Christ- und Lenzrosen

Themen: Helleborus
Helleborus

Helleborus-Arten sind in allen Teilen ausgesprochen giftig. Der beim Schneiden der Blütenstiele austretende Pflanzensaft kann Hautreizungen verursachen.

Es ist schon eine ganz besondere Pflanze, die sich da zur unwirtlichsten Jahreszeit in ihr Prachtgewand hüllt. Und so lässt sich die Christrose (Helleborus niger) ihre Extravaganz etwas kosten: Ein kalkhaltiger, gut durchlässiger Boden sollte es bitteschön sein, bis Juni ausreichend feucht, danach aber angenehm trocken und warm. Am liebsten im Halbschatten einer Gehölzgruppe, deren Laub stets für eine frische Humusschicht sorgt. Zudem hält sie nicht immer, was ihr Name verspricht und blüht, je nach Witterung und Laune, auch mal erst im Februar. Einzig ihre Sorte ‘Praecox’ scheint den Christus im Namen wirklich ernst zu nehmen. Dennoch: Auch der Wildart sollte eine Chance gewährt werden. An die Schönheit ihrer reinweißen, bis zu acht Zentimeter großen Blütenschalen kommt im tiefsten Winter keine andere Pflanze heran. Zudem bietet ihr immergrünes, ledriges Laub einen willkommenen Farbkontrast zur schneeweißen Landschaft.

» Schöne Blüten auch im Winter

Lenzrose Ruse BlackVöllig genügsam und äußerst zuverlässig gibt sich ihre deutlich weniger mondäne Schwester, die Stinkende Nieswurz (H. foetidus). Ihr zweifellos vorhandener Charme liegt in dem fächerförmigen, dunkelgrün glänzenden Laub und den grünlichgelben, reichlich vorhandenen Glockenblüten begründet. Vor Mauern oder dunklen Gehölzpartien besitzt diese Pflanze eine außerordentliche Fernwirkung, doch gibt sie sich auch als neutraler Hintergrund für zeitgleich blühende Winterlinge und Schneeglöckchen zufrieden. Sie gedeiht beinahe überall – und stinkt übrigens nur, wenn ihr Laub allzu arg malträtiert wird. Die dritte und wohl bekannteste im Bunde ist nun die Lenzrose (Helleborus Orientalis-Hybriden). Als Wildart ursprünglich grünlich blühend, geben ihre Züchtungen mittlerweile das gesamte Farbspiel von Weiß (‘White Lady’), Gelb (‘SP Sally’) über Rosé (‘Pink Lady’) und Dunkelrot (‘SP Rebecca’) bis zu metallischem Purpurbläulich (‘Blue Metallic Lady’) wieder. Dabei sind die genannten Sorten nur ein winziger Bruchteil des umfangreichen Sortimentes, das auch getüpfelte und gefüllte Blüten vorzuweisen hat. Die Lenzrose vereint die Vorzüge beider Schwestern in sich: schön wie die Christrose, anspruchslos wie die Nieswurz. Lediglich mehr Geduld erwartet sie: Je nach Klima erscheinen ihre Blüten mal im Februar, oftmals auch erst ab April.
Kerstin Ackermann

» Schneeglöckchen – sie läuten den Frühling ein

Lenzrosen züchten

Lenzrosen-Sorten lassen sich ungehindert kreuzen – und in den allermeisten Fällen sind die Nachkommen wirklich attraktiv. Ein optimales Versuchsobjekt für den Hobbyzüchter also! Übertragen Sie mit einem feinen Pinsel den Pollen einer Sorte auf die Blüten- narbe einer anderen Sorte. Die zu bestäubende Blüte sollte noch nicht ganz geöffnet und somit noch nicht von Insekten besucht worden sein. Etikettieren Sie die Blüte. Dann heißt es abwarten. Die Samenkapseln sind erntereif, wenn sie durch sanftes Quetschen aufreißen. Die Samen sollten dunkel gefärbt sein. Säen Sie am besten direkt nach der Ernte ins Saatbeet oder in Schalen aus. Die Winterkälte sorgt dafür, dass die Samenruhe gebrochen wird: Im nächsten Frühjahr beginnen die Helleboren zu keimen. Bis zur ersten Blüte vergehen allerdings etwa drei Jahre. Wie sie wohl aussehen wird? Auch wer darauf achtet, nur innerhalb einer Sorte zu bestäuben, darf auf die Nachkommen gespannt sein. Einige werden der Elternsorte ähnlich sehen, andere werden jedoch Merkmale derjenigen Sorten aufweisen, aus denen besagte Elternsorte einst hervorging: Das Erbgut spaltet auf. Eine zuverlässig sortenreine Vermehrung ist daher nur durch Teilung möglich. Ausnahme: Helleborus foetidus, die meist als reine Art im Handel ist.
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