Vögel im Winter

Buchfink

Gartenvögel wie den Buchfink kann man besonders im Winter gut beobachten. Fotos: GPP/Welzhofer

Eigentlich ist die Amsel ein scheuer Waldvogel. Das Schwarz der Männchen ist für dort die perfekte Tarnung und lässt sie im Dunkel verschwinden. Nur der orangegelbe Schnabel weckt mitunter noch Aufmerksamkeit. Das Weibchen kann sich mit ihrem braun gesprenkelten Gefieder und dem dunkleren Schnabel noch besser vor Feinden verstecken. Optisch verschmilzt es nahezu mit der Laubspreu auf dem Waldboden, wo es nach Würmern, Larven und Gliedertieren aller Art sucht. Auf den Rasenflächen von Parks und Gärten stechen Amseln in all ihrem Farbkontrast zum hellen Grün weitaus deutlicher hervor. Ganz sicher zur Freude vieler Menschen, die sie so gut beobachten können.

Ähnlich verhält es sich auch mit allen anderen Wildvögeln. Mit ihrem Gefieder sind sie an ihre vielfältigen natürlichen Lebensräume angepasst und die meiste Zeit des Jahres gut getarnt. Anders ist es allerdings im Winter: Wo Buchfink und Grünfink im Gezweige und Laub der Gartengehölze sonst verschwinden, fallen sie nun direkt ins Auge. Und auch scheue Tiere wie Goldammern, Goldhähnchen und Zeisigen, die man während der belaubten Jahreszeit nur sehr selten zu Gesicht bekommt, kann man jetzt entdecken. Das Winterhalbjahr ist daher die beste Gelegenheit, eine "Volkszählung" der im eigenen Garten anzutreffenden Vogelarten durchzuführen. Am ehesten sind die Gefiederten natürlich dort anzutreffen, wo ein Garten reich strukturierte Lebensräume bietet - und natürlich Futterplätze.

Wählerisch beim Futter

Winterfutterplätze im Garten oder auch auf Balkon und Fensterbrett werden dann zu "Wahllokalen" - und die Vögel sind bei der Auswahl des ihnen angebotenen Futters, selbst der Futterstelle, tatsächlich wählerisch. Ihre Nahrung nehmen Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige bevorzugt vom Boden auf. Auch Haus- und Feldsperlinge sowie die Drosseln tun sich damit nicht schwer. Zumeist aber fressen die im Garten vertretenen Singvogelarten aus einem Vogelhäuschen oder Futterautomaten, in dem die Nahrung wettergeschützt bereitgestellt wird. Vielen gefiederten Kletterkünstlern gefällt es aber auch, sich an Knödelspendern oder Gartenschmäusen - das sind eingenetzte Futterstangen - entlang zu hangeln und dabei die Leckereien zu picken. Dabei fällt natürlich immer auch etwas Futter zu Boden - gut für diejenigen, die dort bereits darauf warten.

Vogelfutter. Copyright: GPP/WelzhoferJe nach Vogelart füttert man im Winter am besten Fettfutter oder Mischfutter. Fettfutter ist eine energiereiche Mischung aus großen, weichen, von natürlichem Fett ummantelten Haferflocken, ungeschwefelten Sultaninen, Erdnüssen und Mineralien. Daran laben sich vor allem Weich- und Beerenfresser. Mischfutter enthält zusätzlich gestreifte (nicht etwa minderwertige weiße!) Sonnenblumenkerne. In dieser Rezeptur finden Weich-, Beeren- und Körnerfresser das, was sie brauchen. Wer fettummantelte Haferflocken füttern möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass diese nicht mit Öl, sondern tatsächlich mit unbehandeltem Fett hergestellt wurden. Hier unterscheidet sich das Qualitäts- vom Billigfutter. Behandeltes, so genanntes "raffiniertes" Fett kann von den Vögel nicht hinlänglich verdaut werden.

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So sehr die zwitschernden Gartengäste jetzt das ansonsten stille winterliche Gartenleben durch ihre Lebhaftigkeit bereichern - Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten brauchen sie auch in der kalten Jahreszeit. „Vogelliebhaber sollten bei der Gestaltung ihrer Grünflächen deshalb auch immer an die Tiere denken", rät Christine Welzhofer, die sich für die Welzhofer GmbH im schwäbischen Gessertshausen seit Jahren intensiv mit Gartenvögeln beschäftigt. „Etwa ein Drittel einer Gartenbepflanzung sollte idealerweise aus Nadelgehölzen wie Lebensbaum, Eibe, Scheinzypresse oder Wacholder bestehen. Diese Pflanzen bieten Vögeln im Winter einen sicheren Rückzugsort. Das dichte Immergrün schützt sie außerdem vor rauen Winterwinden und Schneefall."

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Übrigens: Wer durch die Winterfütterung eine möglichst bunte Vogelschar in seinen Garten gelockt hat, dem gelingt es leichter, dass einige gefiederte Freunde dort im Frühjahr ihre Jungen aufziehen. „Am besten sollte man schon im Spätwinter die geeigneten Nistkästen für die jeweiligen Arten aufhängen. Denn: Die Wintergäste sind schon dann auf der Suche nach geeigneten Plätzen, wo sie im Frühling brüten können", so Welzhofer.
Quelle: GPP/Welzhofer


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