Klee – Neuheit fürs Staudenbeet

Themen: Klee
Trifolium repens Burgundy

© Christian Gehler

Weiß-Klee wird als Futterpflanze angebaut. Den landwirtschaftlichen Zuchtlinien entspringen immer wieder so hübsche Zufallssämlinge wie die Sorte ‘Burgundy’.

Bald ist es wieder so weit: Mit besten Wünschen verschenken wir zu Silvester ein Töpfchen Glücksklee. Schon die Druiden der alten Kelten sahen in einem vierteilig gefiederten Kleeblatt (so heißt es botanisch korrekt) ein verheißungsvolles Omen. Mühsam suchten sie auf Wiesen und Feldern nach den seltenen Mutationen vom eigentlich dreiblättrigen Weiß-Klee (Trifolium repens). Dass im fernen Mexiko ein Klee wuchs, dessen Blättchen stets zu viert zusammenstehen, ahnten sie nicht. Und vermutlich hätten sie diesen Sauerklee (Oxalis tetraphylla) auch gar nicht als Heilsbringer akzeptiert: Mit dem echten Klee der Gattung Trifolium hat er außer der Blattform so gar nichts gemein. Nichtsdestotrotz wird der Mexikaner seit etwa 1920 im großen Stil bei uns angebaut und als „Glücksklee“ gehandelt. Er ist sonnenhungrig und frostempfindlich und damit gut für Fensterbrett und Wintergarten geeignet. Für den Garten empfiehlt sich der bei uns heimische, frostharte Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella). Er ist zwar nicht vierblättrig, beglückt aber durch andere Eigenschaften. So zaubert er, einen feuchten Boden vorausgesetzt, selbst in tiefsten Schatten einen lindgrünen, etwa zehn Zentimeter hohen Blattteppich. Von April bis Juni zeigen sich weiße Glockenblüten, sein Laub schmeckt lecker nach Sauerampfer (in Maßen verzehren!). Und wenn Sie kräftig mit dem Fuß aufstampfen (oder die Dämmerung abwarten) falten sich seine Blättchen wie kleine Regenschirme zusammen.

» Blatt und Blüte: Gartendisteln

Zwischen den höherwüchsigen Stauden im Beet können sich die Vertreter des echten Klees behaupten. Der herrliche Purpur-Klee (Trifolium rubens) wird bis zu 70 Zentimeter hoch und schmückt sich von Juni bis August mit karminroten Blütenzapfen. Ebenso wie der Blassgelbe Klee (T. ochroleucon) ist er eine echte Rarität unserer einheimischen Wiesen-Flora. Fast noch seltener aber ist er (bisher) in unseren Gärten anzutreffen. Dabei gedeiht der Stickstoff-Selbstversorger auf beinahe jedem Standort, solange er nicht staunass steht und etwas Sonne bekommt. Zudem bildet er keine Ausläufer, wie es etwa von dem im Rasen geächteten Weiß-Klee (T. repens) bekannt ist. Von diesem gibt es einige hübsche, buntlaubige Blattschmucksorten, die nur selten im Handel sind. In unserem GartenFlora-Shop können wir Ihnen immerhin Saatgut von ‘Burgundy’ und Co. anbieten. Diese Sorten bilden recht oft vierteilig gefiederte Blätter. Doch auch wer – nach Druiden-Art – beim wilden Weiß-Klee sein Glück suchen will, sollte fündig werden. Die im Internet kursierende Wahrscheinlichkeit von 1:10.000 dürfte um das Zehnfache zu hoch gegriffen sein. Und: Wem Fortuna besonders hold ist, der kann sogar potenziertes Glück auf einem Stängel finden. Bisher behauptet ein 56-blättriges Klee-Exemplar seinen Platz im Guinnessbuch der Rekorde...
Kerstin Ackermann

Sauerklee fürs Fensterbrett, dazu Saatgut von blattschmückendem Weiß-Klee und von Gründüngern erhalten Sie im GartenFlora-Shop.

Glücksklee

Oxalis_tetraphylla / copyright: istockphotoSchon kurz nach dem Jahreswechsel werden Glücksklee-Töpfchen meist entsorgt. Schade, denn die Pflanzen sind mehrjährig! Glücksklee (O. tetraphylla) möchte ebenso wie weitere Oxalis-Arten sehr hell stehen. In Wintergarten und Gewächshaus sind die frostempfindlichen Südländer immergrün und sogar als Bodendecker geeignet. Im Winter sollte es allerdings nicht zu warm sein, fünf bis maximal 15 Grad sind dann optimal. Auch als Balkonpflanze im Topf, sogar für den Vordergrund des Blumenbeets eignen sich die Pflanzen. Im Herbst ziehen die Blätter ein. Die Rhizome werden dann, wie Dahlien in feuchten Sand gebettet, im frostfreien Keller überwintert.

Das Laub aller Oxalis-Arten schmeckt wie Sauerampfer, sollte aber wegen des hohen Oxalsäuregehalts nicht übermäßig genossen werden. Die Rhizome enthalten viel weniger Säure und schmecken mild. Die besonders dicken Knollen des Peruanischen Sauerklees (O. tuberosa) können ab März an einem eher kühlen, feuchten Standort gesetzt werden.

» Gartenpraxis: Gründüngung

Echter Klee als Gründünger

Hülsenfrüchtler (dazu gehören alle Trifolium- und Melilotus-Arten) leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Diese wandeln Luft-Stickstoff in pflanzenverfügbares Ammonium um, so dass die Pflanze zum Stickstoff-Selbstversorger wird. Die Bakterien leben in knöllchenartigen Wurzelverdickungen. Generell sind daher alle Kleearten wertvolle Gründünger und liefern dem Boden bis zu 20 Gramm pro Quadratmeter Stickstoff. Sie werden von Frühjahr bis Herbst ausgesät und nach einer Überwinterung umgebrochen. Da zum Beispiel Weiß-Klee durch Ausläufer lästig werden kann, werden vor allem kurzlebiger Inkarnat- und Steinklee genutzt.

» Übersicht: Diese Pflanzen eignen sich für eine Gründüngung

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