Der Farbe auf der Spur

Hagebutten im Eis

Warm anziehen und ab nach draußen, denn auch jetzt gibt es einiges im Garten zu entdecken. Reif, Eis oder Schnee verwandeln die Natur und erschaffen wunderschöne Winterimpressionen.

Sie leuchten uns nicht unbedingt von Weitem entgegen. Doch es gibt sie auch im kalten, dunklen Januar: Bunte Lichtblicke im Garten!

Blüten: Neben der Farbe gibt’s Duft obendrauf

Mit aller Macht stellen sie sich der Kälte und Tristesse ihrer Zeit entgegen: die Winterblüher unter den Sträuchern. Auch wenn ihre Kraft nicht immer reicht, ein wahres Farbfeuerwerk zu zünden: Sie alle blühen doch auffallend lange  – oft viel länger als ihre sommerblühenden Verwandten.

Fast alle untermalen ihren Flor mit großzügigen Duftspenden. So reckt sich der Winter-Schneeball ‘Dawn’ (Viburnum x bodnantense) bis auf 2,5 m Höhe, um seine Vanillewölkchen weit wehen zu lassen. Ein freier Stand kommt ihm dabei sicher zupass, allerdings vertragen seine geöffneten Blüten nur wenige Minusgrade. Er sollte daher vor kalten Ostwinden geschützt stehen, vielleicht im Hintergrund eines Beetes. Hier übernehmen auch andere Akteure das Spiel, wenn sein monatelanger Blütenrausch im April allmählich versiegt.

Mit Kletterpflanzen kombinieren

Auch die Chinesische Winterblüte schätzt einen geschützten Standort, an der Hauswand etwa. Einer Clematis kann ihr im Sommer eher unscheinbarer Habitus eine gute Kletterhilfe sein. Der Winter-Jasmin mit seinen peitschenartigen, etwas wirren Trieben geht zum Beispiel mit dem buntblättrigen Efeu Hedera colchicum gerne die Wände hoch.

Wo der Efeu fehlt, braucht er ein gutes Gerüst. Seinen kahlen Fuß kaschiert dann zum Beispiel eine Mahonie wie die bis 1,5 m hohe ‘Winter Sun’. Die überaus frostharte Zaubernuss ‘Diana’ begeistert dagegen in Einzelstellung am meisten: Sie weiß im Herbst noch einmal mit leuchtend buntem Laub zu punkten.

» Blüten auch im Winter

Rinden: Im Winter haben sie ihren Auftritt

Das Vorurteil, einem kalten, kahlen Winter sei kaum etwas abzugewinnen, können einge Gehölze durchaus widerlegen. Kahl kann richtig schön sein!

Endlich erhalten die Rinden des Zimt-Ahorns (Acer griseum) und der Ahorn-Sorten ‘Viper’ und ‘Phoenix’ die gebührende Aufmerksamkeit, denn eine üppige Blüte im Mai und ein leuchtend rotes bzw. goldgelbes Laubkleid im Herbst können schon mal ablenken. Rund ums Jahr eine Augenweide, sind sie also hervorragende Solisten, mit 4 bzw. 8 m Endhöhe auch in kleineren Gärten.

Deutlich raumgreifender sind da Silber-Weide ‘Britzensis’, die auf gut feuchten Böden locker 15 m Höhe erreicht, und all die buntrindigen Sorten des Hartriegels, neben ‘Sibirica’ auch ‘Kesselringii’ (tiefschwarz) oder ‘Flaviramea’ (gelb).

» Die Rinde - hilfreiches Erkennungsmerkmal

Warum ein Rückschnitt sinnvoll ist

Letztere erreichen zwar kaum über 3 m Höhe, doch neigen ihre überhängenden Triebe dazu, flink Wurzeln zu schlagen und bald große Flächen zu besetzen. Daher ist ein jährlicher radikaler Rückschnitt ratsam. Die kleine Mühe belohnen die frischen Triebe mit umso prächtigerem Farbspiel – das gilt auch für die zuvor erwähnte Silber-Weide.

Keinesfalls unterschlagen werden darf noch die bis 7 m hohe Mahagoni-Kirsche. Sie ist in Gärten und Parks weit verbreitet, doch weder wegen ihrer Früchte noch ihres Flors, mit dem andere Zierkirschen locker mithalten können. Sie verdankt die Aufmerksamkeit, genau, allein ihrer Rinde!

Laub: Wintergrün ist viel mehr als nur grün

Schattenkinder werden sie gerne genannt. Und es stimmt ja auch: Bergenien kommen mit weniger Licht prima zurecht. Ein weithin leuchtendes Rot überzieht ihre Winterblätter allerdings nur dort, wo sie zuvor von reichlich Sonne getroffen wurden. Im tiefen Schatten bleibt selbst das Laub von Bergenie ‘Oeschberg’, ‘Abendglocken’ oder ‘Rote Schwester’ – allesamt Sorten, die für ihren Farbumschwung bekannt sind – größtenteils grün.

Ganz ähnlich läuft es bei anderen bunten Blattschönheiten, den Purpurglöckchen zum Beispiel. Viele ihrer Sorten wie ‘Purple Petticoats’, ‘Molly Bush’, ‘Frosted Violet’ oder ‘Mocha’ sind für ihr ganzjährig farbenprächtiges Laub berühmt. Im tiefen Schatten allerdings: einheitlich grün.

» Mehr Farbe im Winter: Vielfalt in Grün

Das Geheimnis der winterlichen Rotfärbung

Warum das so ist? Nun, für Pflanzenarten, die eher Halbschatten bevorzugen, bedeutet grelles Sonnenlicht Stress. Sie bilden dann Farbstoffe (Anthocyane), die in der Lage sind, intensive, schädigende  UV-Strahlung zu absorbieren. Ein natürlicher Sonnenschutzfaktor  also, der im Schatten entbehrlich wird.

Im Halbschatten treffen wir auch die wohl zartesten Blattschmücker, die Elfenblumen. Unter ihnen gibt es herrliche wintergrüne Schätze – vor allem, wenn man sich unter  den europäischen Arten und ihren Auslesen umschaut. Dazu zählen z. B. Epimedium pinnatum subsp. colchicum, E. pubigerum, E. x perralchicum mit ‘Frohnleiten’ und E. x rubrum.

Im Vergleich zu ihren ostasiatischen Schwestern, die meist sommergrün sind, sind die Europäer viel robuster und trockenheitsverträglicher. Selbst dem Wurzeldruck von Gehölzen halten sie stand. Wie wäre also ein wärmender Elfenblumen-Teppich um den Fuß der orangeroten Mahonie ‘Winter Sun’?

» Epimedium - Elfentanz im Schattenbeet
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