Hilfe für Rotkehlchen

Rotkehlchen, Foto: GPP/Welzhofer

Rotkehlchen zählen aufgrund ihres hübschen Erscheinungsbildes zu den besonderen Sympathieträgern unter den Gartenvögeln. Foto: GPP/Welzhofer

Rotkehlchen zählen aufgrund ihres hübschen Erscheinungsbildes zu den besonderen Sympathieträgern unter den Gartenvögeln. Sie zeigen zumeist geringere Scheu als andere Arten. Die "Red Robins", wie sie unsere vogelverrückten britischen Nachbarn nennen, nähern sich den Menschen bei der Gartenarbeit oftmals auf nur wenige Zentimeter und umhüpfen nicht selten die Harke noch während der Arbeit, um sich aufgescheuchte Insekten, Würmer und Spinnen zu schnappen.

Männliche Rotkehlchen läuten mit ihrem schnickernden Ruf schon etwa Mitte Januar den Spätwinter ein - dann, wenn das Gros der anderen Gartenvögel noch schweigt. Bis Mitte Juni währt ihr Gesang. Erst Ende September und bis November lassen sie dann wieder von sich hören. Was kaum jemand weiß: In den Herbstgesang der Vögel stimmen auch die Weibchen mit ein. Nach dem morgendlichen Gezwitscher kann man übrigens sogar die Uhr stellen: Etwa 50 Minuten vor Sonnenaufgang reckt Erithacus rubecula - so der biologische Name - seine rostrote Brust und erhebt sein klangvolles "zick, zick - zickickickickick".
Das Leben eines Rotkehlchens währt mit durchschnittlich kaum über einem Jahr vergleichsweise kurz. 62 Prozent eines Rotkehlchenbestandes sterben binnen Jahresfrist. Zum Vergleich: bei Staren sind es 52, bei Amseln 42 Prozent. „Umso wichtiger ist es, dass die beliebten Rotkehlchen im April und Juni zwei Bruten hoch bringen", erklärt Vogelexpertin Christine Welzhofer aus dem bayerischen Gessertshausen. „In ihrem angestammten Lebensraum, dem Waldsaum, sind die Tiere in den dichten Hecken, in Brombeergestrüpp und Co. daheim und bauen dort in Erdhöhlen, hohlen Baumstubben oder Erdüberhängen ihre kugeligen Nester aus Gräsern, Moos und Blättern. In unseren aufgeräumten Gärten sind Rotkehlchen zwingend auf Nisthilfen angewiesen." Ideal sind sogenannte Halbhöhlen mit zehn mal zehn Zentimeter Innengrundfläche. Das Einflugloch darf maximal zehn Zentimeter vom Boden der Höhle entfernt sein. Aufgehängt wird das Nistangebot bis höchstens einen Meter über dem Gartenboden, am besten katzensicher versteckt in Nischen von Schuppen oder in dichten Hecken.

Weit verbreitet ist immer noch die Meinung, Gartenvögel solle man nur im Winter füttern. Das Gegenteil ist der Fall: Rotkehlchen und andere Arten benötigen gerade während der Jungenaufzucht Nahrung auch aus Menschenhand. Denn aufgeräumte Gärten bieten den Tieren nicht nur zu wenig Brutraum, sondern sind auch Ursache für den Nahrungsmangel. Ganzjahresfutter gibt es mittlerweile in vielen Fachhandlungen zu jeder Jahreszeit. Rotkehlchen gehören zu den sogenannten Weichfressern und können beispielsweise mit zarten Haferflocken gefüttert werden, die mit nicht raffiniertem Fett ummantelt sind. Einige Futtermischungen bieten zusätzlich Leckerbissen wie Beeren. Noch hilfreicher ist das Aufzuchtfutter, das auch Insekten enthält. Es ist eine Freude zu beobachten, wie eifrig die Altvögel das für sie im Garten oder auf dem Balkon ausgelegte Futter einheimsen und es - nach sicherndem Blick - zum versteckt liegenden Nest mit seinen meist fünf bis sechs hungrigen Schnäbeln tragen.
Quelle: GPP


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