Bienen und Hummeln helfen – mit spätblühenden Gehölzen

Mönchspfeffer bzw. Vitex agnus-castus

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist eine alte Heilpflanze. Seine zierenden Blüten in hellem Violett machen ihn zu einer schönen Bienenweide.

Für Bienen und Hummeln ist der Tisch im Sommer reich gedeckt, doch zum Ende der schönsten Jahreszeit sieht es meist recht spärlich aus: Viele Gärten sind blütenleer!

Vom besonderen Wert der spätblühenden Bäume und Sträucher

Spätblühende Gehölze können die Not der Insekten lindern: Im Vergleich zu Stauden und Sommerblumen bieten sie häufig viel mehr Blütenmasse. Beim schnellwachsenden Bienenbaum verdoppelt sich die Menge der Blüten jährlich allein durch das normale Wachstum.

Wer bei der Gehölzwahl einfache – also ungefüllt blühende – Sorten bevorzugt, wie es Umwelt- und Imkerverbände fordern, hilft Bienen und anderen Insekten. Bei gefüllten Blüten sind die Staubblätter zurückgebildet oder nicht mehr zugänglich und bieten für Bienen und andere bestäubende Insekten keine Nahrung mehr.


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Unterschiedliche Nutzung von Pollen und Nektar

Der Trend zurück zur Natur hat auch in den Rosenbaumschulen Einzug gehalten: „Nektargarten“ heißt eine Kollektion ungefüllter Sorten bei Kordes Rosen, bei Rosen-Tantau „Bienenweide“. Die Rosen bieten vor allem Pollen, weniger Nektar an – daher lassen sich hier auch viele Hummeln blicken.

Eine möglichst breite Mischung im Nahrungsangebot ist das Geheimnis, dann können sich die Insekten passend und vielseitig ernähren. Den zuckerreichen Nektar nutzen sie als persönlichen „Treibstoff“ beim kräftezehrenden Sammelflug, den eiweißreichen Pollen lagern sie hauptsächlich für die Aufzucht der Brut in ihre Waben ein.

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Spätblühende Gehölze für sonnige Standorte

Durch die große Vielfalt der Gehölze ist der Gestaltung im Garten keine Grenze gesetzt. Wir haben die schönsten spätblühenden Exemplare zusammengestellt, die allesamt einen sonnigen Standort im Garten brauchen, der auch trocken und sandig sein darf:

Der Bienenbaum (Tetradium daniellii) gilt bei Imkern mit seiner nektarreichen Blüte von Juli bis Mitte Oktober als beste Spättracht. In dieser Zeit findet die Bruterneuerung der Bienen für das nächste Jahr statt, und dafür brauchen sie viel Nahrung. Der oft mehrstämmige Baum blüht schon als junges Exemplar. Später entwickeln sich hübsche Fruchtstände, die bei Floristen wie Vögeln gleichermaßen beliebt sind.

Ebenfalls beliebt: Henrys Linde (Tilia henryana) wächst langsam auf acht Meter Höhe und ist gut schnittverträglich. Sie blüht bis September als beste Bienenweide mit großen, stark duftenden Blütendolden. Ein weiteres Merkmal sind der bronzefarbene Austrieb und die schmucken, nadelförmigen Zähne am Rand der Blätter – dadurch ist das Ziergehölz aus Zentralchina schnell zum Liebling der Gartendesigner geworden.

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Außergewöhnliche Sträucher

Auch einige große Sträucher gelten als blütenreich und nahrhaft, sind zugleich schöner Blickpunkt in der Gestaltung: Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium miconioides) wurde erst 1980 auf einer Expedition in Zentralchina entdeckt, zeigt exotisches Laub und einen malerischen Wuchs, der jeden Schnitt erübrigt. Nach der Vorblüte im Juni hält die Hauptblüte von August bis November, stets mit einem feinen Jasminduft.

Auffällig ist auch der Sommerflieder ‘Sungold’ (Buddleja weyeriana), der von Juli bis zum ersten Frost sonnengelb blüht. Die Sorte ist zwar sparriger und frostempfindlicher als die üblichen Hybriden von Buddleja davidii in Rosa und Violett.

Sie lohnt aber in einer Gestaltung, in der sie Orange- und Rottöne komplettiert, oder schmückt als Kontrast zum Violett von Bartblume (Caryopteris) oder Blauraute (Perovskia). Im Spätherbst strahlen die Blüten des Sommerflieders ‘Sungold’ für Bienen ein zweites Mal, wenn man die Triebe nach dem ersten Flor kappt.

