Faszinierende Farne

Themen: Farne, Baumfarne
Farne

Kaum eine Pflanzengruppe eignet sich besser für die Bepflanzung schattiger Gartenecken als Farne.

Farne fristen in den meisten Gärten ein Schattendasein. Abgestempelt als grüne Langweiler werden sie in die dunkelste Ecke verbannt oder einfach nur uninspiriert neben den Rhododendron gesetzt. Dabei lässt sich gestalterisch viel mehr aus den Farnen herausholen. Schon allein der wunderschöne Austrieb ihrer Wedel im Frühjahr ist es wert, sich intensiver mit den hübschen Blattschmuckpflanzen zu beschäftigen.

Am richtigen Standort benötigen Farne kaum Pflege. Zudem stehen sie nicht auf dem Speiseplan von Schnecken. Farne sind vor allem aber außerordentlich vielfältig. Kein Wunder, weltweit gibt es mehr als zweihundert Gattungen mit ungefähr zehntausend Arten. Die meisten Farne zählen zu den Waldpflanzen, die sich im leicht feuchten Halbschatten oder Schatten, auf humosen, lockeren Böden wohlfühlen. Im Garten geben Sie den Waldbewohnern am besten einen Platz im lichten Schatten von Gehölzen und Sträuchern.

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Geeignete Schattenspender sind tiefwurzelnde Bäume mit lichten Kronen, beispielsweise Vogelbeere und verschiedene Lärchen-Arten, ebenso kleinere Gehölze wie Zierkirschen und Zieräpfel. Kombinieren Sie Farne mit Blattschmuckstauden wie Funkie (Hosta) und Tafelblatt (Astilboides) oder sorgen Sie mit Blatt- Blüten-Arrangements für Spannung im Beet. Schattenverträgliche Stauden für das Frühjahr sind Leberblümchen (Hepatica), Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) und Schaumblüte (Tiarella). Auch Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Schachbrettblume (Fritillaria meleagris), Waldlilie (Trillium) und Bärlauch (Allium ursinum) passen gut zu Farnen.

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entrollender Farnwedel. Foto: PdMDa die meisten Arten frühestens Ende April austreiben, sind sie ideale Partner für Frühblüher wie Narzissen und Hyazinthen. Denn wenn sich die Frühlingsstars zurückziehen, haben die Farne ihren großen Auftritt. Nach und nach entrollen sie ihre Wedel und erinnern dabei in ihrer Gestalt an einen Bischofsstab oder Geigenkopf – die Lücken im Beet sind dann ganz schnell verschwunden. Auf sehr feuchten Standorten, wie am Gartenteich oder am Bachlauf, kommen die Sumpffarne, beispielsweise der Sumpf-Lappenfarn (Thelypteris palustris), zum Einsatz.

Seine hellgrün leuchtenden Wedel bilden einen schönen Hintergrund für Blütenpflanzen wie die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus). Eine Sonderstellung nehmen die Fels- und Mauerfarne ein. Sie wachsen am Naturstandort auf und in Felsen und kommen mit voller Sonne und zeitweiser Trockenheit gut klar. Für die Natursteinmauer oder den Steingarten eignen sie sich also bestens. Wir empfehlen Ihnen die unkomplizierten Arten Brauner Streifenfarn (Asplenium trichomanes) und Milzfarn (Cetreach officinarum).

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So unterschiedlich die Ansprüche der Farne sind, so vielgestaltig sind sie auch: Mit Klein- und Zwergfarnen können Sie Mauern, Steingärten, Töpfe sowie Baumstümpfe bepflanzen. Oder setzen Sie mit Riesenfarnen, wie dem bis 1,60 Meter hoch und breit werdenden Königsfarn (Osmunda regalis), Akzente im Garten. Sie haben die Wahl zwischen sommergrünen und immergrünen, zwischen trichterförmig, kugelig, abgeflacht oder aufrecht wachsenden Arten mit einfach gefiederten, zweifach bis dreifach gefiederten oder ungefiederten Wedeln, in den unterschiedlichsten Grüntönen. Langweiler sehen anders aus!
Monica Lietzau

Extra-Wissen: Baumfarne

BaumfarnBaumfarne sind imposante Gestalten aus der Urzeit. In den Tropen und Subtropen scheinen sie über sich hinauszuwachsen, die riesigen Verwandten unserer heimischen Farne. Bei den außergewöhnlichen Lebewesen handelt es sich um Baumfarne (Cyatheales). Schon vor 180 Millionen Jahren besiedelten sie die Erde und bildeten ganze Wälder. Einer der bekanntesten Vertreter ist Dicksonia antarctica. Er hat bis zu vier Meter lange Wedel und erreicht Höhen von sechs Metern. Baumfarne werden bei uns auch als Zierpflanzen im Kübel kultiviert. Vielleicht haben Sie einen großen Wintergarten, dann ist so ein Baumfarn doch eine Idee?

Die Extravaganten

Brauner Steifenfarn (Asplenium trichomanes). Der kleine Farn eignet sich perfekt für den beschatteten Steingarten, für Mauerfugen und Baumstümpfe. Er liebt humose, frische bis feuchte Standorte, kommt aber ebenso gut mit Trockenheit klar. Einmal etabliert, verträgt er auch Sonne.

Purpur-Königsfarn (Osmunda regalis ‘Purpurascens’). Mit seinen purpurroten Stielen zieht dieser mächtige Farn alle Blicke auf sich. Wer ihn in den Garten holen möchte, braucht Platz. Er kann locker einen Meter hoch werden.

Glanz-Schildfarn (Polystichum aculeatum). Dieser heimische Farn macht seinem Namen alle Ehre. Bricht die Sonne durch das Geäst, schimmern seine langen Wedel wunderschön im Licht. Er mag am liebsten humusreichen, frischen bis feuchten Boden im lichten Schatten oder Halbschatten.

Hirschzungen-Farn (Phyllitis scolopendrium). Tiefer Schatten, Höhlen und Brunnenschächte reichen dem außergewöhnlichen Farn zum Leben aus. Seine glatten, glänzenden, zungenförmigen Wedel unterscheiden sich auffällig von seinen gefiederten Farn-Verwandten.

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