Hochbeet, Quadratgärtnern, Permakultur – drei Anbaumethoden im Vergleich

Gemüsebeet mit verschiedenen Salaten

Vielfalt im Gemüsegarten - das betrifft nicht nur die unterschiedlichen Sorten, auch die Anbaumethoden können variieren. Foto: Fotolia.com © vulkanismus #189340042

Der Frühling ist nicht mehr weit und es ist höchste Zeit, mit den Planungen für den Garten zu beginnen. Was soll in diesem Jahr an Obst und Gemüse im Garten wachsen? Welche Kräuter sollen es sein? Nicht ganz unwichtig ist dabei auch die große Frage, nach welcher Methode die Pflanzen angebaut werden sollen. Dieser Artikel stellt drei Anbaumethoden und ihre jeweiligen Vorzüge vor.

Hochbeete – mehr Ertrag, weniger Schädlinge und rückenschonend

Hochbeete sind Gartenbeete, die nicht ebenerdig angelegt sind, sondern über dem üblichen Beetniveau. Daher bieten Hochbeete eine angenehme Arbeitshöhe, die den Rücken schont und auch sonst viele vorteilhafte Eigenschaften aufweist: Durch die höhere Position des Beetes, die mit einer Spanne zwischen 25 und 120 Zentimetern angesetzt ist, haben auch Rollstuhlfahrer die Möglichkeit, Gemüse, Obst, Küchenkräuter oder Blumen anzupflanzen. Ansonsten lässt es sich bequem im Sitzen oder im Stehen gärtnern.

Hochbeete müssen zudem nicht zwingend in einem Garten aufgebaut werden, eine Terrasse oder ein Balkon reichen vollkommen aus. Ein Hochbeet ist darum auch für diejenigen interessant, die keinen eigenen Garten zur Verfügung haben.

Dazu kommt, dass Hochbeete leicht zu bewirtschaften sind und im ersten Jahr fast dreimal so hohe Erträge einbringen wie der Anbau in einem normalen Beet. Die höhere Lage begünstigt den Einfall des Sonnenlichts, sodass die Pflanzen mehr Licht bekommen und insgesamt die Temperatur etwas höher ist – ideale Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen.

Ein weiterer Vorteil: die hohe Lage sorgt dafür, dass es für viele Schädlinge schwieriger oder sogar unmöglich wird, das angepflanzte Obst und Gemüse anzufressen und so die Ernte zu beeinträchtigen. Schnecken, die sich ihren Weg nach oben bahnen, können leicht entdeckt und entfernt werden. Ein feinmaschiges Drahtgeflecht am Boden des Hochbeetes verhindert, dass Mäuse und andere Nagetiere zu den Pflanzen gelangen.

Tipps zur Gestaltung eines Hochbeetes

Der Aufbau eines Hochbeetes gestaltet sich folgendermaßen: die Einfassung des Kastens kann aus naturbelassenem Holz, Naturstein, Kunststein (Betonplatten, Ziegelstein etc.), (Well-)Blech oder Kunststoff bestehen. Nach außen hin sollten die Wände stabil genug sein, um dem Erddruck standzuhalten, nach innen hin sollten sie vor Feuchtigkeit geschützt sein.

Zur richtigen Befüllung des Hochbeetes kann man neben herkömmlicher Gartenerde auch Gartenabfälle nutzen wie Gras, Laub, zerkleinerte Äste sowie Überbleibsel nach dem Schnitt von Hecken und Bäumen. So werden sie sinnvoll weiterverwertet und der Nährstoffgehalt im Boden gefördert. Die Materialien werden schichtweise in den Beetkasten eingefüllt. Obendrauf kommt dann die hochwertige Erde.

Die Materialien bleiben über Jahre erhalten, nur die Erde muss jährlich aufgefüllt werden. Nach fünf bis sieben Jahren muss das gesamte Beet entleert und neu befüllt werden. Durch die Verrottung der Materialien verändert sich auch der Nährstoffgehalt im Boden.

Um diesen effizient bis zur Neubefüllung auszunutzen, sollten im ersten Jahr Starkzehrer gepflanzt werden, die zum Wachsen viele Nährstoffe benötigen. Im zweiten Jahr finden Mittelzehrer noch eine gute Basis vor und ab dem dritten Jahr gedeihen im Hochbeet die Schwachzehrer.

Quadratgärtnern – große Vielfalt auf kleinem Raum

In einem sogenannten Quadratgarten werden die Pflanzenreihen des Beetes in ein Raster unterteilt. Die einzelnen Quadrate des Rasters sind jeweils 30x30 oder 40x40 Zentimeter groß, wobei die Abstände leicht umzusetzen sind. Um die Quadrate voneinander abzutrennen, wird das Beet mit einer hölzernen Fassung angelegt.

Die Quadrate bilden zusammen also ein großes Quadrat oder Rechteck, das von Holzbrettern eingefasst ist. Die Gesamtbreite sollte so gewählt werden, dass der Gärtner ohne Probleme von allen Seiten agieren und auch die mittleren Quadrate erreichen kann.

Pro Quadrat wird jeweils eine Pflanzensorte angebaut. So ergibt sich eine bunte Vielfalt auf kleinstem Raum. Wie viele einzelne Pflanzen in einem Quadrat maximal wachsen sollten, hängt von ihrer Größe und dem Platzbedürfnis ab.

