Frisch in die neue Saison – jetzt die Grabgestaltung planen

bepflanzte Grabstelle

Immergrüne auf einem Grab bieten einen schönen Rahmen oder Hintergrund für die leuchtenden Farben blühender Stauden, Zwiebelblumen oder einjähriger Beetpflanzen.

Das zeitige Frühjahr ist ideal, um sich Gedanken über die Gestaltung der Gräber lieber Angehöriger für die neue Saison zu machen.

Neben klassischen, immergrünen Grabbepflanzungen mit Buchsbaum (Buxus), Zwergmispeln (Cotoneaster) oder auch Pfaffenhütchen (Euonymus) muntern einige bunte Stauden und Zwiebelblumen die Szenerie gekonnt auf. Sie setzen fröhliche Akzente in einem ansonsten allzu eintönig wirkenden grünen Einerlei.

Im steten Farbenwechsel

Damit Gräber die ganze Vegetationsperiode von März bis Oktober über in abwechslungsreichen Farben getaucht erscheinen, hilft geschickte Planung mit entsprechenden Pflanzkalendern zur Grabgestaltung (PDF zum Download). Frühlingsblüher wechseln mit Frühsommer-Blühern ab, gefolgt von Hochsommer-Blühern und den frühen Vorboten des nahenden Herbstes. Mit blühenden Stauden und Zwiebelblumen bestückte Gräber begrüßen ihre Besucher über nahezu acht Monate bei jedem Besuch aufs Neue in einem anderen Farbenkleid.

Eine Farbe, ein Motto: Die Sonne erwacht zu neuem Leben

Das zarte Gelb der noch schwachen Frühlingssonne wird auf dem Grab-Beet durch vorherrschende Weiß- und Gelb-Blüher saisonal perfekt inszeniert. Zwischen grünen Pflanzinseln, etwa aus kleinbleibenden Nadelgehölzen oder Buchsbaumkugeln, setzen leuchtend gelbe Farbtupfer einen stimmungsvollen Kontrast. Sie schwören die Besucher gekonnt darauf ein, möglichst bald wieder zu kommen.

Wer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden will, greift zu gelbblühenden Bodendeckern - wie etwa dem anspruchslosen Pfennigkraut (Lysimachia), Scharbockskraut (Ranunculus), Winterling (Eranthis), gelb- oder weißblühenden Busch-Windröschen (Anemone) oder auch dem etwas höheren (bis ca. 30 cm), weiß blühenden Dickmännchen (Pachysandra). Sie können schnell ganze Flächen erobern. So wird im Frühjahr einsetzender Unkrautwuchs auf natürliche Weise bereits im Zaum gehalten.

Dazwischen machen klassische Schneeglöckchen als Blühauftakt und im März der Märzenbecher (Leucojum) mit ihrem vornehm zurückhaltenden Weiß eine gute Figur. Dazu lassen sich früh blühende gelbe und weiße Krokus aber auch höhere Zwiebelblumen wie Osterglocken perfekt kombinieren.

Ein Besuch ins Blaue: Vornehmer Auftakt zur Sommersaison

Um sich beim nächsten Grabbesuch zwischen Ende März und Anfang Juni von einer neuen Farbkomposition inspirieren zu lassen, kann etwa ein zarter Blauton als Frühsommer-Motto gewählt werden. Jetzt können verschiedene Arten des Kleinen Immergrün (Vinca minor) ihre blaue Nuancenvielfalt gekonnt ausspielen. Sie reicht von einem zarten Himmelblau bis hin zu satten tiefblauen Farbtönen. Die anspruchslose, zehn Zentimeter hohe Staude besticht ganzjährig durch ihr dunkelgrün glänzendes Blattkleid und eignet sich gleichfalls hervorragend als Bodendecker. Dazu ist sie sehr anspruchslos und pflegeleicht

Alternativ dazu können auch Gruppen von ausreichend frostharten Blausternchen (Scilla) und Küchenschellen (Pulsatilla) für blaue, aber auch weiße Farbtupfer sorgen.

