Huflattich

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Huflattich

„Ich vertreibe den Husten“ – so wird der botanische Name des Huflattichs gedeutet: Tussilago farfera (umgebildet aus farfugio) stammt aus dem Lateinischen. Foto: fotolia

Die gelben Korbblüten des Huflattichs geben sich bereits ab Februar ein Stelldichein entlang von Straßenböschungen, Sandgruben, Baustellen und Bachufern. Dank seiner bis zu zwei Meter langen, unterirdischen Wurzelausläufer erobert der ausdauernde Pflanzenpionier wechselfeuchte, lehmige oder tonige Rohböden. Weil die hufförmigen Blätter erst nach dem Verblühen ab April erscheinen, kommen die Blüten auf den etwa zehn Zentimeter hohen, schuppigen Stängeln besonders gut zur Geltung. Eine willkommene und wichtige Nahrungsquelle für erste Insekten, die von der wärmenden Frühlingssonne aus ihren Winterquartieren gelockt werden. Mehrere seltene Schmetterlingsarten, zum Beispiel der Alpen-Würfeldickkopffalter (Pyrgus cacaliae) und die Große Bodeneule (Rhyacia lucipeta), haben den Huflattich sogar zur Leibspeise für ihre Nachkommenschaft auserkoren. Er dient ihnen als Eiablageplatz, später den Raupen als Futterpflanze. „Ich vertreibe den Husten“ – so wird der botanische Name des Huflattichs gedeutet: Tussilago farfera (umgebildet aus farfugio) stammt aus dem Lateinischen, wo „tussis“ übersetzt Husten und „fugio“ vertreiben oder verscheuchen heißt. Andere Herleitungen vermuten, dass sich der Artname „farfera“ auf das Aussehen der Blattunterseiten bezieht. Wie auch immer – beide Erklärungen beschreiben typische Merkmale und Eigenschaften des frühen Blühers.

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Das alles kann der Huflattich

Die weißfilzigen Blattunterseiten wirken, als seien sie mit Mehl bestäubt. Der Haarfilz soll übermäßige Verdunstungsverluste vermeiden, die durch den Gasaustausch der hier sitzenden „Nasenlöcher“ (Spaltöffnungen) entstehen. Zusammen mit den tiefreichenden Wurzeln meistert das genügsame Gewächs auch längere Durststrecken. Die Heilpflanze enthält Substanzen, die antibakteriell wirken und so Entzündungen bekämpfen können. Schon zu Zeiten der Pflanzenheilkunde Hildegards von Bingen ein probates Mittel! Als Tee getrunken oder als Gurgellösung verabreicht, löst Huflattich festsitzenden Husten und lindert Halsschmerzen. Dioskurides, Plinius und andere griechische Gelehrte des Altertums rieten sogar dazu, aufgerollte Huflattichblätter zu rauchen oder verräuchert zu inhalieren. Die moderne Medizin rät davon ab, da der Rauch die Erkältungsbeschwerden eher verschlimmern als verbessern kann. Huflattich wird aufgrund seiner entzündungshemmenden Inhaltsstoffe bei kleinen Schürfwunden, Hautunreinheiten und Ekzemen eingesetzt. Auch bei trockener (Kopf-)Haut leistet er gute Dienste. Außerdem können seine Pflanzenschleimstoffe und Bitterstoffe bei Verstopfungen, Durchfällen sowie entzündlichen Magen-Darm-Beschwerden helfen.

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Und noch ein „Gutsle“ hält der Tausendsassa bereit: Huflattich kann mit seinem leicht pfeffrigen, herzhaften Geschmack sogar in der Küche punkten! Verzehrt werden die Blüten ebenso wie die frischen Blatttriebe – als Rohkost oder kurz blanchiert. Seine Blätter haben eine Radicchio-Note und sind deshalb eine schmackhafte Salat-Alternative. Als Gemüse kocht man die Triebe kurz auf und würzt mit etwas Salz; besonders lecker zu Kartoffel- oder Reisgerichten. Huflattichblätter eignen sich auch als Wrap, zum Beispiel mit Käse- oder Gemüse-Füllung. Vor übermäßigem Verzehr wird allerdings gewarnt: Neuere Forschungen weisen wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide (PA) auf ein erhöhtes Krebsrisiko hin. Deshalb sollten Sie Huflattich nicht länger als vier bis sechs Wochen im Jahr einnehmen oder in der Küche verwenden.
Karin Wachsmuth

Huflattich-Rezepte

Huflattich-Sirup: 750 ml Wasser zusammen mit 500 g Zucker und 200 g Blüten aufkochen und anschließend abseihen, den Sirup in Flaschen füllen. Bei Husten 1–2 TL Sirup pur oder in Tee einnehmen.

Huflattich-Tee: 1 EL getrocknete Blüten (und evtl. Blätter) mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, 5 Min. ziehen lassen. Den Tee mit Honig oder Fruchtzucker süßen. Der dunkelbraune, wohlschmeckende Tee lindert rasch die Beschwerden.
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