Haselnüsse aus dem eigenen Garten

Haselmaus auf einem Stamm

Die Haselmaus hält sich gern in Haselsträuchern auf, ist jedoch ein Allesfresser. In Vorbereitung auf den monatelangen Winterschlaf allerdings kommen ihr die fettreichen Samen der Hasel gerade recht.

Die Hasel ist ein Allround-Gehölz für den mittelgroßen Garten: Sie liefert Nüsse zum Knabbern und Backen sowie Konstruktionsholz für allerlei Rankgerüste.

Sie ist anspruchslos und pflegeleicht, und sie ist zudem ein schöner Schattenspender für Sitzplatz oder Kompost.

Wer Haselnüsse pflanzt, tut auch etwas für die heimische Tierwelt. Die Nüsse helfen Hamster, Eichhörnchen und Maus über den Winter, und Vögel finden in den Sträuchern ein Versteck für ihr Nest.

Bienen finden an den unscheinbaren weiblichen Blüten der Hasel zwar keinen Nektar, dafür an den männlichen Blütenkätzchen schon sehr früh im Jahr jede Menge Pollen für ihre Nachzucht.

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Vitaminreich und lecker

Haselnüsse sind mindestens seit der Steinzeit d a s Powerfood für den Winter. Kein Wunder, denn die energiereichen Nusskerne enthalten einen großen Anteil teils mehrfach ungesättigter Fettsäuren – gute Fette also – zudem um die 12 % Eiweiß.

Darüber hinaus enthalten die Nüsse große Mengen an Vitamin E und B-Vitamine und außerdem Mineralien wie Kalium, Magnesium und Phosphor. In Maßen genossen, helfen die Kalorienbomben sogar beim Abnehmen. Sie sind zwar ganzjährig in jeder Backabteilung zu bekommen. Dennoch lohnt es, sie im Garten zu kultivieren. Frisch geerntet schmecken sie nämlich um Klassen besser.


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Vergleichsweise geringer Platzbedarf

Im Gegensatz zu Walnüssen oder Maronen lassen sich Haselsträucher relativ leicht auf Maß halten. Einfach alle drei bis vier Jahre die langen, senkrecht in die Höhe schießenden Stangen sowie überaltertes Fruchtholz herausnehmen. Dann geben sie sich mit gut 3 mal 3 m Standraum zufrieden.

Etwas weniger Platz brauchen auf die Stämme von Baum-Haseln (Corylus colurna) gepfrofte Haselnüsse. Sie wachsen zu charmanten, kleinkronigen Bäumchen heran und lassen sich zudem unterpflanzen.

Anspruchslose Schattenspender

Ab 1,60 m Stammhöhe geben sie gern den kleinen Schattenbaum neben der Terrasse. Ausläufer sind hier kein Problem. Wurzelechte Sträucher dagegen erreichen mit der Zeit durch Bodentriebe an der Basis locker 1,5 m Durchmesser. Beide, Stämmchen und Sträucher, sind anspruchslos und nehmen mit jedem Boden vorlieb. Bestenfalls auf sehr armen Sandböden und in trockenen Sommern benötigen sie gelegentlich einen kräftigen Schluck aus der Wasserleitung. Eine Mulchschicht aus Reifkompost versorgt sie mit allem, was sie brauchen. Ein guter Platz für Haseln ist neben dem Kompost, den die vasenförmigen Gehölze dann wunderbar beschatten.

Lambertsnüsse und Zellernüsse

Es gibt zwei unterschiedliche, allerdings sehr ähnliche Sortengruppen, die Lambertsnüsse und die Zellernüsse. Letztere gehen auf die Gemeine Hasel (Corylus avellana) zurück, die in unseren Wäldern heimisch ist. Sie bilden eirunde, bis breit kegelförmige, manchmal seitlich zusammengedrückte Nüsse.

Die Sorten der Lambertsnuss basieren auf Corylus maxima aus Norditalien. Ihre Früchte zeigen sich langgestreckt, spitz zulaufend, etwas größer und sie sitzen tief in tütenförmigen, zerschlitzten Fruchtbechern. Diese bleiben auch nach der Reife am Strauch hängen und halten die reifen Nüsse fest. Sie müssen gepflückt werden, während die von Zellernüssen von ganz allein zu Boden fallen. Falls nicht: Den Strauch einfach kräftig schütteln.

Gute Sorten für den Garten

Die Zuordnung der Sorten zu der einen oder anderen Art ist nicht immer eindeutig, denn die beiden Arten lassen sich untereinander verkreuzen.

