Tradition geht den neuen Weg – ein Schweizer und der Rote Apfel

Es gibt wenige Branchen, in denen das Wort Tradition eine so große Rolle spielt wie in der Baumschule. Bei den meisten Baumschulen handelt es sich um Familienbetriebe. Ihre Unternehmer zeichnen sich aus durch große Bodenständigkeit, Geduld, eine gewisse Wetterfestigkeit, Kreativität und einen langen Atem.

Manche werden davon getrieben, neue, bessere Sorten zu züchten oder gar völlig neue Früchte. Markus Kobelt, Besitzer der Baumschule Lubera mit Sitz in Buchs in der Schweiz und auch einem Standort im deutschen Bad Zwischenahn, ist so einer. Obst und Beeren haben es ihm angetan, ihrer Zucht widmet er sich mit großer Leidenschaft und seine Erfolge finden weltweit Beachtung. Zuerst hat er zwar Germanistik studiert, wandte sich dann aber doch - wie er sagt - einer Leidenschaft mit „mehr Boden" zu und studierte Obst- und Weinbau in Wädenswil. 1993 gründete Markus Kobelt zusammen mit seiner Frau Magda die Baumschule Lubera im Schweizer Rheintal.

Fruchtbarer Boden, reichlich Niederschlag und eine gute Verfügbarkeit von Bewässerungswasser charakterisieren die Baumschule am Hochrhein im Kanton St. Gallen. Im Gegensatz zu vielen anderen Baumschulen betreibt Kobelt sein Gewerbe allerdings nicht still und leise. Die Leidenschaft für das Wort ist ihm geblieben, und wenn er nicht züchtet oder sich um den Verkauf kümmert, dann dreht er Videos (www.gartenvideo.com) zu Gartentipps oder schreibt in seinem Blog über das Gärtnern. Kobelt weiß, was seine Kunden wünschen.

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat das Unternehmen viele neue Sorten gezüchtet - übrigens unter ausdrücklichem Verzicht auf gentechnische Verfahren. Auch hier ist Lubera sehr der Tradition verpflichtet und verfolgt ausschließlich den klassischen Weg von Kreuzung und Selektion.

Der erste genießbare rotfleischige Apfel der Welt ist sein auffallendster Züchtungserfolg. Zwanzig Jahre hat der Baumschuler in den roten Apfel investiert, den es mittlerweile in sechs verschiedenen Sorten gibt. Der rote Apfel ist unter dem Namen Redlove® auf dem Markt.

Was treibt einen Baumschuler an, einen roten Apfel zu züchten? „Rotes Fruchtfleisch bei Äpfeln gibt es auch in der Natur", erklärt Kobelt. „Ein Wildapfel aus Zentralasien, Malus sylvestris var. niedzwetzkyana, hat leuchtend rot gefärbtes Fruchtfleisch. Nur, dieser Wildapfel ist nicht genießbar, deswegen spricht man hier auch vom Holzapfel. Wir haben diesen herbsauren Wildapfel so lange mit süßen Sorten gekreuzt, bis schließlich ein rotdurchgefärbter Apfel mit einem ausgewogenen Geschmack entstanden ist." Heute gibt es Redlove in sechs Sommer- und Herbstsorten.

Abgesehen von der außergewöhnlichen Farbe haben die exotisch anmutenden Äpfel aber noch mehr zu bieten. Sie sind nämlich noch gesünder als die Hellen. Ihr Fruchtfleisch ist reich an Anthocyanen, die zu den Antioxidantien gehören und dafür verantwortlich sind, freie Radikale im menschlichen Körper unschädlich zu machen. Dank des roten Farbstoffs werden die aufgeschnittenen Äpfel auch nicht braun, übrigens auch nicht, wenn ihr Saft gepresst wird. Der Apfelsaft aus Redlove hat deswegen ungefähr die Farbe von Cranberry-Saft.

Doch nicht nur die Frucht der roten Äpfel ist ein Hingucker, die Bäume sind es während ihrer Blütezeit auch. Mit dunkelrosa Blüten erinnert der Apfelbaum eher an einen Zierbaum. Je nach Platz gibt es die Sorten aus der Redlove-Serie, die mittlerweile u.a. auch längst in Bad Zwischenahn im norddeutschen Ammerland kultiviert werden, in unterschiedlichen Größen als Spindel- oder Buschbaum, als Halb- oder Hochstamm. Ein weiterer Züchtungsaspekt war, dass die Sorten schon jung tragen und kaum Schnittmaßnahmen erfordern.

Der außen wie innen rote Apfel eignet sich aus verschiedenen Gründen gut für den privaten Hausgarten. Der Baum wächst langsam in einem offenen Habitus, und er ist überhaupt nicht krankheitsanfällig. Gegen Schorf haben Redlove eine genetische Resistenz und Mehltau tritt nur selten auf. Der Baum gedeiht am besten an einem halbschattigen bis sonnigen Platz in humosem, nährstoffreichem Boden.

Die Erfolgsgeschichte von Redlove ist nur eine von vielen. „Lustvoll gärtnern", so das Credo des Baumschulers, ist seine leidenschaftliche Mission. Er unterstützt seine Kunden, wo es nur geht, und er lässt keine Gelegenheit aus, mit seinen Kunden zu kommunizieren. Im Vertrieb verlässt er allerdings die Tradition und geht den neuen Weg. Er setzt auf das Internet und das geht bestens, wie die Zuwachszahlen zeigen. Obstgehölze und Beerensträucher lassen sich gut im Internet vermarkten. Mit umfangreichen Informationen, Bildern und praktischen Tipps - unterstützt von lebendigen Videos mit Ratschlägen direkt aus der Baumschule - überzeugt Kobelt seine Kunden und unterstützt sie mit Rat und Tat. Wer dennoch nicht weiter weiß, der stellt seine Fragen im Netz und erhält eine sachdienliche Antwort direkt vom Fachmann.

Pflanzenbestellungen und weitere Informationen unter: www.lubera.com

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