Sommerzwiebelblumen im Herbst – Tipps für lange Farbenpracht und erfolgreiche Überwinterung

Canna im milden Herbstlicht

Manche Pflanzen aus dem Sortiment der im Sommer blühenden Zwiebelblumen verschönern den Garten bis weit in den Herbst hinein. Das Indische Blumenrohr wäre mit seinen großen, tropisch anmutenden Blättern sogar ohne Blüten sehr dekorativ.

Natürlich mal wieder die Dahlien! Als ob es ohne diese pompösen Platzhirsche im September-Garten nichts zu schauen gäbe! Nun haben Dahlien eben in besonderem Maße das Zeug dazu, die Vorzüge spät blühender Zwiebel- und Knollenpflanzen zu illustrieren. Bringen sie mit ihrem auffälligen, farb- und formgewaltigen Flor doch das notwendige Temperament mit, um in der Fülle des Spätsommers bestehen zu können.

Wenn hohe Astern und Anemonen die Beete bauschen, wenn Schleier zarter Gräserrispen die Luft strohgolden tönen und zahlreiche Sommerblumen ihren Zenit erklimmen, dann schlägt auch die große Stunde der Dahlien. Nur zu vertraut wirken sie da mit ihrem bodenständigen Bauerngarten-Charme zwischen all den Stauden und Einjährigen.

Dabei sind die blühfreudigen Knollenpflanzen genauso „exotisch“ und nur temporäre Gäste im Garten, wie die meisten der nachfolgend vorgestellten Arten. Eines aber ist gewiss: Ohne die Wucht der Dahlien, Montbretien oder des Indischen Blumenrohrs gelingen Prachtrabatten für die zweite Sommerhälfte nur halb so wirkungsvoll. Und es gibt wohl kaum ein schlagkräftigeres Argument, mit dem sich dem anschleichenden Herbst Einhalt gebieten ließe – wenn auch nur für ein Weilchen.

» Dahlien aus Köstritz

Dekorative Riesenblätter

Da wäre z. B. das bereits erwähnte Indische Blumenrohr (Canna indica-Hybriden). Allein seine großen, ausladenden Blätter vermitteln Tropenflair, zumal das Laub vieler Sorten attraktiv gefärbt ist, von frischgrün über bronzefarben bis dunkel braunrot, teils auch gestreift. Imposante, bis mannshohe Blütenähren schieben sich daraus empor, in leuchtendem Orange, Gelb, Rot oder Rosa.

Auch wenn der Trend hin zur niedrigen Zwerg-Canna geht, die besser in den Kübel passt – so richtig dschungelartig wird es erst mit den Großen im Sortiment: ‘Black Knight’, ‘Tropicanna’ oder ‘Wyoming’. Sie eignen sich besonders zum Auspflanzen an sonnig-warmer, windgeschützter Stelle auf nahrhaftem, eher feuchtem Boden. Um das lange Warten auf die Blüten zu verkürzen, können ihre dicken Rhizome schon ab März warm und hell im Topf angetrieben werden. Raus geht es dann aber erst nach Mitte Mai.

» Feuerwerk im Herbst

Überwinterung - ja oder nein?

Auch bei den Gladiolen lässt sich der Blütezeitpunkt etwas steuern: durch gestaffeltes Pflanzen. Wer von Ende April bis Ende Juni im Zwei-Wochen-Rhythmus immer neue Knollen nachlegt, genießt die Luxusblüten bis in den September hinein. Allerdings eignen sich diese Spätzünder nur bedingt fürs Überwintern, da sie in ihrer kurzen Vegetationszeit nicht genügend Reservestoffe einlagern können.

Mitunter gar nicht bergen muss man die Knollen der Montbretien (Crocosmia masoniorum, C. x crocosmiiflora). In milden Gegenden dürfen sie durchaus im Boden bleiben, allerdings versehen mit einer dicken Schutzdecke aus Laub und Reisig. Allen voran die feuerrote Sorte ‘Lucifer’, sie gilt als die frosthärteste. Wichtig sind ausreichend (8–10 cm) tiefes Pflanzen im Frühling und ein sonniger, geschützter Platz ohne Winternässe.

» Winterschutz für Stauden

Stauden und Zwiebelblumen kombinieren

Das schmale Laub und die geneigten Blütentrauben in Rot, Orange oder Gelb harmonieren mit Gräsern und vielen Spätsommerstauden aus demselben Farbspektrum: Mädchenauge (Coreopsis), Fackellilie (Kniphofia), Sonnenhut (Rudbeckia), Sonnenbraut (Helenium) ...

Verblüffende Kontraste ergeben sich dagegen mit dem Blau von Eisenhut (Aconitum carmichaelii), Berg-Aster (Aster amellus) oder der Tagblume (Commelina), einer weiteren Knollenschönheit. Ihre Blüten öffnen sich nur für einen Tag, dafür schieben unermüdlich neue nach. Fast so, als wollten sie dem Sommerende die kalte Schulter zeigen. Und wer sich für Dahlien entscheidet, kann farblich aus dem Vollen schöpfen und viele Farbkombinationen ausprobieren.

Blumenzwiebeltipps zum Vormerken

Noch mehr Exotik? Blüten in Gelb, Rosa, Pink, mal gestreift, mal gefleckt, und das alles an einer Pflanze? Die Wunderblume (Mirabilis jalapa) macht’s möglich. Ihre Knospen öffnen sich zwar erst nachmittags, dafür in Massen.

Auch die Tigerblume (Tigridia pavonia) mag es sehr farbenfroh in Rot, Gelb, Rosa oder Weiß mit Wildkatzenmuster. Dagegen übt sich die Sommerhyazinthe (Galtonia candidans) geradezu in Zurückhaltung mit ihren eleganten, weißen, duftenden Glockentürmen, die gut einen Meter hoch werden.

In selten klarem Blau öffnen sich die dreiteiligen Blüten der Tagblume (Commelina tuberosa) – toll für Kombinationen mit gelben oder orangefarbenen Blühpartnern. Das samtige, dunkle Braunrot der Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus) verspricht nicht zu viel: Ihre Blüten duften abends nach Zartbitterschokolade!

Saskia Richter

Praxis-Tipps zur Überwinterung

Im Sommer blühende Blumenzwiebeln vor Kälte und Nässe geschützt überwintern:

Die Speicherorgane der meisten Arten vertragen keinerlei Minusgrade. Dazu zählen Canna, Dahlie, Tag-, Tiger- und Wunderblume sowie Stern-Gladiole. Ihre Knollen daher im Herbst aus dem Boden nehmen, einige Tage abtrocknen lassen, dann in Keller oder frostfreier Garage dunkel und trocken z. B. in Sand einschichten.

Dahlien mögen es hier 5–10 °C kühl, für die meisten anderen sind um die 10 °C ein guter Richtwert. Die Knollen von Montbretie, Schokoladen-Kosmee und Tagblume dürfen dabei nie ganz austrocknen! Eine besondere Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit außerdem bei jenen Arten, die in milden Weinbaulagen im Garten bleiben können. Staunässe schadet ihnen sehr.

Zweigleisig fahren und so auf Nummer sicher gehen

Ist der Standort dagegen gut drainiert, sind Sommerhyazinthe, Montbretie, sogar die Schopflilie mit guten Winterschutzvorkehrungen einen Versuch wert. Wer unsicher ist, fährt zweigleisig und lagert einen Teil der Knollen im Keller ein.

Eine andere Möglichkeit: Sommerblüher in Gefäße pflanzen, so dass sie bequem mitsamt Topf ins Winterquartier umziehen können.

» Der Duft des späten Sommers





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