Leidenschaft für Kletterpflanzen

Bei Kletterpflanzen denken die meisten erst einmal an Efeu und Wilden Wein, Gartenfreunde vielleicht auch an Kletterrosen und Clematis. Dabei gibt es neben diesen Hauptarten noch eine Vielzahl an Schling- und Kletterpflanzen, die gerade jetzt im Sommer mit ihrer Farb- und Formenvielfalt, vor allem aber mit ihrem Blütenschmuck auffallen. Und innerhalb dieser Arten gibt es eine Fülle an Varianten, die zu entdecken sich lohnt. Diese Pflanzen erobern die dritte Dimension auf besondere Weise und können mit wenig Standfläche große Wirkung erzielen. Genau das macht sie so interessant für die Verwendung in kleinen Gärten, auf Balkon und Terrasse und überall da, wo Platz knapp und lebendiger Schmuck gewünscht ist.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Kletterpflanzen in Selbstklimmer, die Mauern oder Stämme direkt und ohne fremde Hilfe bewachsen können, und Gerüstkletterer, die auf Kletterhilfen bzw. Rankgerüste angewiesen sind. Welche Kletterpflanze für welche Verwendung geeignet ist, erfährt man am besten von Fachleuten in einer Baumschule. „Dass Kletterpflanzen die Fassade zerstören oder andere Schäden an Gebäuden verursachen, ist ein Gerücht“, sagt Mathias Münster, Inhaber der auf Kletterpflanzen spezialisierten gleichnamigen Baumschule in Altenmoor bei Elmshorn. „Wenn der Putz intakt ist, macht die Kletterpflanze gar nichts kaputt.“ Als problematisch können vielleicht die Haftschalen bzw. Haftwurzelreste angesehen werden, die z.B. Efeu oder Wilder Wein an einer Wand hinterlassen, wenn die Kletterpflanze abgenommen wird, aber auch das kann man vermeiden - mit Beratung bei der Pflanzenauswahl.

Spezialisierte Baumschulen – breite Sortimente

Wohl bemerkt: Schling- und Kletterpflanzen sind nur ein Teil des breiten Sortimentes von Baumschulen und Gartencentern – Gartenbesitzer, vor allem solche mit besonderem Faible für ungewöhnliche und seltene Sorten, können sich darauf verlassen, in den Fachbetrieben fündig zu werden. Das geht nicht ohne Komplettierung des Sortimentes durch Zukauf aus anderen Baumschulen. Neben Kletterpflanzen gilt das zum Beispiel auch für Rosen, Stauden, Bodendecker, Obstgehölze und vieles mehr: Die Produktion erfolgt in spezialisierten Betrieben, die innerhalb dieser Pflanzengruppen eine große Sortimentsbreite erzeugen.

Die Spezialbaumschule Münster hat allein rund 250 verschiedene Clematis im Sortiment, darunter auch viele Wildformen. Zusätzlich aber gibt es mehr als 90 verschiedene Schling- und Kletterpflanzen Arten und Sorten. Der hoch spezialisierte Betrieb arbeitet dabei mit internationalen Partnern zusammen. „Vor allem, was die Sortimentserweiterung um neue Sorten angeht, ist der fachliche Austausch mit Betrieben in England, Polen und Japan wichtig. Wir produzieren etwa 60 - 70.000 Clematispflanzen pro Jahr“, berichtet Mathias Münster stolz, „und versorgen damit gut sortierte Gartencenter und Endverkaufsbetriebe in ganz Deutschland.“ Die Facheinzelhändler der Baumschulen legen großen Wert auf ein differenziertes Pflanzenangebot mit Raritäten in bester Qualität. Mathias Münster: „Unsere Clematispflanzen stehen in 2-Liter-Töpfen und sind an je drei Bambusstäben à 90 cm Höhe aufgebunden. In dieser Qualität brauchen Kletter- und Schlingpflanzen große Sorgfalt beim Transport, in der Präsentation im Fachhandel und schließlich bei der Pflanzung beim Kunden.“

Wissen, was Trumpf ist

Die Entwicklung des Betriebes ist typisch für Baumschulen in Deutschland: Entstanden aus einem landwirtschaftlichen Betrieb hat sich über drei Generationen das besondere Interesse an und die besondere Expertise für Kletterpflanzen entwickelt. Die Baumschule wird bis heute als Familienbetrieb geführt – zwei Meister, vier Auszubildende, zwei Aushilfskräfte. „Ausbildung ist das A und O“, so Mathias Münster, „weil der Bedarf nach qualifizierten Baumschulgärtnern wächst – auch nach solchen mit Spezialwissen.“ Seit Jahren engagiert und zeigt sich der Betrieb auch auf zahlreichen Gartenfestivals, Messen und Ausstellungen. „Bei diesen Veranstaltungen, ganz besonders natürlich im Juli und August, wenn die meisten Clematis blühen, erfahren wir sehr viel über die Wünsche der Kunden, welche Farben und welche Formen beliebt sind, was Gartenbesitzer von ihren Kletterpflanzen erwarten und natürlich auch, welche Probleme sie damit haben.“

Weitere Rückmeldungen aus dem Markt für Kletterpflanzen erhält der Betrieb von seinen Baumschulkollegen: Die Entwicklung der Zahlen aus dem Internethandel, den Baumschulbörsen und den Direktbestellungen anderer Baumschulen zeigen deutlich, dass der Trend zur Dach- und Fassadenbegrünung weiter anhält. „Erfreulicher Weise gibt es auch in Deutschland immer mehr Hortophile, die ganz bestimmte Pflanzen sammeln und nach speziellen Sorten fragen.“

Tipps vom Experten:

• Seit einigen Jahren verstärkt sich die Nachfrage nach schwach wachsenden Kletterpflanzen für die Verwendung im Kübel auf Balkon und Terrasse. Clematis-Sorten wie z.B. ´Justa`, ´Ashva` oder ´Piilu` werden nur anderthalb bis zwei Meter hoch und tragen viele Knospen – perfekt für den Balkon.

• Kletterpflanzen eignen sich nicht nur für die Berankung von Wandflächen und Pergolen, viele sind auch geeignet, in Bäume hineinzuwachsen. Sehr schön sind zum Beispiel verschiedene Clematis-Arten, die an Obstbäume gepflanzt eine zweimalige Blütezeit bescheren.

• Clematis haben keine besonderen Bodenansprüche, wichtig ist nur, dass sie nicht zu nass stehen. Gut ist es, den Wurzelhals, also den Übergang der Wurzel zum Spross, zu schattieren getreu dem Motto: "Kühler Fuß, warmer Kopf".

BdB


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