Stauden im Schatten - Gehölze erfolgreich unterpflanzen

blühende Herbst-Alpenveilchen

Filigran, aber hart im Nehmen: Ab August schmückt das Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) mit seinen hübschen Blüten halbschattige Plätze. Später bringt es mit seinem dekorativen wintergrünen Blättern Abwechslung in den Garten. Knollenpflanzen gedeihen gut auf trockenerem Boden. (Foto: GMH/Anne Eskuche)

Stauden, die sich im Schatten wohlfühlen, machen ungeliebte Gartenbereiche zu reizvollen, atmosphärischen Blickfängen. Sogar für den trockenen Schatten finden sich interessante Problemlöser.

Schatten ist nicht gleich Schatten

Schattige Standorte können ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. So gibt es zum Beispiel den lichten Schatten unter einem Kirschbaum, wo blühende Wald-Glockenblumen (Campanula latifolia) und Breitblatt-Phlox (Phlox paniculata) heiße Sommertage verschönern und später im Jahr Herbst-Anemonen (Anemone hupehensis) und Eisenhut (Aconitum) leuchten.

Ganz anders das geheimnisvolle Halbdunkel altehrwürdiger Baumbestände, wo zum Beispiel Salomonssiegel (Polygonatum) und Schaublatt (Rodgersia) zusammen mit Farnen, Funkien (Hosta) und Ziergräsern faszinierende Pflanzenkulissen schaffen.

Foto: Frühlingsfrisch - Farne und violettblaue Akelei (Aquilegia) lassen sich von den weißen Blütenwogen des Bärlauchs (Allium ursinum) umspülen. (Foto: GMH/Bettina Banse)

» Pflanztipp für den Gehölzschatten

Spezialisten für den trockenen Schatten

Und dann gibt es noch den trockenen Schatten, und der hat es in sich. Die wirklich dunkle Seite der Macht gewissermaßen, die sich scheinbar jedem Versuch, ihr Leben einzuhauchen, widersetzt.

Gefühlt lauert diese Art des Schattens überall: Im Schlagschatten des Nachbarhauses oder im Vorgarten, wo die hohe Hecke den Regen abhält und auch unter flachwurzelnden Gehölzen wie Birken, Ahorn und Nadelbäumen.

„Vor allem Fichten sind ein echter Härtefall, darunter kann man höchstens noch Oxalis acetosella pflanzen, den Wald-Sauerklee. Ich rate daher in der Regel explizit davon ab, zu viele Nadelgehölze in den Garten zu pflanzen“, so Cornelia Pacalaj von der gartenbaulichen Lehr- und Versuchsanstalt in Erfurt.

Für fast alle anderen Fälle hat sie jedoch gute Nachrichten, denn selbst im trockenen Schatten und unter flachwurzelnden Laubgehölzen lassen sich stimmungsvolle und abwechslungsreiche Staudenpflanzungen anlegen.

Foto: Wie ein Leuchtturm im Asternmeer - Tiefwurzelnde und eher lichte Gehölze wie das Kentucky-Gelbholz (Cladrastis lutea) lassen sich problemlos unterpflanzen. (Foto: GMH/Bettina Banse)

» Im Schatten der Bäume - die Entstehung eines faszinierenden Waldgartens

Schattenstauden mit dekorativen Blättern

Die Gartenbau-Ingenieurin hat verschiedene Staudenmodule für den Schatten mitentwickelt. Sie kennt deshalb die breite Palette geeigneter Stauden und empfiehlt zum Beispiel die schöne Blütenstaude Heuchera villosa var. macrorrhiza, das Zottige Silberglöckchen. Bei dieser aparten Staude erscheinen die namensgebenden Blüten von September bis November über den auffallend limettengrünen, im Winter orangeroten Blättern.

Weil das Zottige Silberglöckchen einen feinen Flaum als Verdunstungsschutz besitzt, verträgt es sommerliche Trockenphasen relativ gut. Auch der Knotige Storchschnabel, Geranium nodosum, ist sehr robust und trockenheitsresistent. Er blüht selbst im trockenen Schatten von Mai bis zum Frost mit rosavioletten Blüten über dem glänzenden Laub.

