Für Kurzentschlossene - eine Ausbildung zum Gärtner

Von blühenden Pflanzen umgeben: junges Team in einer Staudengärtnerei

Gärtner ist ein sehr vielseitiger Beruf, denn bei sieben verschiedenen Fachrichtungen ist für jeden etwas dabei. Wer zum Beispiel Blüten- und Grünpflanzen mag, ist im Zierpflanzenbau gut aufgehoben, wer gesundes Gemüse heranziehen möchte, kann sich auf den Gemüsebau spezialisieren, und eine Ausbildung als Staudengärtner ermöglicht kreatives Arbeiten in und mit der Natur. Fotos: GMH

Wer die Natur mag, sich für Pflanzen interessiert und gerne draußen ist, hat vielleicht schon einmal über eine Ausbildung zum Gärtner nachgedacht. Auch wenn das Ausbildungsjahr schon begonnen hat, ist es noch möglich, sich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben!

Es ist nicht immer einfach, seine Interessen so zu bündeln, um daraus auf einen passenden Beruf zu schließen. Auch die Vorstellung, dass diese Entscheidung „lebenslang“ bedeuten könnte, kann die Aktivität hemmen. Wer sich für den Beruf „Gärtner“ entscheidet, trifft zwar wortwörtlich eine Entscheidung fürs Leben, jedoch nicht zwangsläufig eine lebenslange. Denn die Wege im Gartenbau sind vielfältig und abwechslungsreich und bieten eine Fülle an Möglichkeiten.

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Unterschiedliche Fachrichtungen

Schon bei der Wahl eines Ausbildungsberufes zum Gärtner gibt es ein breites Spektrum und man kann hier aus verschiedenen Richtungen wählen, ganz nach den persönlichen Vorlieben und Neigungen: Wer zum Beispiel am liebsten Grünpflanzen und Blumen mag, ist im Zierpflanzenbau richtig.

Hier wird alles kultiviert, was mit Blüten und schönen Blättern den Menschen Freude macht. Alle Facetten des professionellen Anbaus von Obst oder Gemüse lassen sich in den Fachrichtungen Obstbau und Gemüsebau finden, und Obst- und Gemüseliebhabe lernen, wie gesunde Nahrungsmittel angebaut werden.

Gehölzfans finden ihre Berufung in der Baumschule, ausdauernde Vielfalt und Blütenreichtum gibt es in der Staudengärtnerei. Wer an Gärten, Parks und Friedhöfen mitarbeiten will, ist im Garten- und Landschaftsbau oder in der Friedhofsgärtnerei richtig. Bei so vielen Auswahlmöglichkeiten macht es Spaß, seine Vorlieben zu suchen, zu entdecken und zu leben.

Ein zukunftsorientierter Beruf

Pflanzen brauchen vor allem Licht und Wasser zum Wachsen. Wie sehr das stimmt, ist aktuell zu sehen. An vielen Stellen ist das sonst saftige Grün der Pflanzen einem erdigen Ocker oder Braun gewichen. Die klimatischen Veränderungen und damit auch die Wetterextreme werden voraussichtlich noch weiter zunehmen. Kaum jemand kann die Augen davor verschließen.

Auch Gärtner haben mit diesen Extremen zu kämpfen und entwickeln die bereits vorhandenen nachhaltigen Strategien und umweltfreundlichen Produktionsmethoden immer weiter. Wer Freude daran hat, sich mit diesen Themen zu beschäftigen und daran mitzuwirken, für eine zukunftsfähige und lebenswerte Umwelt zu sorgen, ist im Gartenbau ebenfalls bestens aufgehoben.

Sehr breitgefächertes Wissen

Die Ausbildung zum Gärtner dauert in der Regel drei Jahre. In dieser Zeit lernt man alles über die Pflanze und ihre Bedürfnisse und was notwendig ist, damit sie sich gut entwickelt. Botanik, Kulturtechnik, Pflanzenkunde, Gewächshausbau, Düngung und Pflanzenschutz sind nur einige der Themen, die nach modernen Erkenntnissen gelehrt und gelernt werden. Dazu gehören auch integrierte Anbaumethoden und nachhaltige Produktion. Schließlich freut man sich als Gärtner über das gesunde Wachstum der Zöglinge und lebt ja auch davon.

