Gärten pflegeleicht gestalten

Kaffeetisch im Garten

Gute Gartenplanung lässt mehr Zeit, um das grüne Paradies auch beim entspannten Nichtstun zu genießen.

Die pralle Sonne auf dem Rücken,
während man sich über Schaufel oder Hacke beugt
oder beschaulich den warmen, duftenden Lehmboden riecht,
ist heilender als manch eine Medizin.
Charles Dudley Warner

Das mag für leidenschaftliche Gärtner wohl zutreffen – aber nicht jeder hat die Zeit und Muße, sich mit voller Hingabe um die Gartenpracht zu kümmern. Der Wunsch vieler sieht anders aus: wenig Wasser, wenig Schnitt, wenig Aufwand, viel Genießen für wenig Arbeit. Pflegeleichte Gärten sind etwas für alle, die nicht die Möglichkeit haben, sich intensiv um den Garten zu kümmern.

Ganz ohne Arbeit geht es nicht und dann muss der eine oder andere Traum, wie der vom romantischen Rosengarten, leider zurückstehen. Dennoch lassen sich auch schöne Gärten gestalten, die relativ wenig Zeitaufwand benötigen. Die folgenden Tipps helfen dabei, einen Garten möglichst pflegeleicht anzulegen und zu gestalten.

1. Auf die Standortverhältnisse achten

Die Standortverhältnisse sind ausschlaggebend für die Entwicklung der Pflanzen und des Gartens: In schattigen Beeten können keine sonnenhungrigen Tomaten reifen. Deshalb ist es wichtig, gründlich zu planen und genau zu schauen, welche  verschiedenen Standorte vorhanden sind oder geschaffen werden können, wie der Boden beschaffen ist, welche Lichtverhältnisse auch über den Tag verteilt herrschen und von wo Wind und Regen kommen.

Im zweiten Schritt kann dann recherchiert werden, welche Pflanzen zu diesen Standortverhältnissen passen, wie diese miteinander harmonieren und welche unterschiedlichen Bereiche im Garten benötigt werden, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Auf dieser Grundlage kann ein Garten gestaltet werden, der zu der Umgebung, der ihm gewidmeten Zeit und dem eigenen Empfinden passt, so dass zukünftig mehr Zeit im Garten genossen werden kann.

2. Unkraut vorbeugen und vernichten

Zu einem pflegeleichten Garten gehört auch ein pflegeleichter Boden. Unkraut jäten ist lästig, denn die kleinen Emporkömmlinge finden immer wieder ihren Weg durch Erde und Steine. Deswegen ist es besser vorzubeugen und besonders in Beeten ein Unkrautvlies zu verlegen, das von vornherein ein Durchkommen der ungeliebten Gäste verhindert.

Wenn Beete bereits angelegt sind und keine Zeit vorhanden ist, um zu hacken und zu jäten, kann Unkrautvernichter verwendet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese entweder natürlich herzustellen oder so zu wählen, dass sie den angrenzenden Pflanzen keinen Schaden zufügen. Diese Übersicht zeigt die sieben besten Unkrautvernichter im Vergleich. Es wird dabei zwischen Totalherbiziden, Blattherbiziden und Rasen-Unkrautvernichtern unterschieden, die sich jeweils bei unterschiedlichen Standortgegebenheiten anbieten.

3. Rasenfläche anlegen

Eine große Rasenfläche zum Spielen und Entspannen ist oftmals die einfachste Lösung für Familiengärten. Vor allem zu Beginn ist es sinnvoll, die Gartengestaltung zunächst einfach zu halten, mit einer großen Rasenfläche und einem kleinen Beet mit wenigen Farbtupfern zu beginnen.

Alternativ kann auch zunächst mit Töpfen gearbeitet werden, die die Rasenfläche auflockern. Später, wenn die Gartengestaltung dann ausgebaut wird, können die Töpfe problemlos auf die Terrasse oder den Balkon umziehen.

