Sichtschutz im Garten

Sichtschutzwand

Der transparente Raumteiler wird durch Pflanzen zum Sichtschutz.

Geschützte Sitzecken schenken uns das Gefühl von Geborgenheit. Wir genießen den Schutz von Pflanzen, einer Mauer hinter unserem Rücken, wir kuscheln uns in bequeme Sitzmöbel unter einer begrünten Pergola. Dafür muss ein Sichtschutz nicht völlig blickdicht sein. Im Gegenteil: Oft nehmen kleine Öffnungen, Bullaugen oder Mauertoren gleich, einer massiven Sichtschutzmauer die Präsenz und lassen gezielte Aus- und Einblicke zu. Diesen Effekt kann man auch mit durchlässigem Material wie Weidengeflecht und Rankgitter (Treillagen) erzielen. Völlig anders mutet farbiges, gemustertes oder milchiges Glas an. Es erlaubt Lichteinfall und eine schemenhafte Aussicht, aber keine direkten Einblicke. Bei den belgischen und niederländischen Nachbarn beliebt: Mitwachsende „Jalousien“ in Baumkronenhöhe. Möglich ist das mit schnittverträglichen Linden (Tilia cordata, Tilia europaea ‘Pallida’) oder der Zier-Birne (Pyrus calleryana ‘Chanticleer’), deren Zweige seitlich an Spalieren fixiert werden.

» Gestaltungstipp: Gartenweg anlegen

Sichtschutz für alle Fälle

Material und Bauweise bestimmen den Charakter des Trennelementes, wie es sich in die Umgebung einfügt und wie zuverlässig es Sie abschirmt. Schon vor dem Bau Ihrer Terrasse oder des Sitzplatzes sollten Sie aus verschiedenen Blickwinkeln Ihres Gartens testen: Wo muss ich nachbessern? Welcher Sichtschutz passt zum Garten?

Gewachsener Sichtschutz aus Hecken: Der sieht natürlich aus, erfordert jedoch Schneiden, Wässern und Düngen. Bis er hoch und blickdicht ist, braucht er seine Zeit. Lebender Sichtschutz kann, akkurat geschnitten, formale Anlagen rahmen und gliedern. Immergrüne Hecken aus Lebensbaum (z. B. Thuja ‘Smaragd’) oder Eiben bleiben bei regelmäßigem Schnitt schmal und dicht. Sommergrünen Sichtschutz bieten Liguster-Arten, Hainbuche oder Rot-Buche. Schön im naturnahen und romantischen Garten: Kornelkirsche oder Zierquitten blühen trotz Schnitt. Blühende Kletterer können Raumteiler zu duftigen Paravents machen.

» Lauben und Pergolen: Entspannen unter dem Blätterdach

Konstruktiver Sichtschutz aus Holz, Stein, Metall oder Glas: Wichtig ist hier ein solides Fundament. Seine Oberflächen erfordern etwas Pflege. Sichtschutzwände aus Natur- oder Ziegelstein können edel oder rustikal anmuten. Leider sind sie nicht billig. Preiswertere Alternativen aus Stein können Betonmauern mit Natursteinblende oder Kunststeine sein. Um die Oberfläche von Massivmauern zu gliedern, helfen Simse, Nischen und Versprünge – das beweist die Ziegelecke im Landhauslook. Öffnungen im Mauerwerk mindern Luftwirbel, so auch beim formalen Mauerwinkel  Und sie machen neugierig: Was liegt dahinter? Freistehende Trockenmauern, die vor allem in Naturgärten beliebt sind, werden ohne Mörtel aufgesetzt. Trotz breitem Mauerfuß und konischem Querschnitt kommen sie schnell an statische Grenzen. Stabiler, somit höher und schmaler stapelbar, sind steingefüllte Drahtkörbe aus unbehandeltem oder feuerverzinktem Stahl. Je nach verwendetem Füllmaterial kommen sie mal rustikal, mal modern daher. Voll im Trend: farbiger Sichtschutz! Die auffällige Farbe macht die Holzwand unten rechts zum Hingucker. Horizontal mit Abstand verschraubte Leisten schirmen Blicke von außen ab. Gleichzeitig bekommt alles eine lichte, moderne Ausstrahlung. Senkrecht aneinandergereihte Rundhölzer hingegen würden rustikal und strenger wirken.

» Wenn Gärten an ihre Grenzen kommen

TIPP: Erkundigen Sie sich nach den Bauvorschriften vor Ort, denn für Form und Ausführung gibt’s kommunale Regelwerke. Das betrifft z. B. Grenzen zu öffentlichen Verkehrsflächen oder das einheitliche Erscheinungsbild in Siedlungen. Das Landesnachbarrecht wiederum regelt Abstände, Höhe und Breite einer Grenzbebauung. Es lohnt sich nicht nur in finanzieller Hinsicht, mit dem Nachbarn übers Abtrennen beider Grundstücke nachzudenken. Vielleicht lassen sich sowohl Flächen als auch Kosten mit einer gemeinsamen Grenze teilen?
Karin Wachsmuth

Sichtschutz für Eilige

Sie haben Sonne satt am Sitzplatz auf dem Balkon oder im Garten, aber nicht genügend Deckung? Schaffen Sie mit einem Pflanzkasten und eingebauter Kletterhilfe ein sichtgeschütztes Refugium! Den kann man fertig kaufen oder selber machen: Einen rollbaren Holztrog in gewünschter Größe, für’s Gerüst Holzlatten (ca. 10 cm breit, 3 cm stark) besorgen. Die Latten auf passende Länge sägen. Achtung: Die Stützen beider Rahmenseiten lang genug vorsehen, um sie am Trogboden und an den Seiten verankern zu können! An den Stützen eine Latte oben, eine unten für den Rahmen der Rankhilfe mit Stahlwinkeln (besser: per Zapfenverbindung) befestigen. Dann in gleichmäßigen Abständen schmale Leisten gitterförmig aufschrauben. Den Rahmen eventuell mit Dekorholz (Bögen, Kugeln) verzieren. Alles bekommt einen Schutzanstrich. Trog mit Folie auskleiden, für Dränage lochen und Blähton oder Kies, dann Pflanzsubstrat einfüllen. Üppige Kletterpflanzen nah ans Gitter, davor noch eine Reihe Polsterstauden setzen. Fertig!

Stabil verankern

Zäune, Pergolen und Sichtschutzwände aus Holz sind nur so gut wie ihre Verankerungen im Untergrund.
 
(1) Ins Erdreich eingeschlagen, wird unbehandeltes Weichholz durch den Wechsel von Nässe und Trockenheit im Boden schnell morsch. (2) Setzen Sie den Pfosten auf ein Kiesbett, wird Feuchtigkeit zügig abgeleitet. Für mehr Stabilität knapp unter der Oberfläche einen Betonring um die Stütze gießen! (3) Auf ein Punktfundament mit H-Stahlanker montiert, erhält die gesamte Konstruktion den nötigen Halt, sogar bei hoher Windlast. Zwischen Holz und Beton etwa 5 cm Luft lassen! (4) Mit Erdspieß gesetzt, lassen sich leichtere Bauwerke im Boden verankern, sofern dieser scherfest genug ist, also seitlich wirkenden Kräften und Windlast sicher standhält.

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