Nach der bestandenen Abschlussprüfung stehen Gärtnern viele Wege offen. Wer sich weiterbilden möchte, kann sich beispielsweise zum Gärtnermeister oder Techniker qualifizieren, Gartenbau oder Landschaftsarchitektur studieren und zum Beispiel später als Berufsschullehrer oder in der Forschung arbeiten. Außerdem sind in Deutschland ausgebildete Gärtner als Fachkräfte im Ausland beliebt, weil die duale Ausbildung mit Praxis und Berufsschule einen hohen Standard hat und einen sehr guten Ruf genießt.

Wer jetzt noch ein bisschen Zeit benötigt, kann sich auf www.beruf-gaertner.de über alle Möglichkeiten informieren. Und dann am besten gleich nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb in der Nähe schauen.

Eine gute Grundlage: die Ausbildung zum Gärtner

Der Gartenbau bietet viele spannende Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die tolle Aufstiegschancen eröffnen. Außerdem wird lebenslanges Lernen im Gartenbau geschätzt und gefördert. Nach wie vor steht die traditionelle Meisterprüfung hoch im Kurs.

Gärtnermeister darf sich nur nennen, wer einen anerkannten Abschluss gemacht hat. Voraussetzung sind neben einer abgeschlossenen Ausbildung mindestens zwei Jahren Berufspraxis in einer der Fachrichtungen Baumschule, Garten- und Landschaftsbau, Friedhofsgärtnerei, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei oder Zierpflanzenbau.

Angehende Meister besuchen in der Regel eine einjährige Fachschule. Wer dann zum Abschluss die Prüfung besteht, dem steht der Weg in die berufliche Selbstständigkeit offen. Denn Meister dürfen einen eigenen Betrieb führen und Auszubildende einstellen.

Fachagrarwirte sind geprüfte Experten

Auch staatliche geprüfte Techniker sind befähigt, jungen Menschen den Gärtnerberuf beizubringen. Als Vorbereitung bieten Fachschulen im Gartenbau zweijährige Fortbildungen an, die mit einer Prüfung enden. Wer sie besteht, kann unter anderem als Betriebs- oder Baustellenleiter oder im Verkauf und der Beratung arbeiten.

Während Meister- und Technikerschulen ein breites Wissen vermitteln, sind Fortbildungen zum Fachagrarwirt für die Vertiefung spezieller Interessen gedacht. Mögliche Schwerpunkte sind hier Naturschutz, Rechnungswesen, landwirtschaftliche Direktvermarktung oder Pflege von Bäumen und Golfplätzen.

Wer gerne Golf spielt, über mindestens drei Jahre Berufserfahrung und mindestens ein Handicap von -36 verfügt, kann sich zum Fachagrarwirt Head-Greenkeeper fortbilden. Diese Qualifizierung befähigt zur Leitung und Organisation eines Golfplatzes. Die Lehrgänge für angehende Fachagrarwirte dauern in der Regel mehrere Monate und enden mit einer Prüfung.

Als Vorbereitung auf ein Studium

Eine praktische Ausbildung ist auch eine gute Vorbereitung auf ein Studium, besonders in den Fachrichtungen Gartenbau oder Landschaftsarchitektur. Fachhochschulen und Universitäten setzen dafür die Fachhochschulreife beziehungsweise das Abitur voraus.

Nach sechs bis acht Semestern werden die Studiengänge mit einem „Bachelor“ abgeschlossen, zwei bis vier weitere Semester sind für einen „Master“-Abschluss erforderlich. Gleichzeitig eine Ausbildung zum Gärtner und einen akademischen Abschluss zu machen, ermöglichen zudem einige Hochschulen über ein duales Studium.

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Als Gärtner ins Ausland gehen

Gärtnern steht die Welt offen, denn mit einer Ausbildung in diesem Beruf bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für ein Praktikum oder einen Arbeitsplatz im Ausland. Während der dualen Ausbildung parallel in einem Betrieb und an einer Berufsschule werden fundierte Fachkenntnisse vermittelt, die Betriebe weltweit zu schätzen wissen. So gehen viele junge Gärtner im Anschluss an ihre Ausbildung ins Ausland.

Eine weitere gute Gelegenheit bieten die vorgeschriebenen Praxiszeiten während einer Fortbildung zum Meister oder Techniker und eines Studiums in Gartenbau oder Landschaftsarchitektur. Sie werden häufig genutzt, um Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln. Eine Übersicht über Ansprechpartner und Organisationen, die Stellen im Ausland vermitteln, gibt es auf der Berufs-Informationsseite der Nachwuchswerbekampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen.“ unter: www.beruf-gaertner.de/de/auslandsaufenthalt.html. GMH


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