Kapuzinerkresse – feuriger Besuch aus Südamerika

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse sieht besonders schön aus, wenn es in Hochbeete oder Ampeln gepflanzt wird und die langen, blütenbesetzten Triebe herabhängen können.

Temperamentvoll erobert sie im Spätsommer Garten, Terrasse und Balkon: die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus). Im August hat die einjährige Sommerblume mit den kräftigen Farben Hochsaison. Täglich öffnet sie neue Blüten. Die Pflanze aus Peru ist so einzigartig, dass sie eine eigene Pflanzenfamilie hat, die Tropaeolaceae. Ihre fast runden, schildförmigen Blätter mit dem zentralen Blattstiel sind, ähnlich wie die Blätter von Lotusblumen, mit einer feinen Wachsschicht überzogen. Hier perlt das Wasser tropfenförmig ab. Das lässt sich besonders gut nach einem Gießgang oder einem Regenguss beobachten.

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Kapuzinerkresse Salmon BabyIhr deutscher Name bezieht sich auf die Form der Blüten, die an die Kapuzen der Mönche erinnert. Dabei bilden drei der Kelchblätter auf der Blütenrückseite einen gekrümmten Sporn, der süßlich-scharfen Nektar enthält. Darüber machen sich gern Hummeln her, die tief in das bewimperte Blüteninnere krabbeln und dabei die Bestäubung sichern. Klassisch erstrahlen die samtweichen, leicht trichterförmigen Blüten in Gelb-, Orange- und Rottönen. Die Sorte ‘Black Velvet’ ist mit ihren dunkelroten bis hin zu fast schwarzen Blüten etwas Besonderes. Inzwischen gibt es auch Züchtungen in Cremeweiß (‘Milkmaid’), in Lachs (‘Salmon Baby’, s. Bild) oder Farbmischungen wie ‘Ebony & Ivory’. Die Blüten können sowohl einfarbig als auch mit einer auffälligen Zeichnung versehen sein wie bei ‘Lady Bird’ oder ‘Strawberry Ice’. Eine doppelte Blütenkrone zeigen die ‘Whirlybird’-Sorten. Panaschierte Blätter bietet die Mischung ‘Tip Top Alaska’.

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Mal kletternd, mal kompakt

Kapuzinerkresse BlattDie Kapuzinerkresse kam bereits im 17. Jahrhundert mit holländischen Seefahrern aus Südamerika nach Europa, wo sie zuerst in Klostergärten, später auch in Bauerngärten ein Zuhause fand. Heute gehört sie zum Standardsortiment der Einjährigen für den Garten. Die Pflanze bildet meterlange Triebe und kriecht so über den Boden, rankt sich an Klettergerüsten empor oder hängt malerisch über Mauern. Die neueren Sorten wachsen kompakter und bilden eher kleine Büsche mit leicht überhängendem Wuchs. Das macht sie auch zu begehrten Ampelpflanzen. Achten Sie beim Saatgutkauf auf Hinweise, um welche Wuchsform es sich handelt. Außer der bekannten Garten-Kapuzinerkresse gibt es noch rund 90 verschiedene andere Arten, von denen die Kanarische Kresse (Tropaeolum peregrinum) als Kletterpflanze mit zarten, zitronengelben Blüten bei uns Liebhaber findet. Die ebenfalls einjährige Sommerblume bildet bis zu fünf Meter lange Triebe.

Lieber nicht verpflanzen!

Kapuzinerkresse Strawberry IceDie Kapuzinerkresse mag es warm und nicht zu sonnig mit einer humusreichen, lockeren Erde. Sie braucht viel Wasser und gelegentlich Dünger. Düngen Sie aber nicht zu viel und nicht zu stickstoffhaltig, sonst wachsen nur Blätter, kaum Blüten. Knipsen Sie Verblühtes aus, damit die Pflanze neue Blüten bildet. Erst im Spätsommer sollten Sie einige Samenstände für neues Saatgut ausreifen lassen. Die Aussaat selbst ist leicht. Kapuzinerkresse möchte nicht verpflanzt, sondern im Mai an Ort und Stelle gesät werden. Dazu die Samen etwa 2 cm dick mit Erde bedecken. Sie keimen bei 15 bis 18 Grad etwa zwei Wochen später. Was Krankheiten und Schädlinge angeht, ist Kapuzinerkresse recht robust. Sie wird aber gern von der Schwarzen Bohnenlaus befallen. Die Läuse sitzen oft dicht gedrängt an den Blattstielen. Erste Hilfe leisten Sie, indem Sie stark befallene Blätter entfernen und vernichten. Im Biogarten wird diese Kresse häufig unter Obstbäume gesät, um Schädlinge wie Ameisen, Blattund Blutläuse vom Weg abzubringen und so von den Bäumen fernzuhalten.
Susanne Nüsslein-Müller

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Kapuzinerkresse als Heilpflanze

Bereits die Inka nutzten die Kapuzinerkresse als Garten- und Heilpflanze, und zwar vor allem als Schmerz- und Wundheilmittel. 2013 wurde sie von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Kapuzinerkresse enthält nicht nur viel Vitamin C. Für die medizinische Wirkung sind ihre Glucosinolate von größerer Bedeutung. Die sind für den scharfen Geschmack verantwortlich und werden bei Einnahme durch Enyzme in Senföle umgewandelt. Sie hemmen die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen und fördern die Durchblutung. Kapuzinerkresse hilft sowohl bei Erkältungskrankheiten als auch bei Blasen- und Niereninfekten. Kombipräparate aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel haben sich besonders bewährt. Medizinforscher hoffen dabei sogar auf eine Wirkung gegen immer häufiger auftretende multiresistente Keime, die sich mit herkömmlichen Antibiotika kaum noch bekämpfen lassen.

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Falsche Kapern

Sowohl Blätter als auch Blüten der Kapuzinerkresse sind essbar. Sie schmecken würzig wie Gartenkresse und passen gut in gemischte oder grüne Salate. Außerdem können die noch geschlossenen Blütenknospen oder die frischen Fruchtansätze in Essig eingelegt als Kapernersatz verwendet werden: Menge nach Bedarf pflücken, kurz in einem Sieb in kochendes Wasser tauchen und dann über Nacht in Salz legen. In ein großes Einmachglas füllen, Weißweinessig oder weißen Balsamico mit einem Lorbeerblatt und ein paar Pfefferkörnern aufkochen und über die falschen Kapern gießen. Einige Tage zugedeckt ziehen lassen, dann erneut aufkochen und in Twist- Off-Gläser füllen, verschließen und kühl aufbewahren. Der Kapernersatz hält sich etwa vier Wochen.
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