Für den Garten empfehlen sich beispielsweise die Zellernüsse ‘Englische Riesen’ (früh reifend und stark wachsend mit sehr großen, ovalrunden Früchten) oder die sehr stark wachsende ‘Gunslebener Zeller’ mit großen, spät reifenden Früchten. Besonders große Früchte trägt die stark wachsende Sorte ‘Hallesche Riesen’.

Zu den Lambertsnüssen zählt beispielsweise ‘Webbs Preisnuss’. Sie wächst schwach und bildet große, länglich-walzenförmige sowie früh reifende Früchte aus.

Vor einer hellen Hauswand wirken rotlaubige Sorten wie die ‘Rote Zellernuss’ besonders gut. Sie bringt mittelgroße, rundliche Nüsse und zeigt im Frühjahr einen dunkelroten Austrieb, der später etwas vergrünt, während die ‘Rote Lambertsnuss’ ganzjährig in dunkelroter Robe daherkommt. Ihre walzenförmigen Nüsse werden mittelgroß und reifen sehr früh.

Haselnüsse brauchen einen Partner

Apropos Reifezeit: Frühe Sorten sind ab Mitte August genießbar, die spätesten je nach Lage und Witterung im Oktober.

Bitte beachten: Haselnüsse sind Fremdbefruchter. Sie bringen nur dann eine Ernte, wenn ein geeigneter Befruchter in der Nähe steht. Das kann eine andere Sorte sein, und zwar gleichgültig, ob Zellernuss oder Lambertsnuss.

Selbst eine gewöhnliche Hasel oder eine Blut-Hasel (Corylus maxima ‘Purpurea’) kommen in Frage. Auch die Korkenzieher-Hasel kann als Befruchter gepflanzt werden. Die Haselnuss ist ein Windbestäuber und bildet eine ungeheure Anzahl von Pollen. Das sichert die Befruchtung der winzigen weiblichen Blüten.

Bei Platzmangel zwei Sorten geschickt kombinieren

Reicht der Platz nur für einen Strauch, hängen Sie im zeitigen Frühjahr einfach einen blühenden Trieb hinein oder streifen mit ihm über die Zweige.

Oder aber, Sie setzen zur gegenseitigen Befruchtung zwei Sträucher unterschiedlicher Sorten im Abstand von einem Meter. Sie wachsen mit der Zeit zu einem einzigen, etwas größeren Strauch zusammen, der zuverlässig trägt.

Übrigens: Selbst geerntete Haselnüsse, in Stiegen in der Sonne oder auf einem gut durchlüfteten Dachboden getrocknet, halten sich in der Schale bis zu drei Jahre, ohne ranzig zu werden. Aber bis Weihnachten sind die knackigen Nüsse ohnehin alle längst verbraucht, oder? Hans-Roland Müller


Haselnüsse aus Absenkern selbst vermehren

Einen Sämling weiterkultivieren? Besser nicht, denn er wird Jahre benötigen, bis er Früchte trägt. Lieber eine Pflanze kaufen oder selbst einen Absenker ziehen, denn Haselnusssträucher lassen sich durch Absenker leicht sortenrein vermehren.

Dazu im Frühjahr einjährige, biegsame Ruten bogenförmig in eine 15 cm tiefe Grube drücken, fest stecken und lockeres, humoses Erdreich einfüllen. Bis zum Winter haben sich die Absenker bewurzelt, und die Jungpflanzen können abgeschnitten und verpflanzt werden. Allerdings gehen schon mal drei Jahre ins Land, ehe die sie erstmals tragen.


Besonders interessant im Winter: die Korkenzieher-Hasel

Statt der Farben sind es im Winter die Formen, die das Bild des Gartens bestimmen und die Blicke auf sich ziehen. Ungewöhnliche Akzente setzt die Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana `Contorta`). Die Äste und Zweige dieses zwei bis vier Meter hohen Strauches sind – wie der Name schon vermuten lässt – korkenzieherartig gedreht.

Die Korkenzieher-Hasel  eignet sich gut als Blickfang für kleinere Gärten und Innenhöfe und, in einen großen Kübel gepflanzt, auch für größere Balkone oder Terrassen. Der interessante, eigenwillige Wuchs kommt nur im Einzelstand wirklich zur Geltung. Weil die Triebe der Korkenzieher-Hasel so bizarr gedreht sind, werden sie gerne für Trockengestecke und für Vasen verwendet.

Im März, manchmal sogar schon etwas eher, erscheinen lange, dekorative Kätzchen. Die Korkenzieher-Hasel bildet im Laufe des Sommers kleine Nüsse, die wie die Früchte der gewöhnlichen Hasel gegessen werden können. Allerdings erscheinen sie seltener, sind manchmal auch taub und außerdem kleiner. Doch die schönen Ziersträucher eignen sich als Befruchter für andere Nusssorten.

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