Dazwischen inszenieren sich Kleingruppen von hellblauen oder auch weißen Hyazinthen, weißen Tulpen und spätblühenden weißen Narzissen besonders wirkungsvoll. Verfügt das Grab über ausreichend Platz, lässt sich etwa auch eine Sternmagnolie (Magnolia stellata) in die Bepflanzung integrieren. Sie ist ein kleiner und winterharter Gartenstrauch, der bereits Ende März weiße, attraktive sternenförmige Blüten ausbildet.

Etwas später blüht dann das anspruchslose Kaukasus-Gedenkemein (Omphalodes), das gut auf locker-humosem und kalkarmem Boden gedeiht. Es eignet sich besonders für Gräber, die im Halbschatten liegen. Dank seiner tiefblauen Blüten passt es hervorragend zu weißblühendem Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera).

Knallige Farbtupfer von Juni bis August

Nach Gelb und Blau könnte nun im Hochsommer von Juni bis August ein weiterer Farbton zu einem neuen Fest der Farben einladen. Fällt die Wahl auf Orange- und Rottöne, steht dann eine große Auswahl an Zwiebelblumen, Polsterstauden und auch höherwüchsigen Stauden bereit.

Neben den weit verbreiteten, typischen Friedhofspflanzen wie etwa Stiefmütterchen oder Lilien haben gerade Blühstauden in den letzten Jahren vermehrt die Gunst von Grabbesitzern gewonnen: Günstig in der Anschaffung und bescheiden im Anspruch, hält sich der Pflege- und Gießaufwand besonders während der heißen, trockenen Sommerperiode bei hinreichend eingewurzelten Exemplaren in Grenzen.

Daher empfiehlt sich, Stauden bereits im Herbst des Vorjahres einzupflanzen, damit sie zur Blüte im kommenden Jahr ausreichend tief im Erdreich verwurzelt sind. Lediglich etwas Flüssigdüngergaben im Frühjahr und Frühsommer sorgen für garantierte Blühkraft.

Auch im Sommer können Pflanzen, die mit ihrem Wachstum den Boden komplett bedecken, in der Grabbepflanzung von großer Bedeutung sein.

Mit ihren roten Blättern besonders attraktiv, blüht das niedrigwachsende Purpurglöckchen (Heuchera) bis in den August hinein und breitet sich als Gruppenstaude bei günstigen Bedingungen rasch aus. Als bodendeckende, rote Polsterstauden kommen etwa auch die winterharten, mehrjährigen Polster-Thymian (Thymus), Seifenkraut (Saponaria) oder Steinnelke (Dianthus) in Betracht.

Schöne höherwüchsige Partner für Sommer und Spätsommer sind etwa die rotblühende Fetthenne (Sedum), Verbenen und auch Sommer-Astern. Alle erwähnten Stauden sind relativ trockenresistent und können oftmals triste, eintönige Grabgestaltungen binnen weniger Sommerwochen zu einem fröhlichen Blütenmeer verwandeln.

Verbenen können im Laufe des Sommers große Teile des Grabes einnehmen. Sie blühen zuverlässig bis in den Herbst hinein, wenn alte Blütenstände konsequent entfernt und so die Samenbildung verhindert wird. Wem die Pflanzen zu groß und zu bunt sind, kann dazu Gräser kombinieren. Berg-Astern bieten sich besonders für Gräber an, weil sie nicht zu hoch werden.

Auch orangefarbene Zinnien, Indianernesseln (Monarda) oder Rudbeckien setzen farbenfrohe, spätsommerliche Akzente.

Gelungener Ausklang im Farbenreigen

Im Spätsommer und Herbst haben Stauden wie Chrysanthemen und Herbst-Anemonen ihren großen Auftritt. Auch Astilben blühen bis spät in den September hinein. Besonders gerne und häufig wird bei Grabschmuck in den Herbstwochen auf Ziergräser und silberfarbenen Pflanzenschmuck gesetzt. Dazu eignen sich besonders Arten wie das Silberblatt (Lunaria), Gitterkraut (Calocephalus) oder Christrosen (Helleborus).