Bepflanzung eines Quadratgartens

Bei einem Abstand von 8 Zentimetern passen 16 Pflanzen in ein Quadrat, etwa bei Karotten, Zwiebeln oder Radieschen. Soll der Abstand 10 Zentimeter betragen, können neun Pflanzen in ein Quadrat gesetzt werden. Das ist zum Beispiel bei Spinat, Roter Bete oder Buschbohnen der Fall.

Beträgt der Abstand 15 Zentimeter, kommen vier Pflanzen in ein Quadrat, wie bei Blattsalaten, Mangold oder Petersilie. Bei Pflanzen, die 30 Zentimeter Abstand brauchen, kommt folglich nur eine Pflanze in ein Quadrat. Zu diesen Pflanzen gehören Blumenkohl, Paprika, Tomate und Brokkoli.

Die Vorteile eines Quadratgartens: Anstatt die gesamte Gartenfläche zu düngen und umzugraben, werden nach dieser Anbaumethode die einzelnen Quadrate bearbeitet. Das ist insofern nützlich, als dass nur noch die Fläche versorgt wird, auf der auch tatsächlich etwas angepflanzt ist.

In einem herkömmlichen Garten, wo die Gesamtfläche bearbeitet wird, erhält der unbewachsene Bereich unnötig Dünger und Wasser – und das fördert das Wachstum von Unkraut. Aus diesem Grund wächst in einem Quadratgarten weniger Unkraut und es werden deutlich weniger Wasser und Düngemittel benötigt.

Außerdem ist ein Quadratgarten äußerst platzsparend. So kann die hölzerne Box problemlos auf einer Dachterrasse, in einem sonnigen Innenhof oder in einem sehr kleinen Garten untergebracht werden. Das spart Arbeitswege und man kann sich beim Kochen schnell Nachschub holen. Wird der Quadratgarten in einem Hochbeet angelegt, ist das zudem schonend für den Rücken.

Das Prinzip der Permakultur – nachhaltiger Gemüseanbau

Bei der Permakultur handelt es sich um eine spezielle Form des ökologischen Anbaus, der einige zusätzliche Aspekte aufweist. So folgt diese Anbaumethode bestimmten Prinzipien, die Mensch und Natur zugutekommen. Das Konzept zielt auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden und naturnahen Kreisläufen ab.

Permakultur zeichnet sich dadurch aus, dass sie vollständig auf den Einsatz von chemisch-synthetischem Düngern sowie auf Insektizide, Fungizide und Herbizide verzichtet.

Damit sind die angebauten Lebensmittel absolut frei von jeglichen Zusatzstoffen und erfüllen sämtliche EU-Anforderungen in Bezug auf Bio-Anbau.

Permakulturell gestaltete Lebensräume werden als Systeme begriffen, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass sich ein natürlicher Kreislauf ergibt, in dem die Bedürfnisse aller Lebensformen so gut wie möglich erfüllt werden.

Die Idee hinter der Permakultur

Es geht bei der Permakultur also in besonderem Maße um die Beziehung und Kooperation der verschiedenen Arten untereinander und wie sie sich optimal nutzen lassen. Dadurch soll auch gewährleistet werden, dass immer genug Lebensmittel zur Verfügung stehen, um den kurzfristigen Bedarf zu decken, dass aber gleichzeitig so gearbeitet wird, dass auch nachfolgende Generationen noch davon profitieren.

Das Ziel der Permakultur besteht darin, die verschiedensten Arten zu erhalten, zu optimieren und mit ihnen schrittweise ein System zu schaffen, dass sich selbst reguliert.

So werden Blumen, Gemüse und Obst so zusammen angepflanzt, dass sich die Sorten durch ihre spezifischen Eigenschaften bei ihrer Entwicklung gegenseitig unterstützen und vor Schädlingen bewahren.

Auf diese Weise braucht es höchstens noch minimaler Eingriffe von Seiten des Menschen, damit das System dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht bleibt. Und die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt lockt wiederum (mitunter seltene) Tierarten an. Natürliche Vorbilder für die Permakultur-Methode sind Ökosysteme wie Wälder, Seen und Ozeane, die sich ebenfalls eigenständig regulieren.

Permakultur hat also den großen Vorteil, dass es sich dabei um eine sehr nachhaltige Anbaumethode handelt: Obst und Gemüse wachsen auf gesunden Böden und der Anbau erfolgt im völligen Einklang mit der Natur. Es geht um einen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Umgang mit allen nötigen Ressourcen, zum Beispiel Wasser.

Außerdem schafft es das Konzept der Permakultur wegen der Artenvielfalt, auf recht wenig Raum einen hohen Ertrag zu erzielen. Mit dieser Herangehensweise soll die Permakultur ein Gegenstück zum bislang vorherrschenden industriellen Agrarsystem sein, das vor allem auf Monokulturen und einen kurzfristig maximalen Ertrag spezialisiert ist.

Permakultur, Hochbeete und Gärtnern im Quadrat - das Fazit

Hochbeet, Quadratgärtnern und Permakultur sind drei verschiede Anbauweisen für den heimischen Garten, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Die einzelnen Konzepte haben trotz ihrer Unterschiede einen gemeinsamen Vorteil: die Anbaumethoden benötigen nicht viel Platz, bescheren dafür jedoch umso größere Erträge. Daher sind sie auch für Gärtner attraktiv, die nicht viel Platz zum Anbau von Gemüse und Obst zur Verfügung haben.


Fotos:

Foto 1: Fotolia.com © vulkanismus #189340042

Foto 2: Fotolia.com © Peter Maszlen #113638280

Foto 3: Fotolia.com © Ivonne Wierink #68076294

Foto 4: Fotolia.com © ommbeu #105753949


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