Viel zu wenig bekannt ist, dass unser heimischer Efeu ein wertvoller Spätblüher für Bienen und Hummeln ist. Seine kleinen, gelbgrünen Blütchen fallen nur wenig auf, bieten aber umso imposantere Mengen Nektar und Pollen bis Mitte Oktober. Wer noch keine alten Pflanzen an Baumveteranen oder Hausfassade hat, pflanzt mit der Altersform ‘Arborescens’ robuste, immergrüne und bodendeckende Sträucher, die schon als junge Pflanzen blühen.

Ach ja – kennen Sie den Buschklee (Lespedeza thunbergii)? Er ist eine Schönheit für Gärtner, die sonst schon (fast) alles haben: Ende August bis in den November leuchten seine farbstarken Schmetterlingsblüten.

Der Strauch hängt elegant von Mauerkronen herunter oder lässt sich als außergewöhnliche Kübelpflanze am Bambusstab aufbinden. Dann bilden seine meterlangen Triebe mit den zierlichen Blütenähren ein Feuerwerk für unsere Augen und ein wahres Festmahl für hungrige Insekten. Arne Janssen

Extra-Tipp: Der Fingerstrauch - lange blühend und hart im Nehmen

Die Fingersträucher (Potentilla) sind ebenfalls späte Blüher, die Abwechslung und Farbe in den Garten bringen und mit ihrer Blütenfülle Mensch und Tier Freude bereiten. Die Sortenvielfalt ist sehr groß und die Pflanzen variieren hinsichtlich Höhe und Blütenfarbe. Die kleinen Sträucher sind anspruchslos, wachsen dichtbuschig und blühen außergewöhnlich lange.

So bringen die zumeist gelbblühenden Fingersträucher noch spät im Gartenjahr erfrischende Lichtreflexe in den Garten. Das Spektrum der Blütenfarben umfasst neben den verschiedensten Gelbtönen auch schönes Rot-Orange, Rosa und reines Weiß. Leuchtendes Weiß bietet zum Beispiel der Fingerstrauch ‘Abbotswood’ (Potentilla fruticosa) an sonnigen Standorten. Alte Exemplare bilden bis Oktober viele Blüten aus.

» Licht an im Herbst

Bienenlieblinge und himmlisches Blau - einfach mal ausprobieren

Eine ganz andere Farbe bringen einige Sorten der Säckelblumen (Ceanothus) und Blaurauten (Perovskia) in den Garten. Sie blühen spät im Jahr in unterschiedlichen Blaunuancen. Diese hübschen und zierlichen Gehölze sind allerdings etwas frostempfindlich, so dass es sinnvoll ist, sich beim Kauf entsprechend beraten zu lassen.

Wunderschön ist auch die Bartblume (Caryopteris clandonensis), von der es verschiedene blaublühende Sorten gibt, die 60 bis 100 cm hoch werden. Sie sind exzellente Bienenweiden, die sich auch für große Gefäße eignen.

Erfrischend und sehr stimmig wirkt zum Beispiel ein großer Kübel bepflanzt mit der Bartblume ‘Heavenly Blue’ als blauer Nahrungsschatz für Insekten, kombiniert mit einer rosablühenden Rose wie ‘The Fairy’ und dem ornamentale Afrikanischen Lampenputzergras ‘Rubrum’ (Pennisetum setaceum).

Die alte Heilpflanze Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist ebenfalls ein Bienenmagnet. Seine hellvioletten Blüten sind wie das Laub eine Zierde. Winterschutz ist ratsam!

» Mönchspfeffer - der Keuschbaum

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Spätblühende kleine Sträucher mit leuchtenden Blütenfarben

Späte Blüher sind nicht nur schön, sondern auch wichtig für Biene & Co.! Zusätzlich zu Stauden können auch Gehölze für eine Herbstblüte im Garten sorgen, zum Beispiel die fast staudenartig wirkenden, reichblühenden Fingersträucher.

Der Fingerstrauch ‘Bella Sol®’ überrascht mit einer außergewöhnlichen Blütenfarbe: Der gedrungen wachsende Strauch zeigt von Juli bis September kleine, orangerote Schalenblüten. Er passt auch bestens in Töpfe und Gefäße. Der Fingerstrauch ‘Bellissima®’ bleibt mit 0,5 bis 1 m Höhe ebenso kompakt und bringt von Juni bis zum Frühherbst unermüdlich pinkfarbene Blüten hervor.

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