Sehr edel wirkt eine Kombination des silbrigen Blattschmucks mit weißen Blütenstauden, die jetzt Hochsaison haben: Herbst-Astern, Astilben oder Beifuß-Arten (Artemisia).

Auch durch Auslese entstandene weiße Alpenveilchen-Sorten halten es gut im Freien aus und ertragen sogar leichte Fröste.

Silbertöne sind vermittelnde Farben. Sie lassen benachbarte Farben heller erscheinen. Pflanzen, die in der Farbengestaltung grundsätzlich nicht harmonieren, können durch silbrige Pflanzen getrennt werden und sorgen so für eine bessere Farbharmonie auf dem Grab.

Pflanzen mit silbrigen Blättern oder Blüten bieten deshalb den Vorteil, sich besonders harmonisch in eine Pflanzung einzufügen und dem Grab-Beet Struktur zu verleihen. In herbstlicher Kombination mit Ziergräsern und weißen Astilben, Astern oder Herbst-Anemonen wirkt das Farbensemble zum botanischen Jahresausklang einerseits besonders schlicht, andererseits aber auch vornehm-zurückhaltend.

Da die silberne Farbe dadurch entsteht, dass sich die Pflanzen mit feinen Härchen und einer dünnen Wachsschicht vor der Sonneneinstrahlung schützen, sind silberfarbene Pflanzen von Natur aus relativ trockenresistent und an helle Lichtverhältnisse gewohnt. Daher eignet sich eine Staudenbepflanzung mit silbrigem Blattwerk besonders für helle, sonnige Grab-Lagen.

Grau- und silberlaubige Stauden bieten für Gräber den unschätzbaren Vorteil, dass durch ihre Trockenresistenz regelmäßiger Gießaufwand entfällt und die Arten auf Grund ihres natürlichen Vorkommens in kargen Mittelmeer-Böden keine Extra-Düngergaben benötigen. Sie alle kommen mit minimalem Pflegeaufwand aus (gelegentliches Stutzen oder Zurückschneiden) und sind somit auch für Menschen mit wenig Zeit bestens geeignet.

Als niedrigere Stauden schaffen der Wollziest (Stachys), graulaubige Storchschnabelsorten und Katzenminzen (Nepeta) als graue Eminenzen vornehm zurückhaltende Farbstrukturen. Sie können mit zum Beispiel sehr gut mit Pflanzen kombiniert werden, die tiefblaue Blüten haben.

Fazit: Das ganze Leben auf dem Grab – ein steter Neubeginn

Durch geschickte Farbkombinationen in den sich abwechselnden jahreszeitlichen Vegetationsphasen können Grabbeete die ganze Saison über in den verschiedensten Kompositionen erstrahlen. Dabei bieten sich Stauden und Blumenzwiebeln als günstige und pflegeleichte Strukturelemente an. Wer bei der standortgerechten Zusammenstellung auf die unterschiedlichen Farben, Blütezeiten und Wuchshöhen achtet, hat das ganze Jahre hinweg Freude an einem bunten, attraktiven Grab.

Durch ihr Wachsen, Blühen und Verwelken symbolisieren Blumenzwiebeln wie Stauden auf natürliche Art auch das Werden und Vergehen des Menschen. Da sie im Herbst ihr oberirdisches Leben einstellen, aber als Knolle oder Zwiebel im Erdreich bis zum nächsten Frühjahr überdauern, stehen die ewig gleichen Vegetationsphasen symbolhaft auch für stetigen Neubeginn des Lebens, für Hoffnung und für den Kreislauf des Lebens schlechthin.


Bilder:

Abbildung 1/großes Bild: pixabay©2182694 (CC0 1.0)

Abbildung 2: pixabay©Antranias (CC0 1.0)

Abbildung 3: pixabay©Hans (CC0 1.0)

Abbildung 4: pixabay©krzys16 (CC0 1.0)

Abbildung 5: pixabay©RitaE (CC0 1.0)


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