Herbstliche Frucht-Bar

Japanische Aralie mit filigranem Fruchtstand

Japanische Aralie mit filigranem Fruchtstand.

Bäume, Sträucher und krautige Gewächse schmücken sich jetzt mit den "Früchten ihrer Arbeit". Ziel dabei ist es, mit ihren Nachkommen neues Terrain zu erobern – mit Samen in Fruchtständen, aber auch mit Ausläufern und Ablegern. Bei genauerer Betrachtung verraten uns die Früchte, ob sie ihre Samenkinder mit Hilfe von Wind, Wasser oder Tieren auf Reisen schicken. Staunen Sie über die faszinierende Farben- und Formenvielfalt!

» Bilder: Herbstliche Fruchtbar

Samen der Mongolischen Waldrebe verreisen dank ihres fedrigen "Kometenschweifes" mit dem Wind. Windige Gesellen sind auch die pergamentartigen, ulmenähnlichen Flügelnüsschen des Lederstrauches und die zapfenartigen Fruchtstände der Hopfenbuche. Ihre Früchte erinnern an weiblichen Hopfen, die Blätter an Hainbuchen, daher ihr Name. Echte Zapfen stehen auf Zweigen der Korea-Tanne, oft schon bei jungen Bäumen. Die geflügelten Samen trägt der Wind fort, übrig bleibt die Zapfen-Spindel. Opulenter treiben es Gewächse mit aufgetriebenem Fruchtschmuck, z. B. die Blasenspiere, ballonartig die Pimpernuss. Bei Fruchtreife öffnet sich die Kapsel und die erbsengroßen Samen fallen zu Boden. Mit farbigen Früchten locken Wildrosen, Zieräpfel oder Ebereschen. Vögel naschen davon und verbreiten so deren Samen.

Die violetten, beerenartigen Steinfrüchte des Liebesperlenstrauches haften bis zum Winter am Strauch, hierzulande finden sich dafür keine Nahrungs-Interessenten. Die flaumigen Kolben des Essigbaumes stehen kerzengleich an den Ästen, mit dem flammendroten Laub bringen sie Herbstfarbe in den Garten. Ihre Steinfrüchte gehen mit Vögeln in die Luft. Exotisch anmutend, aber einheimisch ist das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Die Samen, die orange verpackt aus rosa Kapselfrüchten ragen, sind begehrte Vogelnahrung.
 
» Stauden und Blumengarten: Feuerwerk im Herbst
 
Auch den beerenartigen, kleinen Steinfrüchten der Japanischen Aralie verleiht die Vogelwelt Flügel. Spektakulär sind die blauen "Bohnen" des wärmebedürftigen Blauschotenstrauches, die von September bis Oktober reifen. In China werden sie als Wildfrüchte gesammelt und verzehrt. Ein echter Hingucker ist die Immergrüne Magnolie, aus deren duftenden Riesenblüten eine kuriose, rosa Sammelbalgfrucht entsteht. Zur Reife stehen die Samen igelartig heraus. Krautige Pflanzen schmücken sich oft dezenter. Sonnenlicht fangen die schimmernden Zwischenwände von "Silberlingen" der Mondviole und die begrannten, seidigen Ähren von Gräsern ein.

In transparentes Pink kleiden die Schötchen der Roten Garten-Melde ihre Samen. Die bogig überhängenden Samenstände der Fuchsschwanz- Verwandten halten bis spät ins Jahr. Kleine "Stempelkissen" sitzen in Dolden an der wüchsigen Herbst-Anemone. Im Spätherbst platzen sie auf und die watteartigen Samen werden vom Winde verweht. Dekorativ, aber ausbreitungsfreudig ist die giftige Kermesbeere mit glänzend-schwarzem Fruchtstand am pinkfarbenen Stängel. Filigrane Samenkugeln auf Stelzen lassen Zierlauch-Arten durch die Beete staksen. Ihre grafischen Strukturen verzaubern bis zum Winterbeginn Ihren Garten.
Karin Wachsmuth

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