Ein echter Schattenstar ist auch das himmelblau blühende Kaukasusvergissmeinnicht ‘Jack Frost‘ (Brunnera macrophylla). Die dekorativen Blüten sind allerdings eher ein netter Nebeneffekt. „Was die Blicke viel mehr auf sich zieht, ist das herzförmige Laub mit der silbrig-grünen Blattzeichnung. Das ist charakteristisch für viele Schattenpflanzungen. Sie wirken oft mehr durch ihre abwechslungsreichen Strukturen und attraktives Laub als durch bunte Blüten“, erklärt Pacalaj.

Weiß, Violett und Pastelltöne sind bei den Blütenfarben am häufigsten vertreten. Es gibt einige Ausnahmen wie etwa die Waldsteinie (Waldsteinia) mit goldgelb leuchtenden Blüten und den Gelben Lerchensporn (Pseudofumaria lutea).

Foto: Natürliche Eleganz - Farne sind geradezu ein Muss für absonnige bis schattige Gärten. Es gibt unzählige Spielarten, die viele Pflanzenfans zum Sammeln verführen. (Foto: GMH/Bettina Banse)

Stimmungsvolle Schattenecken

Foto: Dschungel-Feeling im Garten dank stimmungsvoller und dicht mit Stauden und Gräsern bepflanzter Schattenecken. Die kühle Frische unterm Blätterdach und die üppige Vegetation laden (nicht nur) im Sommer zu Entdeckungstouren ein. (Foto: GMH/Bettina Banse)

„Luftig und verspielt, puristisch, elegant, exotisch – grundsätzlich kann man im Schatten ebenso unterschiedliche Stimmungen erzielen wie an sonnigen Standorten, die Pflanzenauswahl ist groß genug“, fasst Cornelia Pacalaj zusammen.

Darüber hinaus lohnt es sich, ein wenig zu experimentieren: „Jeder Standort ist einzigartig und Stauden sind ausgesprochen anpassungsfähig. Was im Nachbargarten gar nicht funktioniert, kann bei mir schon wieder ganz anders aussehen.“

So bieten Schattengärten ebenfalls viele Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu kommt noch eine Ausstrahlung, wie sie nur an einem lichtarmen Standort möglich ist, denn in schattigen Gartenbereichen kann eine ganz besondere, fast magisch anmutende Atmosphäre entstehen.

» Faszinierende Farne



Extra-Tipps für Stauden im trockenen Schatten

Schattenpflanzen: So haben sie die besten Startbedingungen

Foto: Weder Wurzeldruck noch Trockenheit können das Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna) schrecken, solange der Boden im Frühling feucht genug ist. (Foto: GMH/Bettina Banse)

Auch für Extremstandorte im trockenen Gehölzschatten eignen sich deutlich mehr Staudenarten, wenn man sie ein bisschen unterstützt. Cornelia Pacalaj von der gartenbaulichen Lehr- und Versuchsanstalt in Erfurt hat dazu einige Tipps:

• Den Lichteinfall erhöhen, wo es möglich ist, zum Beispiel durch das Fällen überzähliger und ökologisch wenig bedeutsamer Nadelgehölze oder durch gezieltes Aufasten, also das Entfernen der untersten Äste.

• Die Bodenfeuchte erhöhen, etwa mithilfe einer automatisch gesteuerten Tropfbewässerung. Weil direkt in den Wurzelbereich und vorzugsweise nachts gewässert wird, ist der Verbrauch relativ gering.

• Den Boden vorbereiten: Vor dem Pflanzen den Boden so gut es geht lockern. Bei stark durchwurzelten Böden 10 bis 15 cm hoch Pflanzerde aufbringen. Dabei einen 20 cm breiten Ring um den Stamm aussparen, weil einige Gehölze Überschüttungen nicht vertragen.

Dicht pflanzen und/oder mulchen, denn eine geschlossene Pflanzendecke verringert die Verdunstung. Genauso wirkt auch eine drei bis fünf Zentimeter starke Mulchschicht aus Gartenfaser-Staudenmulch, Xylit oder Rindenhumus. (Für Xylit und Rindenhumus wird vorher eine Stickstoff-Ausgleichsdüngung von 70 g pro Quadratmeter empfohlen.)

•  Das Laub einfach liegen lassen. Davon profitieren auch viele kleinere Tiere im Garten.

Quelle: GMH/BdS





Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

ANZEIGE

ANZEIGE

GartenFlora Shop

ANZEIGE

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr