höhe, und Neutriebe von drei Meter Länge sind keine Ausnahme. Zügeln lässt sie sich, indem man sie in nährstoffarmen Boden pflanzt und im zeitigen Frühjahr bis auf wenige Knospen des vorjährigen Holzes zurückschneidet. Die Blütenfülle leidet darunter nicht. Im Gegenteil: Der kräftige Rückschnitt steigert die Blütenfülle, denn die Pflanzen blühen am neuen Holz. Planen Sie ausreichend Platz ein, denn Trompetenblumen sind ziemlich raumgreifend. Sie klettern an Bäumen und Pergolen, noch besser aber eignen sie sich zum Bekleiden von Fassaden und Mauern.

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TrompetenblumeTrompetenblumen sind Sonnenanbeter, sie brauchen volle Sonne, Wärme und Licht. Sie lieben tiefgründige, nährstoffreiche Böden, wachsen aber auch auf leichteren Böden, wo aber regelmäßiges Gießen im Sommer oder Mulchen der Pflanzstelle hilfreich und nötig ist. Gepflanzt wird am besten im Frühling. In den ersten Jahren wird ein kräftiges, verholztes Grundgerüst aufgebaut, dessen jährlich neu gebildete Seitentriebe später die Blüten tragen. Die Triebe lassen sich in jeglicher Form erziehen. Man kann mehrere gleichberechtigte Haupttriebe an Spalierdrähten erziehen oder nur einen Haupttrieb an den Stützen einer Pergola oder an einem Stamm wachsen lassen. Ist das Gerüst aufgebaut, kürzt man jährlich im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb alle vorjährigen Triebe auf drei bis vier Knospen ein. Geben Sie in rauen Lagen Winterschutz. Die Triebe schützt man mit Reisig, die flach streichenden Wurzeln mit einer Laubdecke auf der Pflanzscheibe. In strengen Wintern können vor allem die Vorjahrestriebe zurückfrieren, die Pflanzen treiben aber nach dem Rückschnitt im Frühling wieder durch.
Hans-Roland Müller

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Sicherer Halt für die Wurzelkletterer

Trompetenblumen sind wie Kletterhortensie und Efeu Wurzelkletterer. Sie verfügen über Haftwurzeln, die sich fest mit der Unterlage verbinden. Das funk- tioniert aber nur bei jungen Trieben in der Wachstumsphase. Auf rauem Untergrund benötigen sie keine extra Kletterhilfe. Das Anhaften mit den Haftwurzeln genügt bei den meisten Untergründen jedoch nicht, um die spätere Last der überhängenden Blütentriebe, vor allem bei Wind, zu tragen. Deshalb ist das zusätzliche Aufbinden an Pergola, Rankgitter, Spanndrähten oder anderen Kletterhilfen nützlich.

Extra-Wissen

Wussten Sie ...
... dass der botanische Name Campsis vom griechischen kampsis (= Bogen) kommt, was man auf die gebogene Triebspitze der Blütentriebe oder auf die bogig gekrümmten Staubblätter beziehen kann.
... dass im Südosten der USA, wo Campsis radicans beste Wachstumsbedingungen vorfindet, die wunderschöne Pflanze über Bäume und Telegrafenmasten klettert, mitunter als Störenfried oder als Unkraut angesehen wird. Im gemäßigten und kühleren Deutschland ist dies nicht zu befürchten.
... dass man sich in einer warmen Ecke mit etwas Geduld auch einen kleinen Campsis-Baum erziehen kann. Gestützt durch einen Baumpfahl wird der Haupttrieb immer wieder bis auf eine bestimmte Höhe, zum Beispiel 1,5 m, zurückgeschnitten. Der Stamm wird mit den Jahren immer stärker und es bildet sich ein wulstartig verdickter Kopf (wie bei einer Kopfweide) heraus. Die Triebe müssen jährlich im zeitigen Frühjahr auf wenige Knospen zurückgesetzt werden.

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