Duftnessel – Genuss hoch drei

Black Adder ist eine sehr ausdrucksstarke Agastache, die durch intensive Farben begeistert. Neben den violetten Lippenblüten wirken die dunklen Blütenkolben fast schwarz.

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Sie ist keine Diva im Staudenbeet. Oft wird die Duftnessel (Agastache) nur als Begleitstaude für vermeintlich wertvollere Hingucker wie Sonnenhut oder Kugeldistel beworben, ganz genügsam auf dem trockensten Fleckchen im Garten gedeihend. Dabei ist sie durchaus eine Attraktion für sich! Nicht nur, weil sich ihre farbenfrohen Blütenkerzen so bemerkenswert zielstrebig meterhoch gen Himmel schieben. (Angeblich soll sich an ihre standfesten Stängel gar ein Fahrrad lehnen lassen.) Gerade an heißen Tagen verströmen ihre Blüten und Blätter zudem einen würzigen, überaus angenehmen Duft, der mal an Pfefferminze, mal an Anis oder Zitrone erinnert. Ob sie sich dadurch so zuverlässig Krankheiten und Schädlinge vom Leib hält?

Auf jeden Fall blüht und duftet sie von Ende Juni bis in den Oktober hinein zuverlässig und unbeschwert vor sich hin. Und lässt dadurch nicht zuletzt die Herzen der Schmetterlinge höher schlagen. Kein anderes Gewächs, nicht einmal der so gepriesene Schmetterlingsflieder (Buddleja), hat eine solche Anziehungskraft auf die hübschen Falter.

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All diese Vorzüge haben in den letzten Jahren auch Züchter erkannt, und so wächst das Sortiment nun stetig. Gemeinsam ist allen Arten und Sorten der Wunsch nach einem vollsonnigen Standort mit durchlässigem, gerne sandigem, nicht zu nährstoffreichem Boden. Allzu viel Stickstoff regt nämlich das Blattwachstum an – auf Kosten von Blüten und Winterhärte. Womit wir beim wichtigsten Unterscheidungsmerkmal im Duftnesselreich wären. Es gibt zum einen die „kühleren Temperamente“, die bei uns gut durch den Winter kommen. Sie blühen stets violett-blau oder weiß. Zum anderen die „Heißblütigen“, auf die auf Seite 19 eingegangen wird. Die Winterharten stammen aus den gemäßigten Breiten Nordamerikas (A. foeniculum) und aus Korea (A. rugosa). Erstere wird etwa 120 cm hoch, blüht lila und duftet so überzeugend nach Anis, dass sie auch als Anis-Ysop bezeichnet wird. Ihre Blätter ergeben einen köstlichen Tee, passen zu Fisch oder in Salate. Die „Koreaminze“ dagegen verströmt ein kräftiges Minze-Aroma. Ihre schönste blaue Sorte ist wohl ‘Black Adder’, eine hübsche weiße ist ‘Alabaster’. Auch sie sind beliebte Teepflanzen.

Kerstin Ackermann

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Feuerwerk für einen Sommer

Sie leuchten in feurigem Rot (‘Red Fortune’, ‘Raspberry Summer’, ‘Toronjil Morado’), Gelb (‘Sunset Yellow’) oder Orange (‘Acapulco Orange’), in Aprikotfarben (‘Champagne’) und Violett (‘Sangria’): Die „Heißblütigen“ unter den Duftnesseln stammen aus Mexiko oder dem Südwesten der USA und gehören meist zur Art Agastache mexicana. Sie wird auch Lemon-Ysop oder Limonadenpflanze genannt, denn Blätter und Blüten duften und schmecken herrlich nach Zitrone (besonders ‘Toronjil Morado’), oftmals mit leichter Anisnote.

Pürieren Sie fünf Triebspitzen der Duftnessel (ca. 10 cm Länge) mit 80 ml Zitronensaft und 50 g Zucker, geben Sie alles durch ein Sieb und füllen Sie das Ganze mit einem Liter Mineralwasser auf. Fertig ist eine köstliche Limonade. Oder bestreuen Sie Obstsalate und Süßspeisen mit den kunterbunten Blüten. Leider sind die hier genannten Duftnesseln bei uns nicht winterhart, sie blühen aber – im März/April unter Glas gesät und im Mai ausgepflanzt – zuverlässig im ersten Jahr. Eine winterharte Ausnahme ist die violettblühende A. mexicana-Hybride ‘Ayala’. Der gelblaubige Blattschmücker ‘Golden Jubilee’ stammt zwar von A. rugosa ab, ist aber nur bedingt frosthart.

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