4. Bereiche einteilen

Wird mit einem Rasen begonnen und die Gestaltung später wieder aufgenommen, können gezielt Bereiche passend zu den Standortverhältnissen gestaltet werden. Das bezieht sich sowohl auf Standortfaktoren wie Schatten, Halbschatten oder Sonne, als auch auf die Art der Pflanzen.

Ein Gemüsebeet beispielsweise braucht eine andere Pflege und Düngung als ein reines Blumenbeet mit Stauden- und Tulpengewächsen. Auf diese Dinge sollte beim Einteilen geachtet werden. Beim Auswählen der Pflanzen empfiehlt sich dann eine genaue Recherche, um herauszufinden, ob Wasser-, Dünge- und Pflegebedürfnisse zueinander passen. Auf diese Weise lässt sich die Pflegeintensität eindämmen, denn ein ganzes Beet ist leichter zu pflegen als jede Pflanze einzeln.

5. Pflegeleichte Pflanzen wählen

Bei der Auswahl der Pflanzen sollte neben der Ähnlichkeit hinsichtlich der Gieß- und Pflegeansprüche darauf geachtet werden, dass diese Ansprüche so niedrig wie möglich sind. Stauden wie Taglilie, Pfingstrose und Funkie beispielsweise sind ein zuverlässiger Gartenschmuck, weil sie langlebig sind. Das vermeidet eine Neubepflanzung in jedem Jahr, was die Pflege deutlich vereinfacht. Ebenfalls pflegeleicht sind Hamamelis und der immergrüne Rhododendron oder eine großblütige Magnolie.

Dekorativ und pflegeleicht sind auch Gehölze, die von sich aus ihre Form halten und nicht immer wieder beschnitten werden müssen. Rosen, die zurückgeschnitten werden müssen, fallen leider nicht in die Kategorie „pflegeleicht“. Mit den genannten Alternativen entsteht jedoch auch ein dekorativer Garten, der vergleichsweise wenig Aufwand und Zeit verlangt.

6. Mythos Kiesweg

Lange Zeit galten Kieswege und Steingärten als das Optimum für eine pflegeleichte Gartengestaltung. Aber hier muss die Vorbereitung stimmen, sonst sind sie mindestens genauso pflegeintensiv wie die eigentlich einfach bearbeitete Rasenfläche, die ihnen zugunsten aufgegeben wurde. Die Fläche, die mit den Mineralmulchen bearbeitet werden soll, muss vorher nämlich komplett von Wurzelunkräutern befreit sein, da diese sonst immer wieder ihren Weg durch die Steinchen finden und das gepflegte, aufgeräumte Ansehen zunichtemachen.

7. Terrasse und Möbel

Auch bei der Wahl der Beläge und Sitzmöbel kann etwas Pflegeaufwand eingespart werden. Viele Holzterrassen und -Möbel fallen nämlich bereits nach wenigen Jahren dadurch auf, dass sie von Wind und Wetter unansehnlich geworden sind. Deswegen sollte bereits bei der Ersteinrichtung darauf geachtet werden, robuste Materialien zu verwenden.

Geeignete Hölzer sind beispielweise Lärche, Teak und Robinie, da sie das ganze Jahr über draußen bleiben können und abgesehen von einer jährlichen Öl-Behandlung keine Aufmerksamkeit verlangen. Selbst auf den Öl-Anstrich kann verzichtet werden – dann entsteht mit den Jahren eine hübsche silbrige Patina. Alternativ zur Holzterrasse bieten sich auch beschichtete Beläge an, die beispielweise durch Teflon-Oberfläche weniger Schmutz annehmen.

Wer diese Tipps bei der Garten-(Neu-)Gestaltung beachtet, hat in Zukunft mehr Zeit zum Genießen –es sei denn, die Gartenarbeit ist Teil der Gartenleidenschaft.

Bild groß: Kaffeetisch ©susanna70 (CC0 1.0) pixabay.com

Bild 1: Lavendel ©Hans (CC0 1.0) pixabay.com

Bild 2: Töpfe ©Cr19071970 (CC0 1.0) pixabay.com

Bild 3: Gemüsegarten ©Efraimstochter (CC0 1.0) pixabay.com


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