Der Garten als Lichtblick in der Krise

Echte Gärtner (Balkongärtner natürlich eingeschlossen) haben stets eine Vision, die sie darin bestärkt, auch lästige Tätigkeiten zu erledigen. Neue Ideen und ein wiedererwachter Tatendrang lassen die Herzen in jedem Frühjahr höherschlagen. Nun kommt noch ein weiterer Aspekt dazu: Wenn selbst die Wiese im Park plötzlich zur Tabuzone wird, ist die Aussicht, die „soziale Distanz“ im ergrünenden Garten zu praktizieren, ein richtiges Privileg, das man nicht genug wertschätzen kann.

Salat und Radieschen
Salat und Radieschen sind für Einsteiger bestens geeignet.
Foto: Pixabay/Anestiev

Die wichtigen Gartenarbeiten gehen in diesen Tagen vielleicht weitaus leichter von der Hand als im Vorjahr. Was aber noch wesentlich bedeutsamer ist: Das Gehirn wird bei den Tätigkeiten – ob einfach oder schwerer – so richtig durchgepustet, der Geist wird frei!

Dies ist also die ideale Zeit, um dem „Unkraut“ mit einer (neu erworbenen) Zen-Mentalität zu begegnen und sich auszumalen, wie das Beet danach aussehen könnte. Vielleicht soll es etwas mehr Gemüse sein?

Und mit diesem Gedanken wäre man ganz sicher nicht allein. Der Selbstversorger-Trend hält laut Markus Kobelt, dem Geschäftsführer von Lubera (einem Online-Gartenshop), schon seit einigen Jahren an – besonders beim Samenverkauf. Jetzt nehme man diese Entwicklung aber noch viel stärker wahr. Während die Verbraucherstimmung nachweislich eingetrübt ist, herrscht derzeit ein regelrechter Nachfrage-Boom bei essbaren Pflanzen aller Art. Auch die Britische „Royal Horticultural Society“ (RHS) berichtete jüngst über einen wahren Ansturm auf Selbstversorger-Seiten im Internet.

Ja, der eigene Garten kann vielfältige Genüsse liefern – und natürlich gibt es immer Neues zu entdecken. Ob nun aus purem Arbeitseifer, dem Wunsch nach Ablenkung oder der Furcht vor einem spärlich ausfallenden Frischkostangebot des Supermarkts: In jedem Fall tut das Werkeln an der frischen Luft gerade unheimlich gut. Auch wenn es nach einer längeren Phase des Stillhaltens zuweilen von Schmerzen begleitet wird.

Für alte Hasen und Gemüse-Einsteiger ist jetzt zum Beispiel die Zeit gekommen, das Beet oder die Pflanzgefäße vorzubereiten. Die GartenFlora hält auch viele Tipps für eine erfolgreiche Aussaat im April bereit.

Und andere Gartenprojekte? Der April ist ein Monat voller Überraschungen – mit unvermeidlichen Regengüssen, gelegentlichem Frost, aber auch einigen wärmeren Tagen. Diese Arbeiten können Sie in den nächsten Wochen mit viel Muße – auch unter widrigen Bedingungen – erledigen:

  • Kletterrosen und Rambler bändigen
  • hungrige Sträucher (Rosen) düngen
  • den Rasen ausbessern
  • Feigenbäume beschneiden
  • Stauden teilen (Sommer- und Herbstblüher)
  • Spät austreibende Ziergräser (z. B. Chinaschilf) zurückschneiden

Und vielleicht kommt ja dieses Jahr noch ein richtiges DIY-(“Do It Yourself”)Projekt dazu?

Die GartenFlora wünscht frohen Mut und ein gutes Gelingen!

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Das sind die Top Themen:

  • Diese Rosen sind ein Traum – Gestaltungsideen aus tollen Gärten
  • Rettet die Gärtnereien! Pflanzenkauf in Corona-Zeiten
  • Wir zeigen Ihnen die besten Hausmittel für starke Pflanzen.
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